Bewegungstherapie

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Bewegungstherapie ist ärztlich indizierte und verordnete Bewegung, die vom Fachtherapeuten geplant und dosiert, gemeinsam mit dem Arzt kontrolliert und mit dem Patienten alleine oder in der Gruppe durchgeführt wird. Daneben gibt es traditionelle Bewegungsverfahren, deren Wirkung teilweise nicht evidenzbasiert nachgewiesen wird, die teilweise auch im Rahmen der Sporttherapie angewandt werden.[1]

Formen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt verschiedene Konzepte von Bewegungstherapie, die sich von der Krankengymnastik, Heilgymnastik und präventiven Bewegungsempfehlungen bis zu psychotherapeutisch orientierten Formen erstrecken. H. Lucas schrieb allgemein dazu: „Die heilsame Wirkung der Bewegungstherapie sollte jedoch nicht nur dem bereits kranken Menschen von Nutzen sein. Jeder Gesunde sollte....unbedingt etwas vernünftigen Sport treiben“[2] Zu den psychotherapeutisch orientierten Konzepten gehören die Konzentrative Bewegungstherapie, die Integrative Bewegungstherapie und als eine Form der künstlerischen Therapien die Tanztherapie. Aus dem asiatischen Raum sind Formen wie Taijiquan an westliche Bedürfnisse angepasst und werden als Bewegungstherapie eingesetzt. Als alternativmedizinisches Verfahren gilt die 1921 erstmals öffentlich gemachte anthroposophische Heileurythmie, die jedoch keine spezifische Wirksamkeit aufweist.[3]

Bewegungstherapie und Krebs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steigende Bedeutung gewinnen Bewegungstherapien bei der Behandlung von Krebskranken. Wissenschaftler und die Deutsche Sporthochschule Köln (DSHS) empfehlen „körperliche Aktivität bei allen Krebsformen“. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass die jeweiligen Krebserkrankungen auch unterschiedlich medizinisch behandelt werden, mit jeweils unterschiedlichen Aus- und Nebenwirkungen.[4] 2013 gab es in der Bundesrepublik etwa 1.000 Krebssportgruppen. Die Nachfrage sei jedoch sehr viel größer.[5] Daher müssten deutlich mehr individuelle Angebote geschaffen werden. Es sei wissenschaftlich belegt, dass körperliche Aktivität, korrekt durchgeführt, machbar und sicher ist, „während der medizinischen Therapie, in der Rehabilitation und in der Nachsorge“.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • K. Schüle, H. Deimel: Gesundheitssport und Sporttherapie – eine begriffliche Klärung. In: Gesundheitssport und Sporttherapie. 1 (6), 1990, S. 3. [Definition vom Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS)]
  • Arnd Krüger: Geschichte der Bewegungstherapie. In: Präventivmedizin. Springer Loseblatt Sammlung, Heidelberg 1999, 07.06, S. 1–22.
  • K. Pfeifer, G. Sudeck, S. Brüggemann, G. Huber: DGRW-Update: Bewegungstherapie in der medizinischen Rehabilitation. In: Wirkungen, Qualität, Perspektiven Rehabilitation. 49(4), 2010, S. 224–236.
  • Valentin Z. Markser, Karl-Jürgen Bär (Hrsg.): Sport- und Bewegungstherapie bei seelischen Erkrankungen. Forschungsstand und Praxisempfehlungen. Schattauer, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-7945-2993-3.
  • Markwart Michler: Aus der Geschichte der Bewegungstherapie. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. 24, 2005, S. 195–221.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arnd Krüger: Geschichte der Bewegungstherapie, in: Präventivmedizin. Springer, Heidelberg Loseblatt Sammlung 1999, 07.06, S. 1–22.
  2. H. Lucas: Der Neue Hausarzt. neu bearbeitete Auflage. Südwest-Verlag, 1985, ISBN 3-8122-0148-8, S. 161.
  3. Arndt Büssing, Thomas Ostermann, Magdalena Majorek and Peter F Matthiessen: Eurythmy Therapy in clinical studies: a systematic literature review, BMC Complementary and Alternative Medicine 2008, 8:8 doi:10.1186/1472-6882-8-8, online: http://www.biomedcentral.com/1472-6882/8/8. Der Artikel listet auch alle relevanten Studien bis 2008 auf. In etablierten wissenschaftlichen Studien wird Eurythmie nicht behandelt.
  4. Freerk Baumann, Sportwissenschaftler und Dozent an der Deutschen Sporthochschule, Oktober 2013.
  5. Deutsche Krebshilfe Bonn, 5. November 2013.
  6. Magazin der Deutschen Krebshilfe. Ausgabe 4/2013.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!