Bemaßung

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Die Bemaßung beschreibt die Abmessung eines Einzelteils oder einer Baugruppe. Bemaßungen werden auf technischen Zeichnungen oder in CAD-Programmen (2D, 3D) in Zahlenwerten angegeben. Dazu sind folgende Festlegungen einzuhalten:

  • Die im Allgemeinen verwendete Maßeinheit (Millimeter, in der Architektur auch Meter) muss nicht angegeben werden.
  • Den eigentlichen Zahlenwert bezeichnet man als Nennmaß.
  • Das Nennmaß kann aber mit verschiedenen Zusätzen, wie Toleranzen und Passungen, versehen werden. Vorgestellte Zeichen weisen darauf hin, dass es sich bei dem Maß um einen Durchmesser (Ø), einen Radius (R), eine Kugelform (S), einen Bogen (Bg) oder einen quadratischen Querschnitt (ein vorgesetztes Quadrat in Größe der verwendeten Schrift) handelt.
  • Werden dem Nennmaß keine weiteren Zusätze angefügt, gilt eine Allgemeintoleranz, die im Schriftfeld festgelegt ist.
  • Ein unterstrichenes Maß deutet darauf hin, dass die Zeichnung an dieser Stelle von der Maßzahl abweicht.
  • Ein Rahmen um das Maß legt fest, dass dieses Maß von besonderer Bedeutung ist und nach der Fertigung geprüft werden muss.

Bemaßung in Bauzeichnungen[Bearbeiten]

In Bauzeichnungen weist die Bemaßung eine Besonderheit auf: Alle Maße unter 1 Meter werden in der Einheit Zentimeter auf den Maßlinien angegeben, Maße über 1 Meter in der Einheit Meter, ohne dass dies besonders gekennzeichnet wird. Zu unterscheiden sind die Einheiten an der Tatsache, dass alle Maße ab einem Meter immer ein Komma mit zwei Nachkommastellen, eventuell auch zwei Nullen nach dem Komma, haben und, dass Zentimeterangaben niemals ein Kommazeichen haben. Somit bedeutet die Maßzahl " 50 " 50 cm; die Maßzahl " 50,00 " bedeutet 50 m. Millimeter werden stets als kleine Hochzahl an das Maß angehängt und normalerweise auf 5 mm gerundet. Längenmaße stehen stets oberhalb einer Maßlinie. Maßeinträge unterhalb einer Maßlinie bezeichnen die Lichte Höhe von Fenster- und Türöffnungen. Die Brüstungshöhe wird mit dem Vorsatz BRH= direkt an der jeweiligen Öffnung dargestellt.

Maßketten werden rund um den Grundriss am Blattrand angelegt, die Beschriftung erfolgt für waagrechte Maßlinien von unten und für senkrechte von rechts lesbar. Die Begrenzungen der Maße auf den Ketten bestehen aus kurzen Strichen rechtwinklig zur Maßkette und wahlweise einem Punkt auf der Kreuzung der Linien oder einem weiteren kurzen schrägen Strich der im Verhältnis zur Maßlinie stets nach rechts aufwärts weist. Im Gegensatz zu anderen technischen Zeichnungen werden die Begrenzungslinien der einzelnen Maße einer Maßkette nicht bis zum Bauteil verlängert. Pfeile als Begrenzung sind unüblich, ebenso wie die Maßlinie zu unterbrechen, um die Maßzahl auf gleicher Höhe dazwischenzuschreiben.

Außer den Bemaßungen auf den Maßketten gibt es weitere Maße, die bei der Bemaßung einer Zeichnung eingetragen werden. Dazu gehören Angaben der Höhenkoten wie Oberkante Fertigfußboden (OKFF), Oberkante Rohdecke (OKRD) etc. eines Geschosses, die mit den entsprechenden Abkürzungen und Symbolen direkt an geeigneter Stelle in die Zeichnung eingetragen werden.

Die Darstellungsmethoden sind in den Zeichnungsnormen (u.a. DIN 406 Maßeintragung in Zeichnungen) festgelegt.

Zeichnungen aus CAD-Anlagen weichen oft von diesen in Deutschland gebräuchlichen und genormten Darstellungsmethoden ab und verwenden stattdessen vereinfacht die amerikanischen Konventionen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Hoischen, Wilfried Hesser: Technisches Zeichnen. 30. Auflage. Cornelsen Verlag, Berlin 2005, ISBN 3589241101.
  • Ulrike Portmann, Dieter Portmann: Symbole und Sinnbilder in Bauzeichnungen nach Normen. 5. Auflage. Wiesbaden; Berlin: Bauverlag 1993, ISBN 3-7625-2982-5
  • Ernst Neufert: Bauentwurfslehre. Handbuch für den Baufachmann, Bauherren, Lehrenden und Lernenden. Friedr. Vieweg & Sohn Verlag/ GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2005, ISBN 3-528-99651-X

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