Body Integrity Identity Disorder

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Begründung: Obschon der Text ein sehr ernstes Thema behandelt, ist keine der Aussagen durch Quellen belegt. Insbesondere der Passus zu den Selbstverstümmelungen widerspricht auch den Aussagen in der englischen Wikipedia. Es wird der Eindruck erzeugt, es komme tatsächlich sogar oft zu solchen Selbstverstümmelungen. Widersprüchlich ist auch, dass der Leidensdruck der Betroffenen so hoch sein soll, dass es zu solchen Handlungen kommt, aber dennoch gemäß Artikel keine Behandlungsfälle in der psychotherapeutischen Praxis der vergangenen Jahrzehnte bekannt geworden sein sollen. Überhaupt fehlen sämtliche Angaben dazu, wie oft diese Störung tatsächlich vorkommt.

Redaktion Medizin
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Unter Body Integrity Identity Disorder (deutsch: Körperintegritätsidentitätsstörung), Kurzform BIID, versteht man das Bedürfnis eines Menschen, seinen Körper oder einen Sinn zu verändern, in einer Form, die von außen als Behinderung betrachtet wird.

Ein verwandtes Phänomen ist die Xenomelie, „das bedrückende Gefühl, dass ein oder mehrere Glieder des eigenen Körpers nicht dem eigenen Selbst angehören.“[1]

Symptomatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erlebt wird das oft überwältigende Bedürfnis, ein oder mehrere Gliedmaßen zu amputieren oder das Rückenmark zu durchtrennen oder eine andere Funktion (Hörfähigkeit, Sehfähigkeit) aufzuheben und damit den realen Körper in Einklang mit der als „richtig“ empfundenen Querschnittlähmung, Gehörlosigkeit, Erblindung usw. zu bringen. Manche Betroffenen binden z. B. ihren Arm auf dem Rücken fest, weil sie ihn als störend empfinden.

Menschen mit BIID ist es allerdings nur schwer möglich, ihre Bedürfnisse durch einen von Ärzten durchgeführten operativen Eingriff zu realisieren. Dies führt bei Betroffenen zur oft lebensgefährlichen Selbsthilfe, beispielsweise durch Unterkühlungen mit Nekrosefolgen, Schusswaffen und ähnlichen Instrumentarien oder durch inszenierte Unfälle.

Personen, die mit BIID leben, bezeichnen sich zum Teil selbst als Wannabe (von engl. want to be: etwas sein wollen, „Möchtegern“). Viele Betroffene versuchen sich Erleichterung zu verschaffen, indem sie Prothesen, Orthesen, Rollstühle oder Blindenstöcke verwenden, womit ein entferntes Erleben der körperlichen Beeinträchtigung erzeugt wird. Dieses Vorspielen eines nicht vorhandenen Zustandes wird auch Pretending genannt.

Da bei den betroffenen Personen das Bedürfnis besteht, ihren realen Körper dem gestörten Körperschema anzupassen, etablierte Michael First den Begriff Body Integrity Identity Disorder. Die Störung hat bislang keinen Einzug in das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders gefunden. Sie ging jedoch an die DSM Task Force, die vorgeschlagen hat, sie in einen neuen Bereich aufzunehmen, der unerforschte oder nur sehr seltene Krankheiten umfasst. Die Aufnahme in die nächste Version Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme wurde abgelehnt. Gründe waren die zu geringe Anzahl Betroffener, die Tatsache, dass BIID auch im DSM als Krankheit nicht aufgeführt werden wird, und die umstrittene Frage, ob der Wunsch nach einer freiwilligen Amputation als Krankheit begriffen werden kann.

Ursachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursachen von BIID sind derzeit unbekannt. Diskutiert werden sowohl neuroanatomische Veränderungen funktioneller Hirnregionen als auch entwicklungspsychologische Ansätze, nach denen sich schon im Kindesalter eine Störung des Körperschemas etabliert. Für beide Deutungen spricht die Tatsache, dass sich bei einem Großteil der Menschen mit BIID anamnestisch eine Manifestation der Erkrankung im frühen Jugendalter nachweisen lässt.

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ob die Körperintegritätsidentitätsstörung als Krankheit betrachtet werden kann, ist derzeit noch umstritten.

Eine ursächliche Behandlung ist derzeit nicht bekannt. Es kann versucht werden, mit psychiatrischer und verhaltenstherapeutischer Unterstützung eine Stabilisierung des Zustandes zu erreichen. Jedoch sind aus der psychotherapeutischen Praxis in den letzten 30 Jahren keine Behandlungsfälle bekannt geworden. Die Gabe von selektiven Serotoninwiederaufnahmeinhibitoren kann als begleitende, antidepressive Therapie durchgeführt werden.

Der schottische Arzt Robert Smith hat im Jahr 2000 zwei Beinamputationen bei Patienten mit BIID vorgenommen. Nach Indiskretionen und einem Bericht des Fernsehsenders BBC verbot die britische Ärztekammer nach Aufforderung durch das Schottische Nationalparlament weitere Amputationen. Als Grund wurde angegeben, dass die Öffentlichkeit solche Eingriffe missbilligen würde; darüber hinaus wurde ein Ansturm ausländischer BIID-Betroffener befürchtet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nikki Sullivan, Samantha Murray: Somatechnics: queering the technologisation of bodies. UK 2009.
  • A. Stirn, A. Thiel, S. Oddo: Body Integrity Identity Disorder: Psychological, Neurobiological, Ethical and Legal Aspects. 1. Auflage. Pabst Science Publishers, 2009, ISBN 978-3-89967-592-4 (englisch)
  • A. Stirn, A. Thiel, S. Oddo: Body Integrity Identity Disorder (BIID) Störungsbild, Diagnostik, Therapieansätze. 1. Auflage. Beltz Psychologie Verlags Union, 2010, ISBN 978-3-621-27761-7.
  • Gregg M. Furth, Robert Smith: Apotemnophilia: information, questions, answers, and recommendations about self-demand amputation. 1stBooks, Bloomington (Indiana/USA) 2002, ISBN 1-58820-390-5. (englisch)
  • D. Groß, S. Müller, J. Steinmetzer (Hrsg.): Normal – anders – krank? Akzeptanz, Stigmatisierung und Pathologisierung im Kontext der Medizin. Humandiskurs – Medizinische Herausforderungen in Geschichte und Gegenwart. 1. Auflage. MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin 2007, ISBN 978-3-939069-28-7. (u. a. Fachbeitrag mit dem Thema: Body Integrity Identity Disorder (BIID). Amputationswunsch: autonome Entscheidung oder neuropsychologische Störung?)
  • Andreas Manok: Body Integrity Identity Disorder – Die Zulässigkeit von Amputationen gesunder Gliedmaßen aus rechtlicher Sicht. Leipziger Juristische Studien Band 8 – Medizinrechtliche Abteilung, EN9783865836625

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. L. M. Hilti, J. Hänggi, D. A. Vitacco, B. Kraemer, A. Palla, R. Luechinger, L. Jäncke, P. Brugger: The desire for healthy limb amputation: Structural brain correlates and clinical features of xenomelia. In: Brain. doi:10.1093/brain/aws316.
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