Brüdernkirche (Braunschweig)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Brüdernkirche in Braunschweig

Die evangelische Brüdernkirche „St. Ulrici-Brüdern“ in Braunschweig ist eine ehemalige Franziskanerkirche, die ursprünglich den Heiligen Maria, Franziskus und Bernward geweiht war. Sie war Zentrum einer zum Teil erhaltenen Klosteranlage.

Entstehung und Nutzungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franziskanerkloster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der 1491 entstandenen Sachsenchronik Cord Bothes sollen sich bereits im Jahr 1209 Franziskaner auf Wunsch Kaiser Ottos IV. in Braunschweig angesiedelt haben. Dass Otto dem Orden im Jahre 1215 eine Kapelle errichten ließ, ist jedoch urkundlich nicht belegt.[1] Beide Daten sind aufgrund der Ordensgeschichte der Franziskaner allerdings ausgeschlossen. Der Ordensgründer Franz von Assisi erhielt erst 1209 mit seinen ersten zwölf Gefährten durch Papst Innozenz III. in Rom die kirchliche Bestätigung seiner Gemeinschaft. Die ersten Brüder erreichten frühestens 1217, wahrscheinlich erst 1219 Deutschland, wurden jedoch als Ketzer vertrieben. 1221 sandte Franz von Assisi erneut Brüder nach Deutschland, die sich im Raum Salzburg, Regensburg und im Rhein-Main-Gebiet niederließen.[2]

1223 kamen einige Franziskaner mit Bruder Johannes de Plano Carpini nach Hildesheim und erreichten dann auch die Städte Braunschweig, Halberstadt, Goslar und Magdeburg.[3] In den Jahren danach entstand am nördlichen Rand der Braunschweiger Altstadt ein Franziskanerkloster. Die Franziskanerbrüder begannen 1242 mit dem Bau einer eigenen Kapelle, der ursprünglichen Brüdernkirche, von der jedoch nichts mehr erhalten ist. Vom damaligen Kloster sind lediglich einige Rundbogenfenster im Südflügel des Kreuzganges erhalten.[4]

Aufgrund des großen Bedürfnisses der Bevölkerung nach Gottesdienst, Seelsorge und medizinischer Versorgung war die Kapelle schnell zu klein und wurde im 14. und 15. Jahrhundert durch einen Neubau im gotischen Stil ersetzt. Das Jahr 1350 brachte mit der großen Pest, die neben der Bevölkerung auch einen Großteil der Ordensleute dahin raffte, die erste Bauunterbrechung. Es folgten weitere Seuchen und Hungersnöte, so dass der Kirchenneubau erst 1451 fertiggestellt war.[5] Der Hohe Chor wurde jedoch schon 1361 durch Bischof Heinrich von Hildesheim geweiht.[5] Bis 1522 wurden außerdem die Konventsgebäude und der dreiflügelige gotische Kreuzgang fertiggestellt, mit deren Bau nach Vollendung der Kirche begonnen worden war.[6]

Schon im Mai 1458 konnte im neu errichteten Remter (Kapitelsaal und Refektorium) das Jahreskapitel der Sächsischen Franziskanerprovinz, zu dem der Konvent in Braunschweig gehörte, mit 300 Brüdern abgehalten werden. Im Anschluss an die Baumaßnahmen wurden die Räumlichkeiten des Franziskanerklosters auch vom Rat der Stadt in Anspruch genommen, so dass dem Kloster während der Reformation eine Schlüsselrolle zukam.[7][5]

Reformationszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bugenhagen-Denkmal von 1970

Eine jahrelange Entwicklung war vorausgegangen, bevor Johannes Bugenhagen (1485–1558), engster Mitarbeiter und Beichtvater Martin Luthers, am 21. Mai 1528 (Himmelfahrt) in der Brüdernkirche seine erste Predigt hielt.[8] Begonnen hatte die Reformation in Braunschweig mit Gottschalk Kruse, einem Benediktiner aus St. Aegidien, der bei Martin Luther studiert hatte.[8] Die Zustimmung zur Reformation wurde in der Bevölkerung immer größer, und nach der Predigt Bugenhagens, die ebenfalls großen Zustrom hatte, blieb er in Braunschweig und erarbeite mit dem „geistlichen Ministerium“, dem Klerus und dem Rat die Braunschweiger Kirchenordnung. Da die Räumlichkeiten des Klosters schon zuvor dem Rat zur Verfügung standen, fand auch die Erarbeitung der neuen reformatorischen Kirchenordnung, die am 28. September 1528 vom Rat der Stadt angenommen wurde[9], dort statt. Den Franziskanern war bereits nach Ostern 1528 die Predigt und jegliche andere öffentliche Tätigkeit verboten worden.[10] Dadurch, dass ihnen mit dem Verbot des öffentlichen Auftretens auch der „Bettel“ untersagt war, der den Lebensunterhalt der Brüder sicherte, verließen diese Ostern 1529 endgültig die Stadt.[10] Dabei nahmen sie Dokumente wie beispielsweise die Stiftungsurkunden mit, wodurch die Entstehungsgeschichte der Brüdernkirche nur lückenhaft belegt und die Erforschung des Franziskanerordens in Braunschweig erschwert ist.[11] Die Brüdernkirche hatte durch ihren Zustrom und die daraus resultierende neue Bauart als Hallenkirche großen Einfluss auf die Pfarrkirchen der Stadt Braunschweig, die ebenfalls in solche umgewandelt wurden. Dadurch gab es in Braunschweig mehrere für die neue Form des lutherischen Gottesdienstes geeignete Kirchen.[12] Bugenhagen zu Ehren wurde 1902 ein Denkmal an der Westseite der Brüdernkirche aufgestellt, das während des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde. Im Jahre 1970 wurde neben dem Chor eine neue Bronzestatue des Reformators errichtet.

Die Brüdernkirche und das Kloster standen nach der Reformation zunächst leer bis die Brüdernkirche 1544 Pfarrkirche der St. Ulrici-Gemeinde wurde, deren ursprüngliches Gotteshaus auf dem Kohlmarkt in diesem Jahr abgerissen worden war.[12] Die Klostergebäude wurden zunächst von der Kirchengemeinde als Wohnungen genutzt.[13]

16. bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der nachreformatorischen Zeit wurden in der Kirche einige bauliche Veränderungen vorgenommen, die zur allgemeinen Entwicklung im protestantischen Kirchenbau passten.[14] Die Klosterbauten wurden von der Stadt zu unterschiedlichen Zwecken verwendet. Im Jahre 1569 wurde im Remter des Klosters das Zeughaus der fünf Weichbilde eingerichtet, das in den darauf folgenden Jahren erweitert wurde.[13] Anfang des 18. Jahrhunderts wurde das Paulinerkloster am Bohlweg zum nunmehr fürstlichen Zeughaus umgebaut, so dass das vormalige städtische Zeughaus langsam verfiel und zeitweilig noch für Zwecke der Garnison verwendet wurde.[15]

Im Jahre 1753 wurde die Bibliothek des Geistlichen Ministeriums mit den Büchern der Liberei in der Brüdernkirche vereinigt. Die Bibliothek verblieb in der Sakristei der Brüdernkirche, bis sie 1863 in das Neustadtrathaus überführt wurde.

Restaurierung, Zerstörung und Wiederaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altar

Zwischen 1861 und 1865 wurde die Brüdernkirche durch Carl Tappe und 1903/1904 durch Max Osterloh restauriert. Im Zweiten Weltkrieg, insbesondere durch den Bombenangriff vom 15. Oktober 1944, wurden die Brüdernkirche und das ehemalige Kloster stark zerstört. Das Dach wurde völlig zerstört und große Teile der Klosteranlage waren nicht mehr vorhanden. Das Erdgeschoss der Sakristei konnte als erster Raum wieder für Gottesdienste verwendet werden, also der Bereich der Anlage, der vermutlich schon den ersten Franziskanern zur Verfügung stand.[16] Nach 1945 wurde sowohl die Kirche als auch das ehemalige Kloster in mehreren Bauabschnitten wieder instand gesetzt, so dass der Hohe Chor im Jahr 1957 wieder eingeweiht werden konnte und im Jahr 1978 die gesamte Kirche.[17] Vom mittelalterlichen Klosterkomplex sind der Kreuzgang, die Sakristei und eine kleine Kapelle mit Polygonschluss erhalten. Die Kirche enthält noch das Chorgestühl aus dem 14. Jh., den Hochaltar und ein Reliefbild des hl. Franziskus. Außerdem ist der teilweise erhaltene Lettner von 1592/94 heute im Eingangsbereich aufgestellt und das Taufbecken aus der 1544 abgerissenen Ulricikirche ist ebenfalls erhalten.[17]

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das durch Strebepfeiler gegliederte Kirchenäußere trägt ein mächtiges, einheitliches Satteldach. Vor dem Westportal befindet sich eine dreiteilige, neugotische Vorhalle. Erhalten ist der dreiflügelige, an das Langhaus angefügte Kreuzgang, der ein Kreuzrippengewölbe aus Ziegelformsteinen besitzt.

Die Kirche hat, wie alle Bettelordenskirchen, keinen Turm, sondern tägt einen Dachreiter.

Innenraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenarchitektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Innenraum besitzt eine Gesamtlänge von 62 m, die Breite des Langhauses misst 21 m. Die Höhe des Mittelschiffs beträgt 19,43 m. Die weiträumige, dreischiffige Staffelhalle ist durch fünf Joche gegliedert. Der schlanke dreijochige Chor mit 1/8-Schluss besitzt die Abmessungen von 25 m Länge, 10 m Breite und 21 m Höhe.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kircheninnere weist eine reiche Ausstattung auf. Erhalten ist der große Flügelaltar, der zwischen 1380 und 1400 von einem unbekannten niedersächsischen Meister geschaffen wurde. Aus dem dritten Viertel des 14. Jahrhunderts stammt die Reliefplatte des hl. Franziskus mit einem Franziskaner.

Das Chorgestühl entstand Ende des 14. Jahrhunderts. Dessen Rückwände wurden um 1600 von dem Rheinländer Reinhard Roggen mit 42 Bildern katholischer und evangelischer Theologen versehen, darunter Luther, Melanchthon und Bugenhagen.

Während des Mittelalters existierte ein erster Lettner, der nach 1544 beseitigt wurde. An dessen Stelle entstand der 1592/94 von Jürgen Röttger geschaffene Lettner aus der Renaissance, der bei der Renovierung zwischen 1861 und 1865 abgebaut wurde. Im Jahre 1904 wurde der von Wilhelm Sagebiel (1855–1940) gestaltete, erhaltene neugotische Lettner aufgestellt. Röttgers Renaissance-Lettner wurde während des Zweiten Weltkriegs ausgelagert und erlitt nur geringe Schäden. Nach aufwendiger zwölfjähriger Restaurierung wurde er im westlichen Kirchenschiff aufgestellt und am 2. Februar 2000 eingeweiht, sodass die Brüdernkirche heute zwei Lettner besitzt.

Das um 1440 von Barthold Sprangken geschaffene Taufbecken aus Messingguss stammt aus der 1544 abgerissenen St. Ulrici-Kirche auf dem Kohlmarkt. Im Besitz der Gemeinde befinden sich weiterhin ein romanisches Vortragekreuz und ein 1496 entstandener gotischer Abendmahlskelch.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Jahr 1414 ist die Stiftung einer Orgel durch Dietrich von Winningstedt belegt. Im Jahr 1439 wird auch erstmals eine Chororgel erwähnt. Nach einigen Umbauten der bestehenden Instrumente baut der Orgelbaumeister Gottfried Fritzsche aus Dresden 1626/27 ein neues Instrument mit 26 Registern, verteilt auf drei Manualen und Pedal. Im Jahr 1789 entstand die Kabinettorgel von Ibe Peters Iben. Sechs dieser Register blieben bis 1945 erhalten, als die durch zahlreiche Umbauten auf 61 Registern angewachsene, nunmehr romantisch ausgerichtete Orgel durch eine Luftmine zerstört wurde.

1958 erstellte der Hildesheimer Orgelbauer Ernst Palandt eine Chororgel in einem historischen Barockgehäuse, das aus Nordhessen angekauft wurde. Diese Chororgel wurde 1978 in das Hauptschiff versetzt und als Rückpositiv in die jetzige Orgel übernommen, die von 1980 bis 1991 von der Firma Gustav Steinmann aus Vlotho-Wehrendorf gebaut wurde. Die Disposition folgt französischen Einflüssen, ohne eine unmittelbare Stilkopie zu sein. Das Instrument hat 40 Register (auf Schleifladen). Die Spiel- und Registertraktur ist mechanisch.[18]

I Rückpositiv C–g3
1. Gedackt 8′
2. Praestant 4′
3. Rohrflöte 4′
4. Quinte 22/3
5. Oktave 2′
6. Sesquialtera II 22/3
7. Zyfflöt 1′
8. Voix humaine 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–g3
9. Bourdon 16′
10. Prinzipal 8′
11. Rohrbourdon 8′
12. Oktave 4′
13. Nachthorn 4′
14. Quinte 22/3
15. Oktave 2′
16. Cornet III–V 8′
17. Mixtur IV–VI 2′
18. Trompette 8′
19. Clairon 4′
III Oberwerk C–g3
20. Ital. Prinzipal 8′
21. Koppelflöte 8′
22. Voix céleste 8′
23. Spitzoktave 4′
24. Flûte octaviante 4′
25. Nasard 22/3
26. Spillflöte 2′
27. Tierce 13/5
28. Larigot 11/3
29. Plein jeu V
30. Hautbois 8′
31. Trompette harm. 8′
Tremulant
Pedal C–f1
32. Prinzipal 16′
33. Subbass 16′
34. Oktavbass 8′
35. Metallgedackt 8′
36. Violoncelle 8′
37. Dolkan 4′
38. Bombarde 16′
39. Trompette 8′
40. Clairon 4′
  • Koppeln: II/I, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P
  • Effektregister: Zymbelstern, Vogelschrey

Konventsbibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wann genau die Bibliothek im Braunschweiger Franziskanerkloster gegründet wurde, ist nicht belegt. Erste Hinweise auf ihre Existenz gibt jedoch eine Handschrift von 1411, welche 2 Lektoren im Franziskanerkloster Braunschweig erwähnt.[19] Ein Lektor war für die Ausbildung seiner Brüder zuständig und Voraussetzung für ein konventseigenes Hausstudium. Eine solche Tätigkeit konnte nur mit Hilfe eines größeren Bestandes an Büchern ausgeübt werden. Ursprünglich untersagte das Armutsideal den Franziskanern den Besitz von Büchern, doch die Bulle von Papst Gregor IX. Quo elongati von 1230 schaffte mit der Unterscheidung zwischen Nutzungs- und Eigentumsrecht die Grundlage für die Entstehung von Bibliotheken in den einzelnen Konventen.[20] Nachdem die Franziskaner Braunschweig 1528 verließen und die Bibliothek inventarisiert wurde, sind die Angaben über Unterbringung und Verwaltung des Nachlasses widersprüchlich. Möglicherweise wurde der Buchbestand bereits 1570 in die neu begründete Bibliothek des Geistlichen Ministeriums integriert oder erst 1753 im Zuge einer Zusammenführung aller übrigen Handschriften anderer Braunschweiger Kirchen in die Bibliothek des Geistlichen Ministeriums verlagert.[21] Diese zusammengeführte Bibliothek verblieb in der Sakristei der Brüdernkirche bis sie 1863 in das Neustadtrathaus verlagert wurde und schließlich 1910 als Teil der Ministerialbibliothek in das neue Gebäude des Stadtarchives und der Stadtbibliothek am Steintorwall überführt wurde.[22]

Aufbau und Inhalt der Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abzug der Franziskaner aus Braunschweig wurde die Bibliothek im Auftrag des Rates inventarisiert. Die Anwesenheit von Ratsmitgliedern als Zeugen und die festgestellte Gesamtzahl von 444 Bänden zeugen von der Bedeutung, die man der Bibliothek zuwies.[19] Der Aufbau der Bibliothek richtete sich nach einem damals üblichen Muster. Es gab zwei Pultreihen mit Doppelpulten, die rechts und links eines Mittelganges aufgestellt waren. Auf jedem Pult befanden sich zwischen 20 und 40 Bände, die jeweils mit einer Kette am Pult befestigt waren. Inhaltlich genügte der Bestand an theologischer sowie auch (kirchen-)rechtlicher und medizinischer Literatur weitgehenden Ansprüchen.[23] Die Bücher und Schriften selbst waren, dem Armutsgelübde entsprechend, sehr einfach gehaltene und aus Sparsamkeitsgründen vielfach mit Abbreviaturschrift geschriebene schmucklose Produkte auf billigem Papier. Heutzutage sind nur noch gut 40 Bände der Franziskanerbibliothek eindeutig zuweisbar, da es in den Jahrhunderten bis zur Überführung in das Stadtarchiv durch teils chaotische Zustände viele Möglichkeiten zum Verlust von Büchern aus dem ursprünglichen Bestand gab.[24]

Bedeutung für den Orden und die Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Franziskanerorden gewannen konventseigene Bibliotheken zunehmend an Bedeutung, nachdem sich Ende des 13. Jhd. Die wissenschaftsmethodische Fundierung des ordenseigenen Studienwesens zunehmend durchsetzte. Als Folge der Einteilung des Studiums in die Bereiche Logik, Naturphilosophie sowie Theologie und der Übernahme scholastischer Methoden wuchs der Bedarf an wissenschaftlicher Literatur.[25] Die Bücher blieben hierbei offiziell Eigentum des Ordens und es war auch der Orden, der durch das Generalkapitel die Auswahl der Bücher kontrollierte, um den Einzug von Irrlehren in seine Bibliotheken zu verhindern Da viele der Franziskanerbrüder auf Wanderungen gingen, garantierte die organisierte Verbreitung außerdem, dass die Brüder, egal in welchem Konvent sie sich befanden, stets die notwendigen Voraussetzungen für ihr Studium fanden, welches als wichtige Bedingung für die Erfüllung des Predigtauftrages gesehen wurde.[26] Auch für die Stadt war die Bibliothek des Konvents von Bedeutung, da die Ausleihe von Büchern für Nicht-Mitglieder grundsätzlich nicht verschlossen war. So wurden die Bücher der Bibliotheken in den jeweiligen Franziskanerklöstern, bei das Kirchenrecht betreffenden Streitigkeiten, von Pfarrern zu Rate gezogen, oder auch um ihre Predigtkenntnisse zu erweitern.[27]

Pfarrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufsätze
  • Friedrich Berndt: Brüdernkirche und ehemaliges Franziskanerkloster in Braunschweig. Ein Beitrag zu ihrer Baugeschichte unter Berücksichtigung neuerer Feststellungen beim Wiederaufbau nach dem Kriege. In: Braunschweiger Geschichtsverein (Hrsg.): Braunschweigisches Jahrbuch/3. Folge, Bd 60 (1979), S. 37–63, ISSN 0068-0745.
  • Andrea Boockmann: Die Inschriften der Stadt Braunschweig bis 1528 (aufgrund einer von 1945 bis 1986 vorgenommenen Materialsammlung des Dietrich Mack). In: Die deutschen Inschriften/Göttinger Reihe, Bd. 35, Teil 5 (1993), S. 63 ff. ISBN 3-88226-513-2.
  • Jürgen Diestelmann: Brüdernkirche. In: Luitgard Camerer, Manfred R. W. Garzmann und Wolf-Dieter Schuegraf unter besonderer Mitarbeit von Norman-Mathias Pingel: Braunschweiger Stadtlexikon, Hauptband. Verlag Meyer, Braunschweig 1992, S. 47. ISBN 3-926701-14-5 (im Auftrag der Stadt Braunschweig).
  • Jürgen Hodemacher: Braunschweiger Geschichten, Bd. 1. Verlag Meyer, Braunschweig 2003, S. 48–52, ISBN 3-926701-56-0.
  • Helga Wäß: „St. Ulriki-Brüdern“ in Braunschweig. In: Diess.: Form und Wahrnehmung mitteldeutscher Gedächtnisskulptur im 14. Jahrhundert. Ein Beitrag zu mittelalterlichen Grabmonumenten, Epitaphen und Kuriosa in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nord-Hessen, Ost-Westfalen und Südniedersachsen, Bd. 2: Katalog ausgewählter Objekte vom Hohen Mittelalter bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts. Tenea Verlag, Berlin 2006, S. 79–84, ISBN 3-86504-159-0.
Monographien
  • Luitgard Camerer: Die Bibliothek des Franziskanerklosters in Braunschweig. Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig 1982, ISBN 3-87884-019-5.
  • Georg Dehio (Begr.), Gottfried Kiesow (Bearb.): Bremen/Niedersachsen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Deutscher Kunstverlag, München 1977, ISBN 3-422-00348-7.
  • Jürgen Diestelmann, Johannes Kettel: Die Brüdernkirche in Braunschweig (Langewiesche-Bücherei). Langewiesche, Königstein/T. 1982, ISBN 3-7845-0285-7.
  • Eberhard Isenmann: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter. Spätmittelalter, 1250–1500. Stadtgestalt, Recht, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft (UTB für Wissenschaft). Ulmer, Stuttgart 1988, ISBN 3-8001-2571-4.
  • Herbert Kunze: Die Plastik des vierzehnten Jahrhunderts in Sachsen und Thüringen (Denkmäler der deutschen Kunst; Bd. 6). Cassirer Verlag, Berlin 1925.
  • Herbert Kunze: Die gotische Skulptur in Mitteldeutschland (Kunstbücher deutscher Landschaften). Verlag Cohen, Bonn 1925.
  • Richard Moderhack: Braunschweig. Das Bild der Stadt in 900 Jahren, Bd. 1: Braunschweiger Stadtgeschichte. Mit Zeittafel und Bibliographie. Verlag Wagner, Braunschweig 1997, ISBN 3-87884-050-0.
  • Eva Schlotheuber: Die Franziskaner in Göttingen. Die Geschichte des Klosters und seiner Bibliothek (Saxonia Franciscana; Bd. 8). Dietrich-Coelde-Verlag, Werl 1996, ISBN 3-87163-222-8 (zugl. Dissertation, Universität Göttingen 1994).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Berndt: Brüdernkirche und ehemaliges Franziskanerkloster in Braunschweig. S. 37.
  2. Dieter Berg (Hrsg.): Spuren franziskanischer Geschichte. Werl 1999, S. 19.
  3. Ralf Michael Nickel: Zwischen Stadt, Territorium und Kirche. Franziskus' Söhne in Westfalen bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Dissertation an der Universität Bochum 2007, S. 21f. [1] (PDF; 8,3 MB); Friedrich Berndt: Brüdernkirche und ehemaliges Franziskanerkloster in Braunschweig. S. 41, wo Bruder Johannes als Pater „Johannes von Tiano“ bezeichnet wird.
  4. Jürgen Diestelmann, Johannes Kettel: Die Brüdernkirche in Braunschweig. S. 2–3.
  5. a b c Jürgen Diestelmann, Johannes Kettel: Die Brüdernkirche in Braunschweig. S. 4.
  6. Dieter Berg (Hrsg.): Spuren franziskanischer Geschichte. Werl 1999, S. 171.
  7. Dieter Berg (Hrsg.): Spuren franziskanischer Geschichte. Werl 1999, S. 179.
  8. a b Jürgen Diestelmann, Johannes Kettel: Die Brüdernkirche in Braunschweig. S. 5.
  9. Jürgen Diestelmann, Johannes Kettel: Die Brüdernkirche in Braunschweig. S. 6.
  10. a b Friedrich Berndt: Brüdernkirche und ehemaliges Franziskanerkloster in Braunschweig. S. 56
  11. Jürgen Diestelmann, Johannes Kettel: Die Brüdernkirche in Braunschweig. S. 8
  12. a b Friedrich Berndt: Brüdernkirche und ehemaliges Franziskanerkloster in Braunschweig. S. 57
  13. a b Friedrich Berndt: Brüdernkirche und ehemaliges Franziskanerkloster in Braunschweig. S. 60
  14. Friedrich Berndt: Brüdernkirche und ehemaliges Franziskanerkloster in Braunschweig. S. 59.
  15. Friedrich Berndt: Brüdernkirche und ehemaliges Franziskanerkloster in Braunschweig. S. 61
  16. Friedrich Berndt: Brüdernkirche und ehemaliges Franziskanerkloster in Braunschweig. S. 62.
  17. a b Jürgen Diestelmann: Brüdernkirche. In: Camerer u.a (Hrsg.): Braunschweiger Stadtlexikon. S. 47.
  18. Sämtliche Angabe zu den Orgeln aus Bach Orgel-Werke 4a. Matthias Eisenberg an der Steinmann-Orgel der St.-Ulrici-Brüdern-Kirche zu Braunschweig, RAM 59044.
  19. a b Luitgard Camerer: Die Bibliothek des Franziskanerklosters in Braunschweig. S. 11.
  20. Eva Schlotheuber: Die Franziskaner in Göttingen. Die Geschichte des Klosters und seiner Bibliothek. S. 101.
  21. Eva Schlotheuber: Die Franziskaner in Göttingen. Die Geschichte des Klosters und seiner Bibliothek. S. 32.
  22. Luitgard Camerer: Die Bibliothek des Franziskanerklosters in Braunschweig. S. 32.
  23. Luitgard Camerer: Die Bibliothek des Franziskanerklosters in Braunschweig. S. 30.
  24. Luitgard Camerer: Die Bibliothek des Franziskanerklosters in Braunschweig. S. 33.
  25. Eva Schlotheuber: Die Franziskaner in Göttingen. Die Geschichte des Klosters und seiner Bibliothek. S. 104.
  26. Eva Schlotheuber: Die Franziskaner in Göttingen. Die Geschichte des Klosters und seiner Bibliothek. S. 133.
  27. Eva Schlotheuber: Die Franziskaner in Göttingen. Die Geschichte des Klosters und seiner Bibliothek. S. 110.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brüdernkirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 15′ 56″ N, 10° 31′ 8″ O