Bernd Heinrich (Rechtswissenschaftler)

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Bernd Heinrich in Georgien (2010)

Bernd Heinrich (* 1. Juni 1962 in Stuttgart) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer mit den Schwerpunkten Strafrecht, Strafprozessrecht und Urheberrecht.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernd Heinrich wuchs in einem nicht-akademischen Elternhaus in Stuttgart auf. Er besuchte von 1968 bis 1972 die Grundschule in Stuttgart-Luginsland, und von 1972 bis 1982 das Wirtemberg-Gymnasium in Stuttgart-Untertürkheim.

Ab 1982 studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Tübingen, und ab 1985 zusätzlich Politikwissenschaften (Magister) bis zur Zwischenprüfung. Im April 1988 legte er das erste juristische Staatsexamen ab. Während des juristischen Vorbereitungsdienstes war er wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Strafrecht und Prozessrecht bei Jürgen Baumann und später am Lehrstuhl für Straf- und Strafprozessrecht bei Ulrich Weber. Bei letzterem war er dann auch nach seinem zweiten Staatsexamen im Juli 1991 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und später als wissenschaftlicher Assistent tätig.

Im Sommer 1993 schloss er seine Dissertation zum Thema „Die Strafbarkeit der unbefugten Vervielfältigung und Verbreitung von Standardsoftware“ mit summa cum laude ab. Hierfür erhielt er im Dezember 1994 den Förderpreis der Reinhold-und-Maria-Teufel-Stiftung. Im Jahr 1999 habilitierte er zum Thema „Der Amtsträgerbegriff im Strafrecht“ und erhielt die Lehrbefugnis für die Fächer Strafrecht, Strafprozessrecht und Urheberrecht an der Universität Tübingen.

Von April bis September 2000 war er Hochschuldozent an der juristischen Fakultät der Universität Tübingen. Von Oktober 2000 bis September 2001 vertrat er eine C4-Professur für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität Freiburg, und von Oktober 2001 bis Juli 2002 eine C4-Professur für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität Konstanz.

Im August 2002 erhielt er eine C3-Professur für Strafrecht und Nebengebiete an der Universität Konstanz.

Im März 2003 wurde er auf einen C4-Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Urheberrecht an der Humboldt-Universität zu Berlin berufen. Von April 2010 bis März 2012 war er Dekan der Juristischen Fakultät.[1] Seit April 2015 lehrt er als Nachfolger von Hans-Ludwig Günther an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.

Forschungsschwerpunkte und internationale Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen vor allem in der Dogmatik des Allgemeinen und Besonderen Teils des Strafgesetzbuches (vgl. sein Lehrbuch Strafrecht), sowie unter anderem im Nebenstrafrecht (v. a. Waffenrecht, Kriegswaffenrecht, Sprengstoffrecht und Vereinsstrafrecht), im Urheberrecht (Schwerpunkt Straftaten) und im Medienstrafrecht.[2]

Ab 2006 war Bernd Heinrich Mitorganisator des Netzwerkes Ost-West der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, in dessen Rahmen intensive Kontakte zu den Juristischen Fakultäten der Universitäten Riga (Lettland), der Taras-Schewtschenko-Universität Kiew (Ukraine), der Russisch-Armenischen Universität in Jerewan (Armenien) sowie der staatlichen Universität Tiflis (Georgien) etabliert wurden.[3] Das Projekt Netzwerk Ost-West wird von ihm seit seinem Wechsel an die juristischen Fakultät der Universität Tübingen mit der Ivan-Franco-Universität in Lviv (Ukraine), der Universität der Wissenschaften in Szeged (Ungarn) und der Dokuz-Eylül-Universität in Izmir (Türkei) fortgeführt.[4]

Auch ist er maßgeblich an einem von der VolkswagenStiftung geförderten deutsch-georgischen Strafrechtsprojekt, das gemeinsam mit der Universität Jena (Heiner Alwart, Edward Schramm) durchgeführt wird, beteiligt.[3][5]

Zudem bestehen Kontakte zur Bahçeşehir-Universität und der Özyeğin Universität in Istanbul. Im Rahmen von Forschungsaufenthalten hielt er unter anderem auch Vortragsreihen in Rio de Janeiro/Brasilien (Schwerpunkt: Medienstrafrecht) und Kapstadt/Südafrika (Schwerpunkt: Korruptionsstrafrecht, Geldwäsche).[3]

Bernd Heinrich ist Mitherausgeber der Deutsch-Georgischen Strafrechtszeitschrift (DGStZ) sowie der Kriminalpolitischen Zeitschrift (KriPoZ).[6][7]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernd Heinrich: Vita
  2. Bernd Heinrich: Forschungsschwerpunkte. Abgerufen am 10. Februar 2018.
  3. a b c Bernd Heinrich: Auslandskontakte. Abgerufen am 10. Februar 2018.
  4. Bernd Heinrich: Netzwerk Ost-West: Austauschseminare 2018. Abgerufen am 10. Februar 2018.
  5. Prof. Dr. Edward Schramm: Deutsch-georgisches Strafrechtsprojekt. Abgerufen am 10. Februar 2018.
  6. Deutsch-Georgischen Strafrechtszeitschrift. Abgerufen am 10. Februar 2018.
  7. Kriminalpolitische Zeitschrift. Abgerufen am 10. Februar 2018.