Bernd Ulbrich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Bernd Ulbrich (* 20. Januar 1943 in Berlin) ist ein deutscher Autor. In der DDR wurde er als Science-Fiction-Autor bekannt. Seine Werke wurden nach 1983 aus ideologischen Gründen nicht mehr veröffentlicht.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulbrich wurde in Berlin in einfachen Verhältnissen geboren. Nach einer Lehre als Chemiefacharbeiter (1959 bis 1961) und dem Wehrdienst bei der Volksmarine (1961 bis 1964) arbeitete er als Chemiefacharbeiter in seinem Lehrbetrieb. Er holte in dieser Zeit an der Abendschule das Abitur nach. Die Aufnahmeprüfung an der Fachschule bestand er nicht und studierte stattdessen an der Humboldt-Universität zu Berlin Chemie. Erste Schreibversuche während des Studiums mündeten 1976 nach vierjähriger Arbeit als Chemiker und ersten Hörspielen und Kurzgeschichten-Veröffentlichungen (Der verhexte Kater, 1975) im freiberuflichen Dasein.

Ulbrich begann mit Hörspielproduktionen (Havarie im Kosmos und Die Roboterfalle, 1976 bzw. 1977), Kurzgeschichten, Zeitschriftenbeiträgen (unter anderem Fang die Sonne auf, in Sinn und Form 3/78) und einem Theaterstück, das allerdings nicht zur Aufführung gelangte. Es entstanden zwei Kurzgeschichtensammlungen, Der unsichtbare Kreis (1977) und Störgröße M (1980), (M steht für Mensch), die mehrere Nachauflagen erlebten und Eingang in Suhrkamps Phantastische Bibliothek fanden. 1983 folgte der Band mit Gegenwartserzählungen Abends im Park und nachts und morgens. Danach wurde keiner von Ulbrichs Texten mehr gedruckt oder inszeniert. Lediglich Nachauflagen, insgesamt 370.000[1] verkaufte Exemplare, erschienen.

Im Westen wurde Ulbrich auch nach dem Mauerfall wenig wahrgenommen. Zwei neue Erzählungsbände erschienen 1993 und 1994 beim Leipziger Gustav Kiepenheuer Verlag. Sowohl in Elternmißhandlung oder die Vollendung des Turmbaus zu Babel als auch in Wenn morgen Weltende wäre mischte Ulbrich nochmals Science Fiction, Utopie und Phantastik mit seiner Sicht der modernen Welt – allerdings erreichten, infolge juristischer Auseinandersetzungen um den Verlag, beide Bücher ihr Publikum nicht mehr. Seine Nach-Wende-Produktion umfasst unter anderem Romane der Gegenwart und der Zeitgeschichte.

Nach einer elfjährigen Veröffentlichungspause erschien im Sommer 2005 mit dem Roman Flam oder Diesseits und Jenseits (beim Berliner trafo-Verlag) wieder ein Buch von Bernd Ulbrich, dem ab 2014 weitere Bücher folgten.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der unsichtbare Kreis (Erzählungsband). Verlag Das Neue Berlin, Berlin 1977, ISBN 3-360-00062-5.
  • Störgröße M (Erzählungsband). Verlag Das Neue Berlin, Berlin 1980, ISBN 3-360-00316-0.
  • In eigenem Auftrag (Erzählung, veröffentlicht in der Anthologie Lichtjahr 2). Verlag Das Neue Berlin, Berlin 1981.
  • Haus in der Heide (Erzählung). In: Sinn und Form, 1983
  • Abends im Park und nachts und morgens. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1983
  • „Elternmisshandlung“ oder „Die Vollendung des Turmbaus zu Babel“. Gustav Kiepenheuer Verlag, Leipzig 1992, ISBN 3-378-00527-0.
  • Wenn morgen Weltende wäre. Gustav Kiepenheuer Verlag, Leipzig 1994, ISBN 3-378-00555-6.
  • „Flam“ oder „Diesseits und Jenseits“. trafo Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-89626-477-X.
  • Zwei Wanderer in die Betrachtung des Mondes versunken. Stück in 1 Akt (Hrsg.: Gerd Bedszent), trafo Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86465-044-4.
  • Zwischenspiel mit dem Tod. Ein Roman über die Liebe. trafo Verlag, Berlin 2015.
  • Zwei tauschen ihren Schatten im Beisein eines Dritten. trafo Verlag, Berlin 2016.
  • Die Konferenz oder wie G. O. T. T. erfunden wurde. trafo Verlag, Berlin 2015.
  • Ein schöner Tag zum Leben nach dem Tod. trafo Verlag, Berlin 2017.
  • Adolf Adolf. Roman einer fiktiven Biografie. trafo Verlag, Berlin 2017.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthias Biskupek: Zu weißes Papier und pomadige Boxer. In: Eulenspiegel., 51./59. Jg., Nr. 10/05, ISSN 0423-5975, S. 90 f., hier S. 90.