Braunvioletter Dickfuß

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Braunvioletter Dickfuß
2012-10-05 Cortinarius anomalus (Fr.) Fr 313479.jpg

Braunvioletter Dickfuß (Cortinarius anomalus)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Schleierlingsverwandte (Cortinariaceae)
Gattung: Schleierlinge (Cortinarius)
Art: Braunvioletter Dickfuß
Wissenschaftlicher Name
Cortinarius anomalus
(Fr. .: Fr.) Fr.

Der ungenießbare Braunviolette Dickfuß (Cortinarius anomalus) ist eine Pilzart aus der Familie der Schleierlingsverwandten (Cortinariaceae). Die Fruchtkörper erscheinen im Herbst in Laub- und Nadelwäldern. Der Schleierling wird auch Graubräunlicher Seidenkopf, Graubräunlicher Dickfuß, Graubrauner Schleierling oder Blauberandeter Seidenkopf genannt.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hut ist 3–8 cm breit, gewölbt bis ausgebreitet und im Alter mehr oder weniger verbogen. Die Huthaut ist matt und hat einen charakteristischen, glimmerigen Schimmer, ganz ähnlich wie die eingetrocknete Schleimspur einer Schnecke. Die Oberfläche ist anfangs tongrau bis graubraun und hat einen leichten Lilaton, später ist der Hut dunkel graubraun gefärbt.

Die untermischten Lamellen sind ausgebuchtet am Stiel angewachsen. Sie sind erst violett getönt und werden dann durch das rostbraune Sporenpulver violettbraun. Die Schneiden sind etwas heller als die Lamellenflächen.

Der zylindrische oder leicht keulige Stiel ist 5–10 cm lang und 1–2 cm breit. Er ist oft verbogen und im Alter hohl. Der obere Teil ist blass violettlich und feinfaserig, zur Basis hin ist er blassocker, und mehrfach schwach und vergänglich gegürtelt. Das Fleisch ist blass oder nahezu gleichfarben mit Hut und Stiel und hat ebenfalls einen violetten Ton. Der Geruch ist schwach und unauffällig bis unangenehm süßlich.[1][2]

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fast kugeligen Sporen sind 7,5–8,5 µm lang und 6–7 µm breit.[1][2]

Artabgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Recht ähnlich sind der Reihige Klumpfuß (Cortinarius glaucopus) und der Olivgelbe Schleimkopf (Cortinarius subtortus ) sowie weitere Schleierlinge.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Braunviolette Dickfuß wächst in Laub- und Nadelwäldern. Im Gebirge steigt er bis etwa 2500 m hoch auf. Die Varietät lepidopus kommt vor allem bei Birken und Kiefern vor.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europäische Länder mit Fundnachweisen des Braunvioletten Dickfußes.[3][4][5][6][7][8][9][10][11][12][13][14]
Legende:
grün = Länder mit Fundmeldungen
cremeweiß = Länder ohne Nachweise
hellgrau = keine Daten
dunkelgrau = außereuropäische Länder.

Der Pilz kommt in Nordamerika (Kanada, USA), Asien (Japan), Nordafrika (Marokko), Australien, Neuseeland und Europa vor.[6] In West- und Mitteleuropa ist der Schleierling ziemlich häufig.[1]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Braunviolette Dickfuß ist kein Speisepilz, auch wenn einige Autoren ihn für zwar minderwertig aber essbar halten. Da Speisepilzsammler den Pilz leicht mit anderen, möglicherweise giftigen Schleierlingen verwechseln können, sollte man ihn in der Küche nicht verwenden.[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Marcel Bon: Pareys Buch der Pilze. Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-09970-9, S. 216 (englisch: The mushrooms and toadstools of Britain and Northwestern Europe. Übersetzt von Till R. Lohmeyer).
  2. a b Hans E. Laux: Der neue Kosmos-Pilzatlas. 1. Auflage. Kosmos, Stuttgart 2002, ISBN 3-440-07229-0, S. 172.
  3. Cvetomir M. Denchev, Boris Assyov: Checklist of the larger basidiomycetes in Bulgaria. In: Mycotaxon. Band 111, 2010, ISSN 0093-4666, S. 279–282 (online [PDF]).
  4. Belgian List 2012 - Cortinarius anomalus. Abgerufen am 7. Januar 2014 (englisch).
  5. Torbjørn Borgen, Steen A. Elborne, Henning Knudsen: Arctic and Alpine Mycology. Hrsg.: David Boertmann, Henning Knudsen. Band 6. Museum Tusculanum Press, 2006, ISBN 978-87-635-1277-0, A checklist of the Greenland basidiomycetes, S. 56 (online).
  6. a b Weltweite Verbreitung von Cortinarius anomalus. (Nicht mehr online verfügbar.) In: GBIF Portal / data.gbif.org. Archiviert vom Original am 8. Januar 2014; abgerufen am 7. Januar 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/data.gbif.org
  7. D. M. Dimou, G. I. Zervakis, E. Polemis: Mycodiversity studies in selected ecosystems of Greece: I. Macrofungi from the southernmost Fagus forest in the Balkans (Oxya Mountain, central Greece). In: [Mycotaxon]. Vol: 82, 2002, S. 177–205 (englisch, online).
  8. G. I. Zervakis, E. Polemis, D. M. Dimou: Mycodiversity studies in selected ecosystems of Greece: III. Macrofungi recorded in Quercus forests from southern Peloponnese. In: cybertruffle.org.uk (Hrsg.): Mycotaxon. Vol 84, 2002, S. 141–162 (online).
  9. Cortinarius anomalus. In: grzyby.pl. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  10. Jean-Pierre Prongué, Rudolf Wiederin, Brigitte Wolf: Die Pilze des Fürstentums Liechtenstein. In: Naturkundliche Forschung im Fürstentum Liechtenstein. Vol. 21. Vaduz 2004 (online [PDF]).
  11. S. Petkovski: National Catalogue (Check List) of Species of the Republic of Macedonia. In: Acta Botanica Croatica. 2009 (englisch, PDF, 1,6 MB (Memento vom 15. Februar 2010 im Internet Archive) [abgerufen am 7. Januar 2014]). National Catalogue (Check List) of Species of the Republic of Macedonia (Memento des Originals vom 15. Februar 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.protectedareas.mk
  12. Grid map of Cortinarius anomalus. In: NBN Gateway / data.nbn.org.uk. Abgerufen am 7. Januar 2014 (englisch).
  13. Cortinarius anomalus. Pilzoek-Datenbank, abgerufen am 7. Januar 2014.
  14. NMV Verspreidingsatlas online: Cortinarius anomalus. In: verspreidingsatlas.nl. Abgerufen am 7. Januar 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Braunvioletter Dickfuß (Cortinarius anomalus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien