Bonifacius Wolfhart

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bonifatius Wolfart, auch Lycostenes (* um 1490 in Buchen; † Mai 1543 in Weil der Stadt) war ein Theologe und Reformator.

Leben[Bearbeiten]

Wolfart studierte 1517–1520 in Basel und Straßburg. Im Jahre 1523 kam er nach Augsburg und wurde Pfarrer an St. Moritz, 1527 war er Lehrer für Hebräisch in Straßburg, 1531 war er dann wieder in Augsburg und bis 1534 Pfarrer der St.-Annen-Kirche, danach wieder an St. Moritz. Im Augsburger Abendmahlsstreit trat er als Angehöriger der zwinglischen Partei stark hervor. Unter anderem behauptete er, Martin Luther habe ihnen vorgeworfen, sie lehrten über das Abendmahl nicht anders als die Böhmen. Martin Bucer war daher mit seiner Entsendung nach Wittenberg 1536 nicht einverstanden. Vor allem protestierte Wolfart gegen das „substantialiter“ und „corporaliter“. In Augsburg behielt er aber seine starke Position. Er unterschrieb trotz seiner Einschränkungen die Wittenberger Konkordie und ebenso die Schmalkaldischen Artikel. Das Kirchenlied „In Gottes Gnad hebt all Ding an“ geht auf Wolfart zurück.

Literatur[Bearbeiten]

  • K. Wolfart: Zur Biographie des Bonifatius Wolfart (BBKG 1901, 167ff.).
  • K. Wolfart: Die Augsburger Reformation in den Jahren 1533/34. Lpz. 1901.
  • F. Roth: Reformationsgeschichte von Augsburg. 2, Leipzig 1904, 94f.
  • F. Roth: Zur Kirchengüterfrage in der Zeit v. 1538—40 (ARG 1, 1904, 299).
  • J. Ficker und O. Winkelmann: Handschriftenproben des 16. Jahrhunderts 2. Band Straßburg 1905.
  • W. Köhler. Zwingli und Luther. 2, Gütersloh 1953,
  • Heinz-Peter Mielke: Wolfhart, Bonifatius. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 29, Bautz, Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6, Sp. 1575.