Blauer Lattich

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Blauer Lattich
Blauer Lattiuch (Lactuca perennis), Illustration

Blauer Lattiuch (Lactuca perennis), Illustration

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Lattiche (Lactuca)
Art: Blauer Lattich
Wissenschaftlicher Name
Lactuca perennis
L.

Der Blaue Lattich (Lactuca perennis) oder Dauer-Lattich ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blütenkopf

Der Blaue Lattich ist ein sommergrüner, ausdauernder Hemikryptophyt und eine Halbrosettenpflanze. Er wird 30 bis 50 Zentimeter hoch. Die Art bildet eine Pleiokormwurzel aus. Die Blätter sind halbstängelumfassend und weisen einen geöhrten Blattgrund auf. An allen Blättern befinden sich zahlreiche linealische bis lanzettliche Zipfel, welche oft gelappt oder gezähnt sind. Die Blütenköpfe sind in einer sparrig ausgebreitet Schirmrispe angeordnet. Die Hüllblätter sind nicht purpurn punktiert. Der Fruchtschnabel ist genauso lang wie der Rest der Frucht.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, die Samen werden durch den Wind verbreitet.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art wächst auf trockenen Felsfluren, insbesondere auf Felsbändern, sowie auf flachgründigen Trockenrasen, Weinbergsbrachen und trockenen Ruderalstellen wie Wegrändern, Mauern und Hafenanlagen. Er kommt vor in Gesellschaften der Klassen Sedo-Scleranthetea oder Festuco-Brometea, aber auch in denen der Verbände Geranion sanguinei, Dauco-Melilotion oder Convolvulo-Agropyrion.[1] Der Blaue Lattich ist basenhold, d. h., er bevorzugt basische Böden, besonders wenn sie felsig-steinig oder sandig sind.[1]

Sein Verbreitungsgebiet umfasst Süd-, Mittel- und Osteuropa.[2] In Deutschland kommt der Blaue Lattich zerstreut in Mittel- und Nord-Bayern (Donau, Jura und Mainfranken), Süd- und Nordost-Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie Thüringen, selten in Süd- und Nordost-Hessen und Mittel-Sachsen (Elbe) sowie Sachsen-Anhalt vor. Die Art ist im Rückgang begriffen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Spektrum Akademischer Verlag, München 2005, ISBN 3-8274-1496-2, S. 736.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 988.
  2. Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Lactuca perennis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Blauer Lattich – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien