Brauchtum im Mai

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Das Brauchtum im Frühling hat einen Schwerpunkt mit dem Beginn des Monats Mai.

Postkarte zur Maifeier um 1895

Die Nacht vom 30. April zum 1. Mai wurde über Jahrhunderte als Walpurgisnacht begangen. Dieser Brauch lebt heute im „Tanz in den Mai“ fort, mit dem der Anbruch der warmen Jahreszeit gefeiert wird.

Die Römer feierten im Mai die Floralien, ein Fest zu Ehren der Blumen-Göttin Flora, einer Patronin des Frühlings und der Blumen. Am 1. Mai wurde im Mittelalter in Europa der Frühling begrüßt. In der frühen Neuzeit wurden diverse Bräuche abgelehnt. So wurde das Maifest 1555 in Schottland verboten, 1644 untersagte das englische Parlament das Aufstellen von Maibäumen.

In vielen Orten wird zum 1. Mai ein bunt geschmückter Maibaum aufgestellt, um den früher verbreitet Volkstänze aufgeführt wurden. Es gilt, im Wettbewerb um den größten und schönsten Maibaum mit den umliegenden Gemeinden zu bestehen. Auch werden etwa in Bayern die Maibäume von den jeweils anderen Gemeinden gestohlen und von ihren Besitzern verteidigt. Nach dem ungeschriebenen Gesetz der Tradition muss eine Gemeinde, deren Baum gestohlen worden ist, ihn von den Dieben um eine gehörige Menge Bieres „auslösen“. In manchen Gegenden, etwa in Bayern, Württemberg und im Rheinland, sind noch dazu private Maibäume üblich, die von jungen Männern am Haus ihrer Freundin beziehungsweise Angebeteten angebracht werden. Dabei handelt es sich vornehmlich um junge Birken. Bei einem Kirschbaum oder einer Tanne sollte sie sich Gedanken über ihren Ruf machen. Im Schaltjahr sind dann die Frauen angehalten, ihrem Liebsten einen Maibaum zu stellen.

Im Bergischen Land pflegt man das Pfingstsingen. Junge Männer oder Männergesangvereine ziehen von Haus zu Haus und entbieten den Pfingstgruß. Dafür sammeln sie Eier, Speck und sonstige Gaben, aber auch Geld.

Im Norddeutschen, vor allem im Oldenburger Raum, gibt es eine sogenannte Maitour. Hauptsächlich junge Menschen wandern, mit einem Bollerwagen ausgestattet, durch die Bauernschaften der ländlichen Regionen.

In einigen Regionen der Schweiz (z. B. in Teilen der Kantone Aargau und Solothurn) und Baden-Württembergs lassen die Maibuben oder in Teilen von Rheinland-Pfalz und des Saarlandes Hexen traditionellerweise von der Sitzbank bis zum Gartentor alles mitgehen, was in den Gärten eines Dorfes nicht niet- und nagelfest ist, und stapeln es auf einem zentralen Platz; die Eigentümer der Gegenstände haben sie dort selbst wieder herauszusuchen. Außerdem ist in ländlichen Teilen Baden-Württembergs das Maienstecken weit verbreitet. Dabei zieht die jungen Männer aus, um ihrer jeweiligen Herzensdame einen mit Krepppapier- oder Kunststoffbändchen geschmückten Birkenbaum (bis zu 6m) auf das Dach zu stecken, während der Dorfnachwuchs der umliegenden Nachbarschaft Streiche spielt, wie z. B. Klingelputzen oder Türklinken mit Schuhcreme wichsen. Derselbe, auch in Städten gepflegte Brauch ist in Bayern unter dem Begriff „Freinacht“ bekannt.

Im Sensebezirk und Bezirk La Glâne des Kantons Freiburg pflegt man noch heute das Maisingen. Es handelt sich dabei um ein Heischesingen, mit dem von Kindern Süssigkeiten und inzwischen auch Geldmünzen eingesammelt werden.

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