Bryan Mark Rigg

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Bryan Mark Rigg (* 16. März 1971 in Texas, USA) ist ein deutschstämmiger US-amerikanischer Historiker und Schriftsteller.[1] Bekannt wurde Rigg durch sein Werk Hitlers jüdische Soldaten.

Biographie[Bearbeiten]

Bryan Mark Rigg wurde baptistisch von seiner Familie erzogen.[2] 1991 ging er nach Deutschland, um die Sprache seiner 1863 aus Deutschland eingewanderten Vorfahren zu erlernen. Als Geschichtsstudent wollte er mehr über seine Familiengeschichte erfahren und fand heraus, dass eine Urgroßmutter der jüdischen Kultusgemeinde angehört hatte. Rigg bekannte sich zum Judentum.[3]

1996 schloss Rigg sein Bachelor-Studium im Fach Geschichte mit Auszeichnung der Yale-Universität ab. An der Universität Cambridge machte er 1997 seinen Master; im Jahr 2000 promovierte er in Philosophie (Ph. D.). Er diente als Freiwilliger in der israelischen Armee und als Offizier im US Marine Corps.[4] Rigg unterrichtete Holocaust, Militärgeschichte und Religion an der American Military University in Manassas, Virginia und der Southern Methodist University, Dallas. 2006 beendete er diese Tätigkeit.[5]

Im Dezember 2008 gründete Rigg ein eigenes Unternehmen die RIGG Wealth Management, LLC..[6][7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Rigg wurde 2003 für das Buch Hitlers jüdische Soldaten mit dem William E. Colby Award ausgezeichnet.[8]

Hitlers jüdische Soldaten[Bearbeiten]

In seinem Werk Hitlers jüdische Soldaten stellt Rigg heraus, dass auch nach 1940 in der Wehrmacht „jüdische Mischlinge” und „jüdisch Versippte“ dienten, obwohl eine Anordnung bestand, diese zu entlassen. Einige blieben bis 1944 mit „Führererlaubnis“ als Offiziere in der Wehrmacht. Rigg bezifferte die Anzahl „jüdischer Mischlinge“ (nach Definition der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz) im wehrpflichtigen Alter auf 117.000 - 190.000.[9] Daher schätzte er die Zahl der Dienenden auf 60.000 „Halb-“ und 90.000 „Viertel-Juden“.[10]

Rigg dokumentierte 1.671 Fälle und führte Interviews mit 430 überlebenden deutschen Soldaten jüdischer Abstammung und mit deren Verwandten. Die Interviewten machten ihm ein Quellenmaterial zugänglich, das bis dahin unbekannt oder unbeachtet geblieben war. Darin anschließende Archivstudien erschlossen weitere wichtige Dokumente. Zu den in seinem Buch aufgeführten Personen gehören Ernst Benda, Egon Bahr, Erhard Milch, Robert Borchardt, Walter Holländer, Walter Lehweß-Litzmann und Bernhard Rogge. Insgesamt erhielten nach Riggs Angaben 244 jüdische Mischlinge das Eiserne Kreuz, einer das Deutsche Kreuz in Silber, 19 das Deutsche Kreuz in Gold und 15 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Rigg stellt dar, dass mindestens 21 deutsche Generäle und Admirale jüdische Vorfahren hatten.

Zeitdokumente und Interviews, die Rigg in 8-mm-Film aber auch auf VHS für sein Buchprojekt hat sammeln können, wurden 1997 für das Militär-Archiv des Bundes beim Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) der Bundeswehr in Potsdam angekauft und archiviert.

Riggs Thesen blieben nicht unumstritten. Die Historikerin Beate Meyer kritisiert Riggs Buch als „Mogelpackung“. Sie wirft dem Verfasser mangelnde Quellenkritik vor und beanstandet die genannten Zahlen. Es habe maximal 33.000 „Mischlinge“ oder mit diesen „Versippte“ in wehrfähigem Alter gegeben, von denen überdies nur ein Teil eingezogen worden sei.[11] Christoph Rass bezeichnet Riggs Zahlenangabe von 150.000 Wehrmachtsangehörigen jüdischer Abstammung als „zu Recht umstritten“.[12]

Publikationen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Igal Avidan: POLITISCHE LITERATUR - Bryan Mark Rigg: Hitlers jüdische Soldaten. Abgerufen am 25. Januar 2013 („... amerikanische Historiker Bryan Rigg ...“ auf dradio.de).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDorie Baker: Alumnus Bryan Rigg reveals untold story of Hitler's Jewish Soldiers. 3. Mai 2002, abgerufen am 25. Januar 2013 („He returned to his family in Texas, where he had grown up as a devout Baptist...“ in Volume 30, Number 28).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDorie Baker: Alumnus Bryan Rigg reveals untold story of Hitler's Jewish Soldiers. 3. Mai 2002, abgerufen am 25. Januar 2013 („He now identifies himself as Jewish“ in Volume 30, Number 28).
  4. First Unitarian Church of Dallas: Krystallnacht: The Night of Broken Glass. Abgerufen am 25. Januar 2013 („BRYAN MARK RIGG received his B.A. with honors in history from Yale University and received the Henry Fellowship for graduate study at Cambridge University, where he received his M.A. and Ph.D. He has served as a volunteer in the Israeli Army and as an officer in the U.S. Marine Corps. [...] His books, Hitler's Jewish Soldiers, Rescued from the Reich and Lives of Hitler's Jewish Soldiers, have been featured in the New York Times, Los Angeles Times, and London Daily Telegraph.“).
  5. Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V. (DAAD): Bryan Mark Rigg. Abgerufen am 25. Januar 2013 (2010-06-23 auf daad.de).
  6. First Unitarian Church of Dallas: Krystallnacht: The Night of Broken Glass. Abgerufen am 25. Januar 2013 („BRYAN MARK RIGG [..] Currently he owns his own financial advisory firm RIGG Wealth Management, LLC. His books, Hitler's Jewish Soldiers, Rescued from the Reich and Lives of Hitler's Jewish Soldiers, have been featured in the New York Times, Los Angeles Times, and London Daily Telegraph.“).
  7. CorporationWiki.com: Rigg Wealth Management LLC. Abgerufen am 25. Januar 2013 („Rigg Wealth Management LLC has a location in Dallas, TX. Active officers include Bryan M. Rigg. Rigg Wealth Management LLC filed as a Domestic Limited Liability Company (LLC) on Monday, December 22, 2008 in the state of Texas and is currently active. - Source: Texas Secretary of State last refreshed 11/10/2012“ auf CorporationWiki.com).
  8. Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V. (DAAD): Bryan Mark Rigg. Abgerufen am 25. Januar 2013 (2010-06-23 auf daad.de).
  9. Tabelle mit Vergleichszahlen bei Rigg, Hitlers jüdische Soldaten, S. 76
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDorie Baker: Alumnus Bryan Rigg reveals untold story of Hitler's Jewish Soldiers. 3. Mai 2002, abgerufen am 25. Januar 2013 („Rigg estimates that there were 60,000 half-Jews in the Nazi army and 90,000 quarter-Jews. “ in Volume 30, Number 28).
  11. Rezenzion von Beate Meyer, Die ZEIT, 6. November 2003
  12. Rezension von Christoph Rass in: Birthe Kundrus, Beate Meyer (Hrsg.): Die Deportation der Juden aus Deutschland: Pläne-Praxis-Reaktionen 1938-1945, Göttingen 2004, ISBN 3-89244-792-6, S. 235. online auf books.google.de