Betterplace.org

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die Online-Spenden-Plattform betterplace.org. Für das Elektromobilitäts-Unternehmen siehe Better Place.
betterplace.org
Betterplace.org Logo.svg
Rechtsform gemeinnützige Aktiengesellschaft gut.org
Gründung 2007
Sitz Berlin
Personen Timo Kladny, Björn Lampe, Carolin Silbernagl
Schwerpunkt Online Spendenplattform
Freiwillige ca. 80
Angestellte ca. 40
Website https://www.betterplace.org

betterplace.org ist eine Spendenplattform, die von der gut.org gemeinnützige Aktiengesellschaft, einem Berliner Unternehmen betrieben wird.

Gemeinnützige Hilfsprojekte können auf der Webseite Geldspenden sammeln und ehrenamtliche Helfer finden. Laut dem Unternehmen ist das Ziel, Menschen, die helfen wollen, direkt mit den Menschen und Organisationen zusammenzubringen, die Hilfe benötigen. Dazu werden Werkzeuge entwickelt, die zur Verfügung gestellt werden, so dass auch kleine gemeinnützige Projekte Online-Fundraising betreiben können.

Seit dem Start 2007 wurden gemäß Eigenaussagen über die Plattform über 48 Millionen Euro an über 22.000 soziale Projekte gespendet, davon 13,1 Millionen im Jahr 2016.[1] 217.000 Spender unterstützen so soziale Projekte aus 183 verschiedenen Ländern (Stand: 2016). So wurden beispielsweise nach dem Erdbeben in Haiti 2010 oder nach dem Taifun Haiyan auf den Philippinen jeweils 750.000 Euro gesammelt, die an die Projekte weitergeleitet wurden.[2][3]

Gründung und Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

betterplace.org wurde im November 2007 in Berlin gegründet, unter anderem von Joana Breidenbach. 2010 wurde die Gesellschaft in die gut.org gemeinnützige Aktiengesellschaft umgewandelt. Im Beirat sitzt neben anderen Peter Eigen.

Unter dem Dach der gut.org agieren ebenfalls das betterplace lab, das digitale Trends im sozialen Sektor erforscht, und die betterplace Solutions GmbH, die Firmen zu ihrer Corporate Social Responsibility berät.

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

betterplace.org spricht eine jüngere und internetaffine Zielgruppe an. Das durchschnittliche Spendenalter bei betterplace.org liegt bei 38 Jahren. Dabei fungiert die Plattform als Vermittler zwischen Unterstützern und Organisationen. Charakteristisch ist, dass man bei betterplace.org nicht in allgemeine Globalbudgets von Organisationen spendet, sondern für konkrete Bedarfe. Jede Organisation muss angeben, wofür sie wie viel Geld sammelt (beispielsweise 50 Euro für eine 50 Rettungsdecken[4] oder 30 Euro für den Mittagstisch von 20 bedürftigen Kindern [5]).

Zu großen Organisationen, die auf betterplace.org vertreten sind, gehören beispielsweise UNICEF, das Deutsche Rote Kreuz und das Deutsche Kinderhilfswerk.

Finanzierungsmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Betrieb der Plattform wird finanziert mit Dienstleistungen für Unternehmen, strategischen Partnern und privaten Einzelspendern. So hat Bernd Kundrun 2009 eine Million Euro an den Träger gespendet.[6] Außerdem entwickelt und vertreibt die Tochtergesellschaft betterplace Solutions digitale Produkte, mit denen sich Unternehmen sozial engagieren können. Diese Einnahmen werden an die Muttergesellschaft ausgeschüttet und für die Realisierung der gemeinnützigen Zwecke verwendet. Ein geringer Teil der Einnahmen erfolgt durch die freiwillige Mitspende, die jeder Spender an betterplace.org spenden kann. Nutzungsgebühren fallen nicht an. Um die anfallenden Transaktionskosten beim Spendenprozess (Bankgebühren etc.) zu decken, verbleiben 2,5 % der Spende bei betterplace.org.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), Burkhard Wilke, bemängelt, dass der subjektive Erfahrungsaustausch zur Überprüfung der Projekte nicht ausreiche.[7] Bezüglich des Web of Trust kritisiert er außerdem, dass die Summe der Spendermeinungen nicht schlauer sein könne als bestehende Prüfsiegel. Das DZI gibt ein eigenes Spendensiegel heraus. Wilke sieht den neuen Ansatz aber auch positiv, weil er jüngere Menschen zum Spenden animiere.[8] Die detaillierte Darstellung der Bedarfe, die einerseits zu mehr Vertrauen führe, bringe aber auch einen erhöhten Verwaltungsaufwand mit sich.[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • betterplace.org ist einer von sieben im April 2009 in der Kategorie „Gesellschaft“ ausgewählten Orten[10] der Aktion Deutschland – Land der Ideen [11]
  • Lead Awards 2011 Silber in der Kategorie Online „Webspecial des Jahres“[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresbericht der gut.org gAG 2016. Abgerufen am 2. August 2017 (PDF, 10MB, deutsch).
  2. Geschäftsbericht der gut.org gAG 2011 (PDF; 3,9 MB), abgerufen am 31. Juli 2013.
  3. Geschäftsberichtder gut.org gAG 2013 (PDF; 7,5 MB), abgerufen am 15. August 2014.
  4. "Sea Watch 3: Rettungseinsatz im Mittelmeer". Projekt auf betterplace.org, abgerufen am 2. August 2017.
  5. "Eine Mahlzeit für alle Kinder". Projekt auf betterplace.org, abgerufen am 2. August 2017.
  6. manager-magazin.de vom 21. April 2009 Millionenspende Kundrun findet "Betterplace", abgerufen am 28. August 2015
  7. Artikel im Tagesspiegel vom 2. April 2009
  8. Artikel im Stern vom 22. Dezember 2008
  9. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.rbb-online.deArtikel mit Film auf rbb-online vom 25. Januar 2010
  10. https://www.land-der-ideen.de/365-orte/preistraeger?sort_by=random&year%5B%5D=2009&event_month=4&event_timeframe=0&category%5B%5D=Gesellschaft&keys=
  11. betterplace.org auf der Webseite von Deutschland – Land der Ideen, abgerufen am 31. Juli 2013
  12. leadacademy.de: DIE LEADAWARDS 2011