Berta Bobath

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Berta Bobath (geborene Busse; * 5. Dezember 1907 in Berlin-Charlottenburg; † 20. Januar 1991 in London) war eine deutsche Physiotherapeutin. Sie entwickelte gemeinsam mit ihrem Mann Karel Bobath (1906–1991) das multidisziplinäre rehabilitative Bobath-Konzept zur Behandlung und Pflege von Patienten mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

Berta Ottilie Bobath verlebte in Berlin ihre Jugend. Sie schloss 1926 an der Anna-Hermann-Schule eine Ausbildung zur Gymnastiklehrerin ab und nahm dort anschließend eine Stelle als Pädagogin an. Die Machtübernahme Adolf Hitlers und die Verfolgung von Juden durch das nationalsozialistische Regime führten zur Emigration der Jüdin Berta Bobath nach England.

In England ließ sich Berta Bobath zur Physiotherapeutin ausbilden. Sie traf dort ihren Jugendfreund, den jüdischen Kinderarzt Karel Bobath wieder, der über Prag und Brünn nach England geflohen war. Sie heirateten im April 1941 und begannen mit der Zusammenarbeit auf dem Gebiet neurologischer Störungen. Berta Bobath erkannte, dass sich Spastiken durch bestimmte Bewegungen und Haltungen beeinflussen ließen und entwickelte gemeinsam mit ihrem Mann das Bobath-Konzept. 1950 erschien ihre erste gemeinsame Veröffentlichung: Spastic Paralysis-Treatment by Use of Reflex Inhibition. 1951 gründeten sie in London das Western Cerebral Palsy Centre (The Bobath-Centre), ein privates Zentrum zur Behandlung von Patienten mit zerebralen Bewegungsstörungen.

Berta Bobath wurden eine Reihe von Ehrungen zuteil, darunter die Ehrenmitgliedschaft des Südafrikanischen Verbandes für Ergotherapeuten (1966), das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland (1976), Member of the Order of the British Empire (MBE) (1978) und die Ehrendoktorwürde der Boston University (1981).

Berta und Karel Bobath wählten am 20. Januar 1991 in London gemeinsam den Freitod.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst-Peter Wolff: Bobath, Berta In: Horst-Peter Wolff (Hrsg.): Lexikon zur Pflegegeschichte. „Who was who in nursing history.“ Urban&Fischer, 2001, ISBN 3-437-26670-5, Band 2, S. 30–31
  • Catharine M. C. Haines: Bobath, Berta Ottilie In: International women in science: a biographical dictionary to 1950., ABC-CLIO, 2001, ISBN 1-576-07090-5, S. 38–39

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]