Biokiste

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Biokiste,[1] Ökokiste, auch grüne Kiste[2] oder Gemüsekorb-Abo ist ein System des Direktvertriebs von regionalen und saisonalen Lebensmitteln aus der ökologischen Landwirtschaft, insbesondere Gemüse und Obst, aber auch Fleisch, Milchprodukte, Back- und Teigwaren, bei dem die Waren zu einem bestimmten Termin vor die Haustür geliefert werden.[3] Biokisten-Systeme, mit denen Verbraucher sich im Voraus zur Abnahme eines bestimmten Anteils der Jahresernte verpflichten, gelten als populärste Ausprägung der solidarischen Landwirtschaft und sollen die lokalen Beziehungen zwischen Verbrauchern und Erzeugern stärken.[4]

Verbreitung und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markenrechtlich geschütztes Logo des Ökokiste e.V.

In Deutschland werden Biokisten seit Anfang der 1990er Jahre durch verschiedene regionale Anbieter angeboten. Mittlerweile gibt es rund 190 Anbieter in Deutschland,[5] die Privathaushalte, Kindergärten, Schulen, Unternehmen und Restaurants mit ökologisch angebauten Lebensmitteln beliefern. Ein Großteil der Produkte stammt außerdem aus der Region des jeweiligen Betriebes. Ein Verband zur Vermarktung von Biokisten unter dem Namen Ökokiste wurde 1996 in Bayern gegründet. Von dort breitete sich der Verband erst in Süddeutschland und schließlich in ganz Deutschland aus.[6] Die Bezeichnung „Ökokiste“ ist markenrechtlich geschützt. Inhaber der Wortmarke Ökokiste ist der Verband Ökokiste e.V.[7] Er besteht aus einem Zusammenschluss von über 40 Landwirten und Direktvermarktern. 2014 wurden pro Woche etwa 50.000 Haushalte beliefert. Der Gesamtumsatz aller Mitgliedsbetriebe betrug 2014 über 50 Millionen Euro. Die Anbieter verpflichten sich nach vom Verein festgelegten Richtlinien zu arbeiten.[8] Die Landkorb GmbH & Co. KG aus Rohrlack vermarktet seit 1997 Landkörbe.[9] 2020 zählte das Unternehmen etwa 2100 Kunden. Der Umsatz liegt bei rund fünf Millionen Euro.[10]

Auch in Großbritannien wächst der Markt für Organic Box- oder Vege-Box Schemes, von denen es etwa 600 gibt.[11] Kritisch wird angemerkt, dass der Versandhandel mit ökologischen Lebensmitteln inzwischen zum Teil vom Großhandel übernommen wurde und sich nicht mehr auf lokale und saisonale Ware beschränkt.[12][13]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biokisten werden meist in verschiedenen Typen angeboten, z. B. mit besonders vielen regionalen oder vegetarischen Produkten. Kunden der Biokiste können die regelmäßige Abnahme einer bestimmten Menge von Lebensmitteln in einem Abonnement garantieren oder sich jeweils die Kiste individuell zusammenstellen lassen. Organisiert wird die Biokiste entweder von einzelnen Biohöfen zur Direktvermarktung oder auch über die Verbände. Die Bestellung erfolgt telefonisch, per Fax und oft auch über das Internet.[1] Die Biokiste gilt als besonders geeignet für Kunden, die gerne saisonale Ware einkaufen.[14]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Susanne Kummer, Rebecka Milestad: The Diversity of Organic Box Schemes in Europe – An Exploratory Study in Four Countries. In: Sustainability. Band 12, Nr. 7, April 2020, S. 2734, doi:10.3390/su12072734.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Karl von Koerber, Hubert Hohler: Nachhaltig genießen: Rezeptbuch für unsere Zukunft. Georg Thieme Verlag, 2012, ISBN 978-3-8304-6054-1, S. 131.
  2. Dagmar von Cramm: So schmeckt es Kindern, Das große GU Kochbuch. Gräfe Und Unzer, 2009, ISBN 978-3-8338-1474-7, S. 57.
  3. Maryna Zimdars: Das Ökokisten-Kochbuch: Das Original. Heyne Taschenbuch, 2012, ISBN 978-3-453-85581-6, S, S. 8.
  4. Helena Norberg-Hodge, Todd Merrifield, Steven Gorelick: Bringing the Food Economy Home: Local Alternatives to Global Agribusiness. Zed Books, 2002, ISBN 1-84277-233-3, S. 23.
  5. Verzeichnis von Biokisten Anbietern in Deutschland, Stand Januar 2020 (online auf: biokisten.org)
  6. Pressemitteilung zum 15-jährigen Bestehen vom Oktober 2011, aufgerufen am 18. November 2012 (online auf: oekokiste.de)@1@2Vorlage:Toter Link/www.oekokiste.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. tmdb.de
  8. Zertifizierungsrichtlinien des Vereins (Memento des Originals vom 16. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.oekokiste.de (abgerufen am 10. Dezember 2013)
  9. https://www.landkorb.de/
  10. https://www.rbb24.de/wirtschaft/thema/2020/gruene-woche/beitraege/kirsten-sattler-regionale-lebensmittel-lieferdienst-rohrlack.html
  11. Andrew Jackson Waskey: Vege-Box Schemes. In: Juliana Mansvelt (Hrsg.): Green Consumerism: An A-to-Z Guide. SAGE, 2011, ISBN 978-1-4129-9685-3, S. 447 f.
  12. Moya Kneafsey, Rosie Cox, Lewis Holloway, Elizabeth Dowler, Laura Venn, Helena Tuomainen: Reconnecting Consumers, Producers and Food: Exploring Alternatives. Berg, 2008, ISBN 978-1-84788-618-7, S. 2 f.
  13. Organic box schemes are growing – but are they still the ethical option? In: The Guardian. 5. April 2013.
  14. Martina Kittler, Christa Schmedes: Jahreszeiten-Küche für die Familie: 250 Rezeptideen, die leicht gelingen und allen schmecken. Gräfe Und Unzer, 2009, ISBN 978-3-8338-1732-8, S. 16.