Zum Inhalt springen

Blaues Gänseblümchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Blaues Gänseblümchen

Blaues Gänseblümchen (Brachyscome iberidifolia)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Gattung: Brachyscome
Art: Blaues Gänseblümchen
Wissenschaftlicher Name
Brachyscome iberidifolia
Benth.

Das Blaue Gänseblümchen (Brachyscome iberidifolia), auch Australisches Gänseblümchen genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Brachyscome innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Das Blaue Gänseblümchen stammt aus Australien und wurde Ende der 1980er Jahre zu einer neuen Zierpflanze weiterentwickelt. Auch die mehrjährige Art Brachyscome multifida DC. wird Blaues Gänseblümchen genannt.

Der deutsche Trivialname „Blaues Gänseblümchen“ resultiert aus der großen Ähnlichkeit mit dem Gänseblümchen (Bellis perennis).

Blütenkörbe
Illustration aus Favourite flowers of garden and greenhouse

Vegetative Merkmale

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Blaue Gänseblümchen ist am natürlichen Standort und bei ihrer Verwendung als Zierpflanze eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 45 Zentimetern erreicht. Das Blaue Gänseblümchen bleibt relativ kompakt und weist einen buschigen Habitus auf.

Die Laubblätter sind fein gefiedert.

Generative Merkmale

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten liegen hier, wie für die Unterfamilie der Asteroideae typisch, als randständige Zungenblüten und innenliegende Röhrenblüten vor. Die Gesamtheit beider Blütentypen bildet Blütenstände mit einem Durchmesser bis zu 2,5 Zentimetern. Das so genannte Blütenkörbchen wird aufgrund der großen Ähnlichkeit des Blütenstands mit einer Einzelblüte auch als Pseudanthium bezeichnet. Die Blütenstände verströmen einen aromatischen Duft.

Die Blüten sind fünfzählig. Der Kelch ist komplett reduziert und es gibt bei den Einzelblüten weder einen Pappus noch ein Spreublatt. Bei den blau-violettfarbenen Zungenblüten laufen die verwachsenen Kronblätter in fünf Kronblattzipfel aus. Die Röhrenblüten sind gelb und ebenfalls fünfzipflig. Die Staubbeutel der fünf Staubblätter sind zu der für die Korbblütengewächse typischen Staubbeutelröhre verwachsen. Innerhalb der Staubbeutelröhre befindet sich der Griffel mit der zweiteiligen Narbe. Zwei Fruchtblättern sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen.

Die Frucht ist eine Achäne.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[1]

Die Wildform des Blauen Gänseblümchens stammt aus Australien. Dort ist sie vor allem in den Bundesstaaten Northern Territory, South Australia und Western Australia zu finden. Sie wächst auf sandigen und sauren Böden.

Die Erstbeschreibung von Brachyscome iberidifolia erfolgte 1837 durch George Bentham in Enumeratio plantarum quas in Novae Hollandiae ora austro-occidentali ad fluvium Cygnorum et in sinu Regis Georgii collegit Carolus Liber Baro de Hügel, Band 59.[2]

Der botanische Gattungsname Brachyscome wird auch in der nicht korrekten Form Brachycome (nach der Erstbeschreibung durch Cassini) verwendet. Ein Antrag auf offizielle Festlegung des Gattungsnamens auf diese Schreibform wurde aber 1993 abgelehnt und Brachyscome als gültiger Gattungsname beibehalten.[3]

Verwendung als Zierpflanze

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samen der Wildform von Brachyscome iberidifolia wurde in den 1980er Jahren gezielt in Australien gesammelt. An der Forschungsanstalt Geisenheim, deren Aufgabe zu diesem Zeitpunkt unter anderem das Testen verschiedener australischer Wildpflanzen als potentielle Zierpflanzen war, wurde deren Eignung als blühende Beet-, Balkon- und Ampelpflanze getestet. Nach erfolgreichen Ansätzen wurde die mittlerweile als „Blaues Gänseblümchen“ bezeichnete Pflanzenart kommerziell weitergezüchtet. Es sind zahlreiche geschützte Sorten entstanden, die in Wuchs und vor allem Blütenfarbe (weißlich, verschiedenste Blau- und Violetttöne bis hin zu Rosa) variieren.

Das Blaue Gänseblümchen gilt als unkomplizierte Zierpflanze, die durchgehend von Mai/Juni bis zu den ersten Frösten blüht.

Sorten (Auswahl): ‘Fragrant Fancy’

Quellen und weiterführende Informationen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • R. K. Brummitt: Report of the Committee for Spermatophyta 38. In: Taxon, Volume 42, 1993, S. 693.
  • T. Denda et al.: Molecular phylogeny of Brachycome (Asteraceae). In: Pl. Syst. Evol., Volume 217, 1999, S. 299–311.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Brachyscome iberidifolia bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  2. Brachyscome iberidifolia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 17. Oktober 2025.
  3. R. K. Brummitt: Report of the Committee for Spermatophyta 38. In: Taxon, Volume 42, 1993, S. 693. („proposal to conserve Brachycome denied“).
Commons: Blaues Gänseblümchen (Brachyscome iberidifolia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien