Black Is Black

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Black Is Black von der spanischen Rockgruppe Los Bravos war der Sommerhit des Jahres 1966, der zum Millionenseller avancierte und zu den Evergreens der Popmusik gehört. Er gilt als einer der ersten Vertreter des Europop.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Los Bravos – Black Is Black

Der ehemalige Electrola-Produzent Nils Nobach brachte Michael Kogel (alias Michael Kennedy) im Jahr 1966 mit der spanischen Band „Los Sonor“ zusammen, die damals einen Sänger suchte. Kogel hatte in Deutschland bereits einige erfolglose, von Nobach produzierte Singles mit Beatgruppen besungen, die er anführte. Mit dem französischen Musikproduzenten Alain Milhaud reisten die in „Los Bravos“ umbenannten „Wilden“ (so die deutsche Übersetzung) auf der Suche nach geeignetem Songmaterial und einem Plattenlabel im April 1966 nach London. Man fand die überhaupt erste Komposition des Teams Tony Hayes / Steve Wadey / Michelle Grainger unter dem Titel Black Is Black. Die Mitkomponisten Hayes und Wadey besaßen ein Tonstudio im Dorf Hoo bei Rochester (Kent), wo eine Demoaufnahme des Titels entstand. Es handelte sich um ihren ersten Song, den andere britische Bands zuvor abgelehnt hatten.

Der Song wurde noch im April 1966 von Ivor Raymonde in London zusammen mit Alain Milhaud produziert. Aus Gewerkschaftsgründen durfte nur Kogel singen, es spielten britische Sessionmusiker, angeblich auch Jimmy Page, was der Sessionkatalog über seine Arbeit jedoch nicht bestätigt[1]. Da Kogels Stimme sehr der von Gene Pitney ähnelte, kamen später Gerüchte auf, dass Pitney an Stelle von Kogel gesungen hätte. Charakteristisch ist der den Song antreibende Bass, der dem Titel den Sound eines Blue-Eyed Soul verleiht.

Veröffentlichung, Erfolg und Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Single Black Is Black / I Want a Name wurde am 17. Juni 1966 in Großbritannien (Decca F#22419) veröffentlicht und über eine Million Mal verkauft[2], auch dank des intensiven Airplays durch den Piratensender Radio Caroline. Sie erstürmte die internationalen Hitparaden. Rang eins belegte sie für 6 Wochen in Spanien im Oktober 1966, in Großbritannien Platz zwei im Juli 1966 (für 13 Wochen), Niederlande Rang drei im August 1966, Australien (Goset) Rang drei im Oktober 1966, USA (Billboard) Rang vier im August 1966, Deutschland Rang vier im September 1966 oder Kanada Rang sechs im August 1966.

Das französische Schlageridol Johnny Hallyday beeilte sich mit seiner Coverversion unter dem wörtlich übersetzten Titel Noir c’est noir, der am 19. Oktober 1966 mit Text von Georges Aber veröffentlicht wurde, nachdem Hallyday am 10. September 1966 einen Selbstmordversuch überlebt hatte. Spätere Fassungen stammen aus 1977 jeweils von La Belle Epoque und Baccara. La Belle Epoque belegte hiermit im Oktober 1978 Rang eins in Australien. Im Mai 1995 brachte Rick Springfield eine weitere Fassung heraus. Der Titel erhielt einen BMI-Award.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sessionkatalog von Jimmy Page In: en.citizendium.org. (englisch).
  2. Joseph Murrells, Million Selling Records, 1985, S. 225.