Friedberg (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Friedberg (Hessen)
Friedberg (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Friedberg (Hessen) hervorgehoben
50.3352777777788.755140Koordinaten: 50° 20′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 140 m ü. NHN
Fläche: 50,17 km²
Einwohner: 27.537 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 549 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61169
Vorwahl: 06031
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 008
Stadtgliederung: 6 (7) Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Mainzer-Tor-Anlage 6
61169 Friedberg (Hessen)
Webpräsenz: www.friedberg-hessen.de
Bürgermeister: Michael Keller (SPD)
Lage der Stadt Friedberg (Hessen) im Wetteraukreis
Butzbach Münzenberg Rockenberg Ober-Mörlen Bad Nauheim Friedberg (Hessen) Rosbach v.d. Höhe Wöllstadt Karben Bad Vilbel Wölfersheim Reichelsheim (Wetterau) Niddatal Florstadt Echzell Reichelsheim (Wetterau) Nidda Hirzenhain Gedern Ranstadt Glauburg Altenstadt (Hessen) Limeshain Ortenberg (Hessen) Kefenrod Büdingen Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen Vogelsbergkreis Hochtaunuskreis Frankfurt am Main Main-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild
Luftaufnahme 2007

Friedberg (Hessen) ist eine Stadt am nördlichen Rand des Rhein-Main-Gebiets und der Verwaltungssitz des Wetteraukreises. Die ehemalige Freie Reichsstadt und Messestadt gehörte im Mittelalter zu den wichtigsten Städten im heutigen Hessen. Die reiche Vergangenheit lässt sich bis heute im gut erhaltenen Stadtbild ablesen. Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten gehören die ehemalige Reichsburg, die gotische Stadtkirche und die mittelalterliche Mikwe (Judenbad).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Friedberg liegt etwa 30 km nördlich von Frankfurt am Main in der Wetterau. Die Stadt befindet sich etwas oberhalb der Einmündung der Usa in die Wetter. Die Stadtkirche im Zentrum der Stadt liegt auf einer Höhe von 159 Metern über dem Meeresspiegel. Teile der Friedberger Gemarkung erstrecken sich bis in den Taunus auf den Steinkopf mit seiner Höhe von 518 Metern.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Friedberg grenzt im Norden an die Gemeinde Ober-Mörlen, die Stadt Bad Nauheim und die Gemeinde Wölfersheim, im Osten an die Stadt Reichelsheim, die Stadt Florstadt und die Stadt Niddatal, im Süden an die Gemeinde Wöllstadt und die Stadt Rosbach vor der Höhe, sowie im Westen an die Gemeinde Wehrheim (Hochtaunuskreis).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Friedberg besteht neben der Kernstadt aus den Stadtteilen Bruchenbrücken, Dorheim, Friedberg, Ockstadt, Ossenheim und Bauernheim. Fauerbach (1131 Woverebach genannt)[2] wurde schon 1901 eingemeindet und gehört heute zur Kernstadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Friedberg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Der Adolfsturm in Friedberg ist ein Butterfassturm

Auf dem Friedberger Burgberg befand sich am Anfang des 1. Jahrhunderts n. Chr. ein römisches Militärlager, das im Zuge der Feldzüge des Germanicus errichtet wurde. Nach dem Ende der Feldzüge war Friedberg jahrzehntelang ohne römische Besatzung. Erst unter der Regierung Kaiser Vespasians 69–79 wurde auf dem Burgberg wieder ein römisches Kastell errichtet. Diese mehrfach erweiterte und umgebaute Anlage wurde mit dem Rückzug der Römer auf die Rheingrenze um 260 n. Chr. aufgegeben.

Westlich des Kastells wurde gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. eine kleinere Militärziegelei betrieben, in der auch Gefäße gebrannt wurden. Gestempelte Ziegel stammen von der cohors IV Aquitanorum und der cohors I Flavia Damascenorum.[3] Heute noch sichtbar ist der ausgegrabene Rest einer kleinen Badeanlage, vermutlich Teil der Kommandantur des Kastells. Es wird vermutet, dass das von Tacitus erwähnte castellum in monte tauno, das zu Zeiten des Humanismus namensgebend für den Taunus wurde, das Kastell im heutigen Friedberg bezeichnete.

Burg (siehe Hauptartikel) und Stadt Friedberg befinden sich auf einem Basaltfelsen mitten in der Wetterau. Sie wurden vermutlich im Auftrag Kaiser Friedrich Barbarossas zwischen 1171 und 1180 von Kuno I. von Hagen-Münzenberg gegründet. Die älteste erhaltene Urkunde, die die Burg bezeugt, stammt aus dem Jahr 1216, die älteste, die die Stadt bezeugt, aus dem Jahr 1219. Sie ist nach einem staufischen Stadtgrundriss als Planstadt errichtet worden.

Beide – Burg und Stadt – waren selbständige rechtliche Einheiten mit eigenem Territorium innerhalb des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation. Dieses enge Nebeneinander von Burg und Stadt führte zu Reibereien, die jahrhundertelang die Geschichte Friedbergs bestimmten. Diese topographische Situation war in damaliger Zeit nicht einmalig. Etwa in Nürnberg bestand eine ähnliche Situation.

Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Friedberg war die Tuchproduktion. 1252 wurde sie Reichsstadt. In Friedberg fanden jährlich zwei Messen statt, die 1332 von 8 auf 14 Tage verlängert wurden. Das begehrte Friedberger Tuch erreichte Handelsplätze von Lübeck bis Wien, von Schlesien bis in den Niederlanden. Im 14. Jahrhundert hatte Friedberg ca. 3.000 Einwohner – für damalige Verhältnisse eine Stadt mittlerer Größe. Eine jüdische Gemeinde bestand seit 1241; sie umfasste zusätzlich einige hundert Mitglieder.

Schwere Stadtbrände (1383 und 1447) und eine wirtschaftliche Depression ließen die Stadt in ihrer Bedeutung sinken. Ende des 14. Jahrhunderts hatten die Friedberger Messen nur noch lokale Bedeutung, die Tuchproduktion ging zurück. Die Frankfurter Messe verdarb als Konkurrenz den Markt. Die Stadt verschuldete sich in dieser Phase des Niedergangs zusehends.

Das Reich verpfändete die Reichsstadt Friedberg seit 1347 mehrfach an verschiedene Herren, ab 1455 befand sie sich meist in der Pfandschaft der Burggrafschaft Friedberg. Nach Konflikten mit der Burg kam es 1483 endgültig zur Vorherrschaft der Burg über die Stadt. 1497 gab es in Friedberg nur noch etwa 1.300 Einwohner, reichere Bürger zogen vielfach nach Frankfurt. 1615 schließlich hieß es: Die Bürgerschaft nährt sich von Feldgütern und Viehzucht; hat sonst kein Gewerbe oder Handel, welchen sie nach Frankfurt in die Messen schickte ...

1541 wurde die Reichsstadt evangelisch.

Wetterau-Museum Friedberg

Die Stadt litt – bedingt durch ihre Lage an verschiedenen Fernstraßen – stark unter kriegerischen Ereignissen, dem Dreißigjährigen Krieg, dem Siebenjährigen Krieg, den französischen Revolutionskriegen und den damit verbundenen Plünderungen. Im Reich gehörte sie dem Oberrheinischen Reichskreis an. Zu einer kurzen Randnotiz der Literaturgeschichte gereichte der Stadt ein unfreiwilliger Besuch des jungen Johann Wolfgang von Goethe; in einem Brief vom 10. November 1772 klagt er, er sitze „ietzo im leidigen Friedberg“.[4]

1802 fiel die Stadt mit damals etwa 2.000 Einwohnern und 1806 die Burg Friedberg an das Großherzogtum Hessen. Allerdings wurden beide erst 1834 vereinigt. Der Bau der Main-Weser-Bahn (1850–52) führte langsam wieder zu einem wirtschaftlichen Aufstieg.

Am 29. März 1945 wurde Friedberg von Truppen der 3. US Army besetzt. [5]

Gegenwart[Bearbeiten]

Elvis Presley-Denkmal vor den ehemaligen Ray Barracks

Heute ist Friedberg kultureller Mittelpunkt der Wetterau mit vielen weiterbildenden Schulen, wie der Augustinerschule (gegr. 1543 vom Rat der Stadt, Anstellung des ersten Lehrers auf Empfehlung Philipp Melanchthons), der Henry-Benrath-Schule, dem Burggymnasium (nur Oberstufe), der Johann-Philipp-Reis Schule (Berufliche Schule des Landes Hessen, mit Oberstufe) und einer Fachhochschule. Der Adolfsturm, ein 58 m hoher Bergfried, ist heute Wahrzeichen der Stadt. In der Judengasse befindet sich ein monumentales unterirdisches Ritualbad/Mikwe von ca. 25 m Tiefe, das tiefste in Deutschland; es wurde 1260 von den gleichen Steinmetzen erbaut wie die frühgotische Hallenkirche (1260–1410). Am Ehrenmal, am heutigen Wasserturm, befindet sich das größte steinerne Stadtwappen Deutschlands (1927).

Von 1958 bis 1960 war Elvis Presley in Friedberg stationiert. Sein Wirken wurde im Wetterau-Museum gewürdigt. Zusätzlich ist ihm ein Ehrenmal am Elvis-Presley-Platz gewidmet und eine Statue vor den ehemaligen Ray Barracks auf dem Kreisel am Ortseingang aus Richtung Oberwöllstadt erinnert an ihn.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde Fauerbach gehört bereits seit dem Jahr 1901 zu Friedberg. Am 31. Dezember 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Bauernheim, Bruchenbrücken, Ockstadt und Ossenheim eingegliedert. Dorheim kam am 1. August 1972 hinzu.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen der Stadt Friedberg

Die folgende Tabelle zeigt die Zahl der Einwohner mit Hauptwohnung in Friedberg inklusive der Stadtteile, jeweils zum 31. Dezember

Jahr Einwohner
1998 26.446
1999 26.667
2000 26.751
2001 27.173
2002 27.508
2003 27.488
2004 27.592
2005 27.142
2006 28.398
2007 29.861
2010 27.527
2011 27.400
2012 27.537

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Stadtkirche Friedberg
Evangelisches Theologisches Seminar
Altes Rathaus
Der Rote Turm

→ Hauptartikel Liste der Kulturdenkmäler in Friedberg (Hessen)

Neubarock, „Okschter Dom“, im Ortsteil Ockstadt
Judengasse 20, das rituelle Frauenbad (Mikwe), dessen quadratischer, bis zum Grundwasserspiegel reichender Schacht gut 25 Meter tief ist, wurde laut Inschrift 1260 erbaut.
  • Altes Rathaus
Zweigeschossiger Putzbau mit Mansarddach und Dachreiter, von 1737 bis 1740 von Johann Philipp Wörrishöfer aus Bad Nauheim errichtet. Das vom Friedberger Stadtwappen bekrönte Portal ist ein Werk des Büdinger Steinmetzen Johann Philipp Mörß. Der Sitzungssaal im Obergeschoss, in dem früher die Stadtverordnetenversammlung zusammentrat, dient seit 2001 der Friedberger Musikschule als Übungsraum.
  • Theologisches Seminar
Der zweigeschossige spätklassizistische Bau mit Walmdach in der Kaiserstraße wurde 1848 erbaut. Er präsentiert sich in Formen des so genannten Rundbogenstils.
  • Burgkirche
Der klassizistische Kirchenbau aus dem Jahr 1808 war 1947 Gründungsort der evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau.
  • Stadtbefestigung
Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung blieben vor allem im Westen größere Teile erhalten, die zum Teil in Häusern verbaut sind. Hier befindet sich auch das zur Seewiese führende Armsünderpförtchen mit Spitzbogen, das vermutlich vor 1293 entstanden ist. Im Südosten erhebt sich der sogenannte Rote Turm mit Spitzbogenfries und Zinnenkranz. Er wurde 1396 erstmals als Teil der Stadtbefestigung erwähnt und diente als Gefängnis.
mit den Abteilungen Wetterauer Vor- und Frühgeschichte (unter anderem Kelten, Römer), Landwirtschaft des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, Kolonialwarenladen um 1900 und Elvis-Presley-Andenken.
  • Wohnbauten
An der die Hauptachse der Innenstadt bildenden Kaiserstraße, die aufgrund ihrer großen Breite früher als Markt genutzt wurde, hat sich eine größere Anzahl von Fachwerkbauten des 15. bis 18. Jahrhunderts erhalten. Davon sind etliche jedoch mit Schiefer verkleidet oder verputzt. Die Untergeschosse wurden fast durchgängig durch Ladeneinbauten verändert. Die Front des wohl zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstandenen Hauses Zur Zeit (Kaiserstraße 33) ziert im ersten Obergeschoss ein polygonaler Erker. Erheblich älter ist das verschieferte Doppelhaus Nr. 44: Es soll bereits im frühen 15. Jahrhundert errichtet worden sein. Besonders ansehnlich ist das 1333 bezeugte Haus zum Roseneck (Nr. 59/61), das in seiner jetzigen Form wohl aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammt. Es ist jedoch kein reiner Fachwerkbau; seine beiden Untergeschosse sind massiv aufgeführt. Das angeblich 1473 errichtete Haus Zum Bornziegel (Nr. 77) war einstmals das Zunfthaus der Wollweber. Noch dem 16. Jahrhundert dürften Nr. 73 und 75 entstammen. Zu den stattlichsten Bauten zählt das dreigeschossige traufständige Haus Nr. 114. Es ist mit 1598 bezeichnet und verfügt im Inneren noch über eine hölzerne Spindeltreppe. Zu den wenigen älteren Massivbauten an der Kaiserstraße zählen Nr. 118 und Nr. 120. Ersteres ist wohl der älteste Profanbau der Stadt. Es dürfte noch im ausgehenden 12. Jahrhundert entstanden sein und war im Besitz der Deutschordens-Kommende Sachsenhausen. Das benachbarte Haus Fertsch (Nr. 120) stammt im Kern wohl aus dem frühen 14. Jahrhundert, wurde aber um 1720 in barocken Formen umgestaltet. Es gehörte ebenfalls dem Deutschen Orden und gelangte zu Anfang des 20. Jahrhunderts in den Besitz des Friedberger Kaufmannes Wilhelm Fertsch, der es mit einem neuen Mansarddach und einem Holzerker an der Westseite versehen ließ.
Auch in den schmalen, von der Kaiserstraße abzweigenden Nebengassen blieben einige ältere Bauten erhalten, darunter Usagasse 15 aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, Nr. 32 aus der Mitte des 16. Jahrhunderts sowie Engelsgasse 7. Der dreigeschossige Ständerbau ist für 1471 dendrochronologisch datiert.

Theater Altes Hallenbad[Bearbeiten]

Innenansicht des Alten Hallenbades

Das Bad wurde in den Jahren 1908 und 1909 nach den Plänen des Gießener Architekten Hans Meyer errichtet. Die Mittel für den Bau wurden durch einen zu diesem Zweck gegründeten Bürgerverein aufgebracht, darunter eine Spende von 50.000 Mark des Friedberger Kommerzienrates Carl Trapp.

Die Gesellschaft der Freunde „Theater Altes Hallenbad“ Friedberg/Wetterau e.V., die am 30. August 2007 gegründet wurde[7], hat sich zum Ziel gesetzt, das seit Jahren ungenutzte Alte Hallenbad in der Stadtmitte zu einem Theaterraum mit etwa 150–200 Sitzplätzen umzuwandeln. Im ersten Schritt wünscht sich der Verein die Unterstützung der Bürger zur ambitionierten Mitgliederzahl von 2.500 Personen. Am 10. Mai 2008 wurde von den Mitgliedsbeiträgen eine gGmbH gegründet, die den Umbau zum Theaterraum und auch dessen Betrieb gewährleisten soll. Noch während der Umbaumaßnahmen fand vom 15. bis 23. Juni 2013 eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel "Kulturwoche Theater Altes Hallenbad" statt, die mit ihren Erlösen den weiteren Ausbau des Gebäudes zur Kulturstätte unterstützen soll.

Musik[Bearbeiten]

In Friedberg fand von 1976 bis 1999 jedes Jahr das "Friedberger Burgfest" mit namhaften Musikern und Bands im Burggarten statt[8]. Ab 2000 bis 2009 fand jedes Jahr das Soundgarden Festival statt, ein Musikfestival, bei dem immer wieder namhafte Musiker und Bands auftreten. 2010 fiel das Soundgarden Festival aus, seit 2011 findet es im Goldsteinpark in der Nachbarstadt Bad Nauheim statt.

Bildung[Bearbeiten]

In Friedberg gibt es mehrere Bildungseinrichtungen:[9]:

  • Adolf-Reichwein-Schule Friedberg
  • Augustinerschule
  • Brüder-Grimm-Schule
  • Burggymnasium
  • Gemeinsame Musterschule
  • Grundschule Fauerbach
  • Grundschule Ockstadt
  • Helmut-von-Bracken-Schule
  • Henry-Benrath-Schule

Sport[Bearbeiten]

Zwei der bekanntesten Sportvereine in Friedberg sind der VfB Friedberg und der TSV Friedberg-Fauerbach. Der VfB Friedberg spielt mit seiner Wasserball-Sparte gegenwärtig in der 2. Liga und von 1933 bis 1939 war die Fußballmannschaft des VfB Mitglied der damals erstklassigen Gauliga Hessen. Der TSV Friedberg-Fauerbach wurde durch seine Leichtathletik-Abteilung in ganz Deutschland bekannt. Die bekanntesten Sportler sind der Olympia-Teilnehmer Till Helmke und der U20-Europameister Nils Müller. Die Radstrecke des Ironman Germany führt ebenfalls durch Friedberg. Weiterhin zu erwähnen ist der SV Diana Ockstadt, der mit Stephan Korth einen international erfolgreichen Sportschützen in der Klasse der Rollstuhlfahrer in seinen Reihen hat. Auch eine Bundesligamannschaft ist in Friedberg zuhause: Die Damenmannschaft der Schachfreunde 1891 Friedberg spielt in der Schachbundesliga.

Religionen[Bearbeiten]

Zur Evangelische Kirchengemeinde Friedberg gehören vier Pfarrbezirke und drei Kirchen: Die gotische Stadtkirche, die frühklassizistische Burgkirche und das moderne Gemeindezentrum West aus dem Jahr 1980. Außerdem gibt es noch eine eigene evangelische Kirchengemeinde mit Kirche im zur Kernstadt zählenden ehemaligen Stadtteil Fauerbach. Die katholische Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt gehört zum Bistum Mainz. Sie verfügt über die moderne Heilig-Geist-Kirche, die Marienkirche von 1882 und die kleine Georgskapelle am Rand der Seewiese. Die St.Jakobus-Kirche im Ortsteil Ockstadt wird im Sinne der Ökumene von beiden Konfessionen genutzt. Dazu gibt es eine freie evangelische Gemeinde und eine landeskirchliche Gemeinschaft, die dem Chrischona Gemeinschaftswerk angehört.

Mit der Ayasofya-Moschee befindet sich in Friedberg seit dem Jahr 2000 eines der größten islamischen Gotteshäuser Hessens.[10] Außerdem existiert eine jüdische Gemeinde mit Sitz im benachbarten Bad Nauheim.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung hat 45 Abgeordnete. Die hessische Kommunalwahl vom 27. März 2011 sorgte für eine Mehrheit von SPD und Grünen. Im Juli wurde der rot-grüne Koalitionsvertrag unterzeichnet.[11] Das neue Bündnis löste damit die seit 2006 bestehende Jamaika-Koalition ab.

Der 1. Stadtrat ist seit dem 1. Februar 2007 Peter Ziebarth (CDU).[12] Er wurde von der UWG vorgeschlagen und besiegte in geheimer Abstimmung den von der Jamaika-Koalition vorgeschlagenen Herrmann Hoffmann (CDU). Bei der folgenden Wahl zum 1. Stadtrat am 30. Oktober 2012 setzte sich Ziebarth gegen den Bewerber der Grünen, Horst Weitzel, durch, obwohl die Rot-Grüne Koalition über eine Stimmenmehrheit im Parlament verfügte.[13]

Das detaillierte Ergebnis der Kommunalwahl vom 27. März 2011 im Vergleich mit vorherigen Wahlen:

Kommunalwahl 2011 in Friedberg
 %
40
30
20
10
0
33,4 %
33,1 %
19,4 %
5,8 %
4,7 %
3,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,7 %p
-3,9 %p
+9,7 %p
+0,3 %p
-0,4 %p
-0,1 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
[14]
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,4 15 39,1 18 45,5 20
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 33,1 15 37,0 17 36,2 16
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 19,4 9 9,7 4 9,9 4
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft Friedberg e.V. – Freie Wähler 5,8 3 5,5 2 3,4 2
FDP Freie Demokratische Partei 4,7 2 5,1 2 3,6 2
Linke.WASG Die Linke.WASG 3,5 1 3,6 2
WAL Wetterauer Alternative Liste – Friedberg 1,5 1
Gesamt 100 45 100 45 100 45
Wahlbeteiligung in Prozent 45,7 40,7 51,0

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 11. September 2005 wurde erstmals Michael Keller (SPD) zum Bürgermeister der Stadt Friedberg gewählt. Er erhielt 54,1 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang. Sein Amtsvorgänger Winfried Bayer (CDU) kandidierte nicht wieder. Bei der Bürgermeisterwahl am 4. September 2011 wurde Keller mit 89,82 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Der einzige Gegenkandidat Sven Weiberg (Die Linke) erhielt einen Stimmenanteil von 10,18 Prozent.[15]

Hauptamtlicher Magistrat:

  • Michael Keller (Bürgermeister, SPD)
  • Peter Ziebarth (Erster Stadtrat, CDU)

Bisherige Bürgermeister:

  • Anton Heinstadt (1886–1970) wurde von den Amerikanern am 24. April 1945 eingesetzt
  • Fritz Bebber (1899–1976), Amtszeit 1946–1965
  • Karl Raute (1911–1989), Amtszeit 1965–1975
  • Ludwig Fuhr, Amtszeit 1976-1994
  • Winfried Bayer, Amtszeit 1994-2005

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Seit 1980 ist Friedberg Sitz der Subaru Deutschland GmbH. Das Unternehmen beschäftigt heute rund 120 Mitarbeiter.

Verkehr[Bearbeiten]

Friedberg ist der Mittelpunkt der alten Kulturregion Wetterau und der wichtigste Verkehrsknotenpunkt zwischen Frankfurt und Gießen. Von den hier zusammenlaufenden Verkehrslinien ist die wichtigste die gesamtdeutsche Nord-Süd-Hauptstrecke, die von Hamburg über Frankfurt bis in die Alpen führt. Sie existierte bereits in vorgeschichtlicher Zeit, war im Mittelalter eine wichtige Handelsstraße und besteht heute in Form der Autobahn A5, der Bundesstraße 3 und der Main-Weser-Bahn.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Autobahn A5 gehört zu den wichtigsten Fernstraßen in Deutschland. In der Wetterau dient sie vor allem den Berufspendlern auf ihrem Weg in den Raum Frankfurt. In Richtung Norden ist die Universitätsstadt Gießen schnell über die A5 zu erreichen. Die A 45 kommt ebenfalls aus dem Gießener Raum und führt ins östliche Rhein-Main-Gebiet um Hanau.

Die Bundesstraße 3 führte früher mitten durch die Friedberger Innenstadt und belastete durch ihr hohes Verkehrsaufkommen die Anwohner erheblich. Eine entlastende Umgehungsstraße wurde deshalb jahrzehntelang diskutiert. Der Bau der B3a begann jedoch erst im Jahr 2005. Im Juni 2009 wurde die Umgehungsstraße für den Verkehr freigegeben. Mit Eröffnung der Umgehungsstraße verläuft die B3 nicht mehr durch die Friedberger Innenstadt, sondern westlich von Friedberg und östlich vom Stadtteil Ockstadt. Sie nimmt nun auch den Verkehr der B 455 auf, die von Rosbach kommend früher ebenfalls durch die Innenstadt verlief und die Stadt im Norden wieder verließ. Einzige im Stadtgebiet verbliebene Fernstraße ist die B 275, die aus dem Hintertaunus kommend in den Vogelsberg führt und dabei Friedberg durchquert.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Friedberg erhielt 1850 mit der Eröffnung der Main-Weser-Bahn Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz. Neben dem Bahnhof Friedberg (Hess) besitzt Friedberg im Stadtgebiet heute noch die Haltepunkte Friedberg-Süd, Friedberg-Bruchenbrücken und Dorheim (Wetterau), welche ausschließlich dem Personennahverkehr dienen.

Ausgehend vom Bahnhof Friedberg (Hessen) wurden weitere Bahnstrecken eröffnet, 1881 die Strecke nach Nidderau, 1897 die Horlofftalbahn nach Hungen und 1901 die Bahnstrecke Friedberg–Friedrichsdorf.

Seit 1978 hat Friedberg Anschluss an die S-Bahn Rhein-Main; die Linie S6 verkehrt im Halbstundentakt, am späten Nachmittag auch im Viertelstundentakt, auf der Main-Weser-Bahn nach Frankfurt.

Bis auf wenige Ausnahmen halten die InterCity-Züge der Linie (Stralsund–)Hamburg–Kassel-Wilhelmshöhe–Gießen–Frankfurt (Main)–Heidelberg–Karlsruhe(–Konstanz/Basel) in Friedberg.

Siehe auch: Liste der InterCity-Bahnhöfe

Busverkehr[Bearbeiten]

Friedberg wird von verschiedenen Buslinien der VGO und der DB Busverkehr Hessen bedient.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bedeutende in Friedberg geborene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort wirken oder wirkten[Bearbeiten]

  • Wilhelm Beuttel (1900–1944), war ein Widerstandskämpfer und wuchs in Friedberg auf und war von 1920 bis 1929 Stadtverordneter
  • Johann Philipp Dieffenbach (1786–1860), war 42 Jahre lang Schulrektor in Friedberg und ein Pionier der Archäologie in der Wetterau.
  • Donald Lutz (* 1989), der erste deutsche Baseballspieler im Major League Baseball, verbrachte Kindheit und Jugend in Friedberg
  • Hans Meyer (1867–1949), Architekt des 1908 bis 1909 errichteten Hallenbad Theater altes Hallenbad Friedberg/Wettera an der Haagstraße 39[19] in Friedberg[20]
  • Elvis Presley (1935–1977) war ein Sänger und leistete 1958 - 1960 in Friedberg seinen Wehrdienst bei der US Army ab, wohnte aber in Bad Nauheim
  • Georg Jakob Roller (* 1774 in Wildberg (Schwarzwald), † 1857 in Friedberg) gründete als Pädagoge 1820 in Worms eine private Taubstummenschule, war 1837 Gründer und bis 1855 Direktor der Taubstummenanstalt Friedberg in enger Verbindung mit dem Prediger- und dem Lehrerseminar; bekam für seine überragenden pädagogischen Leistungen die Ehrendoktorwürde der Universität Gießen verliehen

Medien[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Götz: Die Stadtkirche Unserer Lieben Frau in Friedberg in Hessen. Langewiesche, Königstein im Taunus 2006, ISBN 978-3-7845-4490-8.
  • Klaus-Dieter Rack: Die Burg Friedberg im Alten Reich. Studien zu ihrer Verfassungs- und Sozialgeschichte zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert. Hessische Historische Kommission Darmstadt und Historische Kommission für Hessen, Marburg 1988, ISBN 3-88443-161-7 (Zugleich Dissertation an der Universität Tübingen 1987).
  • Klaus-Dieter Rack: Friedberg in Hessen – Die Geschichte der Stadt, Band II: Friedberger Geschichtsverein, Magistrat der Stadt Friedberg (Hrsg.): Vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Ende des Alten Reiches. Bindernagel, Friedberg 1999, ISBN 3-87076-081-8.
  • Hermann Roth: Friedberg, Burg und Stadt Friedberg – Ein Wegweiser durch ihre Sehenswürdigkeiten und ihre Geschichte. Bindernagel, Hessen 1949.
  • Peter Schubert, Uwe Lischewski (Bilder): Der Viadukt. Der Rosentalviadukt in Friedberg. Bindernagel, Friedberg 1995, ISBN 3-87076-075-3.
  • Reimer Stobbe: Die Stadt Friedberg im Spätmittelalter: Sozialstruktur, Wirtschaftsleben und politisches Umfeld einer kleinen Reichsstadt. Hessische Historische Kommission Darmstadt und Historische Kommission für Hessen, Marburg 1992, ISBN 3-88443-181-1 (Zugleich Dissertation an der Universität Gießen 1991/92).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedberg (Hessen) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Friedberg (Hessen) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Forschungen zur deutschen Geschichte, Band 23, Königlich Bayerische Akademie der Wissenschaften. Historische Kommission, Dieterich, 1883, S. 432
  3. Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  4. Johann Wolfgang von Goethe, WA IV 2, 34.
  5. Hessische Landeszentrale für politische Bildung (Seite 42) (PDF; 2,1 MB)
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 360 und 361.
  7. Freunde Theater Altes Hallenbad Friedberg / Wetterau e.V. Aktuelles
  8. http://www.schinschke.de/burgfest/htm/burgfeste.htm
  9. http://region-hochtaunus.bildung.hessen.de/schule/friedberg/index.html
  10. Kaum Widerstand gegen das Minarett, FAZ am 4. Dezember 2007
  11. http://www.wetterauer-zeitung.de/Home/Kreis/Staedte-und-Gemeinden/Friedberg/Artikel,-Koalitionsvertrag-zwischen-SPD-und-Gruenen-unterzeichnet-_arid,270585_regid,3_puid,1_pageid,80.html
  12. http://www.wetteraukreis.de/internet/aktuelles/presse/index_03699.html
  13. Erster Stadtrat Ziebarth (CDU) wiedergewählt, abgerufen am 31. Oktober 2012
  14. http://www.statistik-hessen.de/K2011/EG440008.htm , abgerufen am 15. April 2011.
  15. http://www.wetterauer-zeitung.de/Home/Kreis/Staedte-und-Gemeinden/Friedberg/Artikel,-Buergermeisterwahl-Haushoher-Sieg-von-Michael-Keller-_arid,284360_regid,3_puid,1_pageid,80.html
  16. Britische Kommunen brechen Brücken nach Europa ab
  17. Die Europa-Monster aus Bishop's Stortford
  18. Andere Angaben sagen auch 1988
  19. Kulturdenkmäler in Hessen, abgerufen am 6. September 2013
  20. Theater altes Hallenbad Friedberg/Wetterau (Geschichte und Fotos), abgerufen am 9. September 2013