Blei(II)-nitrat

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Strukturformel
Bleiion 2 Nitration
Kristallsystem

kubisch

Raumgruppe

Pa3 (Nr. 205)Vorlage:Raumgruppe/205 (früher Raumgruppe Pa3)[1]

Allgemeines
Name Blei(II)-nitrat
Andere Namen

Bleinitrat

Summenformel Pb(NO3)2
CAS-Nummer 10099-74-8
PubChem 16683880
Kurzbeschreibung

farb- und geruchloser Feststoff[2]

Eigenschaften
Molare Masse 331,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,53 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

470 °C (Zersetzung)[2]

Löslichkeit

gut in Wasser (522 g·l−1 bei 20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP)[4], ggf. erweitert[3]
08 – Gesundheitsgefährdend 03 – Brandfördernd 05 – Ätzend
07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​360Df​‐​302+332​‐​318​‐​373​‐​410
P: 201​‐​273​‐​280​‐​305+351+338​‐​308+313 [3]
Zulassungs­verfahren nach REACH

besonders besorgnis­erregend[5]: fortpflanzungs­gefährdend (CMR)

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Blei(II)-nitrat, ein weißer, kristalliner Feststoff, ist das Blei(II)-salz der Salpetersäure. Blei(II)-nitrat ist ein starkes Oxidationsmittel. Es ist im Gegensatz zu anderen Bleisalzen gut in Wasser löslich. Aus diesem Grund ist es giftig.

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blei(II)-nitrat entsteht bei der Reaktion von heißer, verdünnter Salpetersäure mit (1) Blei[6] oder (2) Blei(II)-oxid:

Aus den Lösungen kristallisiert es in großen, wasserklaren Kristallen aus.

Die Umsetzung von Blei(II)-carbonat mit Salpetersäure liefert ebenso Blei(II)-nitrat unter Bildung von Kohlenstoffdioxid:

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blei(II)-nitrat

Im Gegensatz zu vielen anderen Blei(II)-salzen wie Blei(II)-chlorid oder Blei(II)-sulfat ist Blei(II)-nitrat gut in Wasser löslich.

Erhitzt man Blei(II)-nitrat bis zu seiner Zersetzungstemperatur von 470 °C, so wandelt es sich unter Bildung von Stickstoffdioxid und Sauerstoff in Blei(II)-oxid um:

Daher ist diese chemische Reaktion im Labor zur Bildung geringer Mengen des Gases Stickstoffdioxid geeignet. Wegen der Sauerstoff-Freisetzung wird Blei(II)-nitrat bei der Synthese von Farbstoffen als Oxidationsmittel eingesetzt.

Toxizität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bleinitrat ist giftig, fruchtschädigend und kann möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Es kann, wenn auch nur in vernachlässigbarer Menge, durch die Haut aufgenommen werden. Außerdem geht von ihm eine Gefahr für die Umwelt aus, da es giftig für Wasserorganismen ist.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwendung findet Blei(II)-nitrat weiterhin bei der Herstellung von Textilbeizen, Streichhölzern, Spezialexplosivstoffen, Ätzlösungen und zur Perlmuttfärbung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. W. C. Hamilton: A Neutron Crystallographic Study of Lead Nitrate, in: Acta Cryst., 1957, 10, S. 103–107. doi:10.1107/S0365110X57000304.
  2. a b c d Datenblatt Blei(II)-nitrat (PDF) bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  3. a b Eintrag zu Blei(II)-nitrat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  4. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag lead compounds with the exception of those specified elsewhere in this Annex im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  5. Eintrag zu CAS-Nr. 10099-74-8 in der SVHC-Liste der Europäischen Chemikalienagentur, abgerufen am 16. Juli 2014.
  6. Laboratory manual of chemistry, for secondary schools, 1905, S. 108.