BMG Rights Management

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bertelsmann Music Group)
Wechseln zu: Navigation, Suche
BMG
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung Oktober 2008
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Hartwig Masuch, Maximilian Dressendörfer, Martin Dannhoff, Thomas Mackenbrock, Fred Casimir
Mitarbeiter 550
Branche Musikgeschäft
Website www.bmg.com
Stand: 2016 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2016

Die BMG Rights Management GmbH ist ein internationales deutsches Musikunternehmen mit Sitz in Berlin und eine Tochtergesellschaft des deutschen Medienkonzerns Bertelsmann. Sie entstand als neugegründeter Nachfolger der 1986 gegründeten Bertelsmann Music Group (BMG), nachdem Bertelsmann seine Hälfte der Anteile an der amerikanischen Sony BMG Music Entertainment 2008 verkauft hatte und die bisherige BMG inklusive ihrer eigenen Labels folglich vollständig in der neuen Sony Music aufgegangen war. Bei der Gründung im Oktober 2008 stieg der Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co. mit 51 % bei der neuen BMG ein, bevor Bertelsmann die Firma im März 2013 als hundertprozentige Tochter übernahm.[1] BMG unterhält Niederlassungen in New York, Nashville, Los Angeles, London, Madrid, Mailand, Paris, München, Stockholm, Dublin und Hilversum.

BMG übernimmt die Administration, Vermarktung und Verwertung von Musikrechten und hat sich seit der Neugründung Standorte in acht Musikmärkten aufgebaut. Das Unternehmen wuchs rasch, indem es mehrere „Independent“-Musikverlage, unter anderem Crosstown Songs, Cherry Lane Music Publishing, Stage Three Music, Evergreen Copyrights, Chrysalis[2], Bug Music[3] und R2M, akquirierte und vertritt die Rechte an mehr als 900.000 Songs und Aufnahmen.[4] Als viertgrößter Musikverlag weltweit und jüngster der großen generiert das Unternehmen laut Billboard einen jährlichen Umsatz von ca. 325 Mio. US-Dollar.[5]

Unternehmensentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Medienkonzern Bertelsmann war bereits seit Mitte der fünfziger Jahre mit dem Schallplattenring (gegründet 1956) und der 1958 gegründeten Plattenfirma Ariola im Musikgeschäft präsent. Durch Aufkauf von RCA Records entstand 1986 die klassische Bertelsmann Music Group (BMG), die 2004 mit Sony Music für einige Jahre das gemeinsame Joint Venture Sony BMG einging. Von 1987 bis 2007 existierte zudem die für das Musikverlagsgeschäft zuständige BMG Music Publishing.

2008 wurde Sony BMG allerdings durch den Verkauf aller Bertelsmann-Anteile wieder zu Sony Music umstrukturiert, und Bertelsmann begann unter der „Traditionsmarke“ BMG mit dem Aufbau eines neuen Musikrechtegeschäfts. Bertelsmann und der US-Finanzinvestor KKR (damals neben Permira auch der Hauptanteilseigner der ProSiebenSat.1 Media) gründeten ein Joint-Venture für Musikrechte-Management, bei dem KKR von Sommer 2009 bis Februar 2013 51 Prozent hielt. Im Zuge des Verkaufs der Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG Music Entertainment an Sony richtete das Medienunternehmen mit Sitz in Gütersloh seine Marke BMG neu aus. Diese ging als BMG Rights Management hervor.[6]

Als Dienstleister vermarktet BMG für Komponisten und Songwriter die Rechte an deren Werken. Dazu gehört unter anderem, Lizenzen für urheberrechtlich geschützte Melodien zu vergeben, die in Werbespots, als Klingelton oder im Internet genutzt werden sollen.[7] BMG bringt sein Know-how aus der Lizenzierung und Verwaltung von Musikrechten, eine Vielzahl an Musikkatalogen und Künstlern, die etablierte Marke BMG sowie sein erfahrenes Management in das Gemeinschaftsunternehmen ein.[8]

Hartwig Masuch ist der CEO von BMG. Zuvor war Masuch für BMG Music Publishing, den früheren Musikverlag von Bertelsmann, tätig, der 2007 an Vivendi (Universal) verkauft wurde. 2008 gab Bertelsmann auch sein Tonträgergeschäft auf und verkaufte seine Hälfte des Joint-Ventures Sony BMG an Sony. Ein ausgesuchter Katalog mit Musikrechten von 200 Künstlern wurde zurückbehalten und diente zur Neugründung von BMG Rights Management.[9]

„Bereits kurz nach Gründung zeigte sich, dass sich das Ziel, ein europäischer Dienstleister im Musikbereich zu werden, als realistisch erwies. Wir konnten sehr etablierte wichtige nationale Künstler wie Sasha, Nena, Peter Fox und 2raumwohnung für unser Geschäftsmodell gewinnen. Unsere Ambitionen haben sich geändert, weil sich der Markt geändert hat. Als die Idee für BMG geboren wurde, waren insbesondere Finanzinvestoren bereit, hohe Summen für Musikrechte an jeden zu bezahlen, der seinen Katalog verkaufen wollte […] Ich denke, die Strukturen der Industrie werden sich noch dramatisch verändern. Es kommt einiges zusammen: Die hohen Kosten, um mit einem Riesenapparat zwei oder mehr Milliarden Euro Umsatz mit Musik zu erzielen. Die sinkenden CD-Erlöse. Vor allem aber die Unfähigkeit, aus der Digitalisierung Effizienz- und Profitabilitätsvorteile zu ziehen […] Es geht um künstlerische Integrität und Authentizität. Das liefert nachhaltig die höhere Wertschöpfung. Und die, die Musik hören, honorieren es.“

Hartwig Masuch[9]

„Heute geht es darum, einem Künstler garantieren zu können: Wo auch immer deine Musik gespielt und genutzt wird – wir halten das nach, und du erhältst jeden einzelnen Cent, der dir zusteht.“

Hartwig Masuch[10]

Seit 2012 konzentriert sich BMG auf den Aufbau eines Master-Katalogs. Das Masterrechte-Modell unterscheidet sich vom regulären Plattendeal in der Ausbeute für den Künstler: der Act erhält 70 Prozent der Netto-Einnahmen im Gegensatz zu weniger als 20 Prozent beim Vertrag mit einem Label.[11] Die dänische Alternative-Pop-Band The Asteroids Galaxy Tour zählt zu den ersten Künstlern, die sich für eine Zusammenarbeit mit BMG Rights Management entschieden. Das Musikrechte-Unternehmen vertritt exklusiv die Verlags- und Masterrechte für die Alben Fruit und Out of Frequency.[12]

Anfang 2013 erwarb BMG die Musikkataloge der Labels Mute und Sanctuary sowie den Virgin-Verlagskatalog, die durch die Aufspaltung der EMI Group zum Verkauf standen.[13]

Autoren und Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.billboard.com
  2. BMG kauft Musikverlag Chrysalis. In: faz.net. 26. November 2010, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  3. Hans-Peter Siebenhaar: Bertelsmann und KKR übernehmen Musikverlag. In: handelsblatt.com. 13. September 2011, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  4. www.musikmarkt.de
  5. www.billboard.biz
  6. www.wuv.de
  7. Johannes Ritter, Hamburg: Bertelsmann engagiert sich im Musikgeschäft. In: faz.net. 8. Juli 2009, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  8. www.musikmarkt.de
  9. a b „Das Spiel hat sich geändert“. In: tagesspiegel.de. undatiert, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  10. www.nw-news.de
  11. www.musikmarkt.de
  12. www.musikmarkt.de
  13. Ileana Grabitz: So will Bertelsmann wieder zum Musikriesen werden. In: welt.de. 3. März 2013, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  14. BENET - Kontra K unterschreibt bei BMG. Abgerufen am 1. März 2017.
  15. www.musikmarkt.de