Buchenloch

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Reliefkarte: Rheinland-Pfalz
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Buchenloch
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Rheinland-Pfalz

Das Buchenloch (auch Buchenlay[1]) ist eine Höhle im Dolomitfelsmassiv der Gerolsteiner Kalkmulde, nördlich von Gerolstein in der Eifel.[2][3]

Geschichte und geologische Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinwerkzeuge des Moustérien
Eingang zum Buchenloch
Tropfsteinbildung an der Mittelsäule der Buchenlochhöhle

Vor geschätzt 30.000 Jahren,[1] während der letzten Eiszeit wurde sie von Menschen und Tieren aufgesucht, ob als ständige Wohnhöhle oder nur gelegentlich, ergibt sich aus den gemachten Funden nicht. Gegraben wurde in der Höhle in den 1880er Jahren durch Eugen Bracht, einen Landschaftsmaler. Ein dabei entdecktes Steinwerkzeug ließ sich dem Moustérien zuordnen, das heißt, dass sich dort Neandertaler aufhielten.[2] Die Tierknochenfunde weisen auf Mammut, Höhlenbär[3], Wildpferd und Ren als Jagdbeute hin.[4] Die archäologischen Funde befinden sich im Rheinischen Landesmuseum Trier, die Knochenfunde sind zum Teil verschollen, einige liegen im Museum Villa Sarabodis in Gerolstein.

In der Nähe des Buchenlochs, in der in der Südwand der Munterley gelegenen Magdalenenhöhle, wurden Steinwerkzeuge und Schmuckstücke entdeckt, deren nach der Radiokarbonmethode bestimmtes Alter ca. 25.000 Jahre beträgt.[4]

Die Maße des Buchenlochs werden angegeben mit einer Länge von etwa 30 Metern, einer Breite von 4 Metern und einer durchschnittlichen Höhe von etwa 2,4 Metern.[2] Sie besitzt links einen sehr schmalen, circa 15 Meter langen Seitenausgang oder -eingang, einen kurzen Schluff, in der Mitte eine dicke Säule sowie eine größere und eine kleine Seitenkammer. Einige Bereiche sind dunkel und feucht. An der Rückseite verläuft eine steile und lehmige Halde, die bis fast unter die Höhlendecke reicht.[5] In der Höhle ist die Bildung von Kalksinter und Tropfstein zu sehen. Ausgelöst wird dies durch Sickerwasser, das die Gesteinsbestandteile Calcit und Dolomit auflöst.

Die seit 1938 unter Naturschutz[6] stehende Höhle ist öffentlich zugänglich. Sie ist über den Vulkanwanderweg (Eifel) leicht zu erreichen.[2] Die neunte Etappe des Eifelsteigs führt ebenfalls an der Höhle vorbei.[7] Allerdings sollte die Höhle zwischen dem 1. Oktober und dem 31. März nicht betreten werden, da in dieser Zeit die Fledermaus­schutzzeit gilt, während der das Betreten von Grotten, Bunkern, Stollen und anderen potentiellen Winterschlaf-Behausungen von Fledermäusen gesetzlich untersagt ist.[1]

Schutzfunktion im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Wäldern der Dietzenley diente die Buchenlochhöhle als Schutzunterschlupf für einen Teil der Gerolsteiner Bevölkerung während der häufigen Bombenangriffe auf Gerolstein im Zweiten Weltkrieg, bedingt durch die strategisch wichtige Bahnlinie.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtverwaltung Gerolstein (Hrsg.): Gerolstein in der Vulkaneifel, Trier, 1975
  • Grabungsergebnisse in: Festschrift zur Begrüßung der XIV. Allgemeinen Versammlung der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft, Trier 1883.
  • Jakob Schneider: Das Kyllthal mit seinen nächsten Umgebungen, nach geschichtlich-antiquarischen und naturhistorischem Bezuge, und mit Rücksicht auf die Sagen dargestellt. 1853, S. 63 ff. (online auszugsweise).
  • Hartwig Löhr: Buchenloch-Höhle. In: Führer zu archäologischen Denkmälern des Trierer Landes (= Rheinisches Landesmuseum Trier [Hrsg.]: Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier. Band 35). Trier 2008, ISBN 978-3-923319-73-2, S. 108 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kremb/Lautzas: Landesgeschichtlicher Exkursionsführer Rheinland-Pfalz. Band 2. Verlag Arbogast, Otterbach 1991 (zitiert in Eintrag zu Buchenloch – Altsteinzeitliche Höhle (Gerolstein) in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier; abgerufen am 12. September 2017.).
  2. a b c d Buchenloch. In: www.eifelfuehrer.de. Abgerufen am 12. September 2017.
  3. a b K.C. von Leonhard und H. G. Bronn (Herausgeber, 1837): Neues Jahrbuch fur Mineralogie, Geognosie, Geologie und Petrefaktenkunde. E. Schweizerbart's Verlagshandlung, S. 490.
  4. a b Eintrag von Benjamin Keul zu Höhle Buchenloch bei Gerolstein in der Datenbank „KuLaDig“ des Landschaftsverbands Rheinland, abgerufen am 12. September 2017.
  5. Eine sagenhafte unterirdische Verbindung Trierischer Volksfreund vom 20. Mai 2009, abgerufen am 19. April 2021
  6. Verordnung zur Sicherung von Naturdenkmalen im Kreis Daun vom 16. April 1938.
  7. Eifelsteig-Etappe 09. Von Hillesheim nach Gerolstein. Abgerufen am 12. September 2017.
  8. Höhle Buchenloch bei Gerolstein In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital, abgerufen am 19. April 2021

Koordinaten: 50° 13′ 53,8″ N, 6° 39′ 35,1″ O