Eugen Bracht

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Eugen Bracht

Eugen Felix Prosper Bracht (* 3. Juni 1842 in Morges, Kanton Waadt, Schweiz; † 15. November 1921 in Darmstadt) war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eugen Bracht wurde 1842 als Sohn des promovierten Administrators Prosper Bracht (* 8. März 1811 in Recklinghausen – 11. Februar 1885 in Darmstadt) und seiner Ehefrau Rosalie, geb. Zurstraßen (* 18. November 1819 in Verviers) geboren. Mit acht Jahren kam Bracht zusammen mit seiner Familie nach Darmstadt. Eugen Bracht hatte zwei Schwestern und drei Brüder, darunter Theodor Carl Joseph (Morges 1843–1911 Antwerpen). Der Vater wurde Vermögensverwalter und Justitiar von Maximiliane von Oyen in Darmstadt. Eugen wurde schon bald Schüler der Maler Friedrich Frisch und Karl Ludwig Seeger. Während eines Besuchs auf dem Heidelberger Schloss gemeinsam mit Phillip Röth trafen sie auf Johann Wilhelm Schirmer, dieser holte Bracht ab 1859 als Student an die Karlsruher Kunstschule. Die Sommermonate 1860 konnte Bracht zusammen mit den Malern Emil Lugo und Hans Thoma im Schwarzwald verbringen. Er wurde im Winter-Semester 1858/59 Mitglied des Corps Arminia, dem späteren Corps Hassia Darmstadt.[1]

Gefördert und unterstützt durch seine Lehrer ging Bracht 1861 nach Düsseldorf und wurde dort Schüler von Hans Gude. Später konnte er in Gudes Atelier zwar selbständig arbeiten, war aber mit seinen Bildern nie ganz zufrieden. Von der Situation enttäuscht wandte sich Bracht von der Malerei ab, verließ Düsseldorf und zog nach Berlin.

Dort lebte und wirkte er in verschiedenen kaufmännischen Bereichen und konnte sich 1870 sogar mit einem kleinen eigenem Unternehmen selbständig machen. Der Erfolg war aber nur von sehr kurzer Dauer, da Bracht durch die politischen Ereignisse (Deutsch-Französischer Krieg) schon bald Konkurs anmelden musste. Privat beschäftigte er sich intensiv mit der Fotografie und ur- und frühgeschichtlichen Studien. Seine Ehefrau Maria Deurer, die Tochter des Hofkünstlers Ludwig Deurer motivierte Bracht sich wieder der Malerei zuzuwenden.

Bracht verließ Berlin und kehrte im Frühjahr 1876 zu seinem Lehrer Gude nach Karlsruhe zurück. Hier konnte er dann auch mit seinen Dünenbildern erste Erfolge feiern. Mit diesen Bildern thematisierte Bracht hauptsächlich die kargen Landschaften der Ostseeküste und der Lüneburger Heide. Publikum wie offizielle Kunstkritik lobte an diesen Bildern die „… stimmungsvolle Einsamkeit“. Eines der ersten Heidebilder erwarb Armgard von Arnim, die Tochter von Bettina von Arnim.[2]

1880/1881 unternahm Bracht mit Carl Coven Schirm und dem „Reisefanatiker und Orientmaler“ Adolf von Meckel (1856–1893) eine längere Studienreise durch Syrien, Palästina und Ägypten.[3] Zurück in Berlin verarbeitete Bracht die Eindrücke in einem Werkzyklus mit Sujets des Orients. Anders als die bisherige Malerei des Orientalismus versachlichte er die Darstellung und verzichtete auf kitschige Klischees zugunsten. Die beiden bekanntestesten Werke „Die Abenddämmerung am Toten Meer“ und „Der Sinai“ wurden je von der Nationalgalerie und dem Kaiser angekauft, das Publikum war begeistert von der Wirkung des Lichts und die Reiseeindrücke aus fremden Welten. Bracht selbst betrachtete sein Werk kritisch und suchte insgeheim nach neuen Ausdrucksformen. Er strebte nach Paris zu ziehen und hatte seine Frau dorthin geschickt, damit diese eine Wohnung sucht. Über einen Malerkollegen der im selben Hotel wohnte erfuhr Anton von Werner von den Umzugsplänen, und versuchte den Umzug des talentierten Nachwuchsmalers zu verhindert, indem er ihm eine Stelle an der Akademie in Berlin anbot.

An der Preußischen Akademie der Künste in Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eugen Bracht in seinem Atelier, 1901. Foto von Hermann Boll.
Eugen Bracht 1917 auf einer Fotografie von Nicola Perscheid
Die „Villa in Rosen“ auf der Mathildenhöhe

1882 nahm Bracht den Ruf als Dozent für Landschaftsmalerei an der Berliner Kunstakademie an, und bereits zwei Jahre später avancierte er dort zum ordentlichen Professor. Eines seiner wichtigsten Werke in diesen Jahren war 1883 das Panoramabild Schlacht bei Sedan, welches Bracht zusammen mit Anton von Werner ausführte. Zu den Besuchern gehörten u.a. Kaiser Wilhelm und Moltke. Das Panorama wurde auch von einer amerikanischen Investorengruppe besucht, die ihm mit dem Panorama Schlacht bei Chattanooga beauftragten. Kaiser Wilhelm erwarb das Werk „Gestade der Vergessenheit“ und der Zar „Märkischer Birkenwald“.[4]

Eine private Leidenschaft von Bracht war die Paläontologie, die er mit Malreisen verband. 1883 grub er die Höhle Buchenloch bei Gerolstein/Eifel aus. Eugen Bracht wurde noch im Gründungsjahr 1912 Mitglied der Paläontologischen Gesellschaft.[5] Seine Sammlung an mesolithischen und neolithischen Werkzeugen stiftete er 1913 der Universität Greifswald.[6]

Nachdem Bracht durch den Tod seiner Frau verwitwet war, heiratete er am 9.6.1895 „Toni“ Becker, die Tochter des Darmstädter Ministers Ernst Becker.

In der Berliner Kunstszene entstand eine immer größer werdende Kluft, zwischen traditionsgewandten akademischen Malern und fortschrittlichen Kräften. Bracht pflegte den Umgang mit den Traditionalisten, hatte sich künstlerisch jedoch längst der moderneren Malerei zugewandt, seinem Schüler Max Uth empfahl er sich an der Gründung der Secession zu beteiligen. 1892 kam es zu endgültigen Bruch mit den Traditionalisten. Als Brachts Vorgesetzter und Freund Anton von Werner 1892 eine Edvard Munch-Ausstellung vorzeitig schließen ließ, gehörte Bracht zu jenen 70 Künstlern, die dagegen protestierten. In Anbetracht, dass Brachts Klasse die bestbesuchteste war und seine Studenten Preise auf Kunstausstellungen holten, blieb dessen Haltung beruflich vorerst folgenlos. Bei der Neubesetzung der Leitung der Akademie 1901 übergang man Bracht, der zuvor als Anwärter gehandelt wurde. Kaiser Wilhelm hatte sich über den Impressionistischen Weg von Bracht aufgeregt und rühmte sich „noch anständige Bilder“ von ihm zu besitzen.[7] Um ihn zur Rückkehr zum alten Stil zu bekehren, beauftragte er ihn das Historiengemälde "Der Einzug Friedrichs von Hohenzollern in die Mark Brandenburg" zu malen, was Bracht ablehnte.[8] In letzter Konsequenz verließ er 1901 Berlin, um eine Stelle in Dresden anzutreten. Bracht galt jedoch weiterhin als Vertreter der Berliner Avantgarde, seine Werke waren auch Bestandteil der progressiven „Berliner Künstler-Silhouetten“ von 1902.

Dresden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dresden übernahm Bracht 1901/1902 die Leitung des Meisterateliers für Landschaftsmalerei an der Dresdner Kunstakademie. Zu seinen Meisterschülern gehörten u. a. Paul Mishel, Hans Hartig, Franz Korwan und Artur Henne.

Fern von dem Kunstbetrieb in Berlin konnte Bracht experimenteller arbeiten. Von Dresden aus erkundete er auch die sächsische Landschaft, besuchte jedoch auch frühere Ziele, wie Sylt oder die Eifel. Brachts Erfolg blieb ungebrochen, er wurde jährlich eingeladen großen Kunstausstellungen im In- und Ausland mit Werken zu beschicken. Bracht gehörte auch zur bevorzugten Auswahl zeitgenössischer Künstler, die das „Komité zur Beschaffung und Bewertung von Stollwerckbildern“ dem Kölner Schokoladeproduzent Ludwig Stollwerck zur Beauftragung für Entwürfe vorschlug.[9]
Im Laufe des Jahres 1919 zog er sich vom Lehrbetrieb zurück und ging in den Ruhestand, den er in seiner Wahl-Heimatstadt Darmstadt verbrachte, wo familiäre Kontakte bestanden.

Darmstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bracht pflegte stets soziale und familiäre Kontakte nach Darmstadt, so war er beispielsweise in der Jury der Künstlerkolonie engagiert. Die Stadt hatte für ihn 1912 neben Dresden eine umfangreiche Jubiläumsausstellung organisiert.[10] Der Maler Hans Christiansen verkaufte sein Haus auf der Mathildenhöhe an einen Fabrikanten. Bracht trat mit diesem in Kontakt und kaufte es ihm ab, nach umfangreichen Umbaumaßnahmen bezog er es 1919 als Atelier und Wohnhaus. Bracht starb am 15. November 1921 im Alter von 79 Jahren und wurde auf dem Waldfriedhof Darmstadt (Grabstelle: L 3b 3)[10] bestattet. Eine für 1922 angesetzte Ausstellung wurde zur Gedächtnis-Ausstellung umbenannt, es wurden auch Werke aus dem Nachlass veräußert.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidelandschaft (Neu Zittau bei Berlin), 1884
Rast in der Syrischen Wüste, 1883
Das Gestade der Vergessenheit von 1889 ist eines der bekanntesten Werke des Symbolismus

Bis nach seinen Orientreisen wurde seiner Arbeit von einer dramatisierenden Naturauffassung geprägt. In Berlin pflegte er noch vor Walter Leistikow eine Freilicht-Malerei.[11]

Frühwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Frühwerk umfasst die Zeit von 1859 bis 1873 und ist vornehmlich akademisch geprägt. Bracht beschäftigt sich mit Naturlandschaften, Menschen und Tiere werden nur durch Pinselstriche angedeutet. Die zumeist kleinformatigen Gemälde auf Pappe entstehen im Atelier und erscheinen konstruiert. Einen großen Einfluss hat sein Lehrer Johann Wilhelm Schirmer.

Heidelandschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1875 beginnt sich Bracht mit der Heide zu beschäftigen, eine damals wenig beachteter Landschaftstypus, hatten zuvor sich nur Heimatmaler mit diesem Sujet beschäftigt. Er bereist die Lüneburger Heide, Rügen und das Riesengebirge. Nach dem Erfolgt wagt sich Bracht mit den Heidelandschaften auch ins Grosformat bis 2 Meter. In jener Schaffensepoche nehmen sich die Farben sehr stark hinter der naturalistischen atmosphärischen Darstellung zurück.

Orientlandschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1881 entstanden die ersten Werke mit Orientmotiven, viele davon als Großmotiv. Anders als viele Orientmaler bediente Bracht nicht die Klischees und Phantasien der Europäer, er bemühte sich um eine charakteristische Darstellung des Alltags mit ethnologischem Wert. Licht und Farbe sind die bestimmenden Elemente. Viele Skizzen werden jedoch nicht umgesetzt, da Bracht durch stattliche Aufträge und Panoramen stark eingebunden war.

Zyklus Hochgebirge und symbolische Landschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1887 entstanden Gebirgslandschaften und extrem symbolisch aufgeladene Landschaften. Naturphänomene und menschliche Schicksale nehmen eine bedeutende Rolle ein. Die Lichtführung mutet mitunter mystisch an. Bracht gerät in eine persönliche Krise und ist zerrissen zwischen Form und Farbe.

Impressionismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegböschung im Mühltal, 1914

Um 1898/1899 wollte Bracht seine impressionistische Phase der Öffentlichkeit vorstellen, am 5. Mai 1898 wurde die Berliner Secession gegründet, so dass diese Orientierung auch eine Kunstpolitische Haltung implizierte. Bracht schrieb: „Mit der Secession kann ich wegen meiner Stellung nicht, mit den anderen will ich nicht“ Bracht stelle die Arbeiten erst in Darmstadt aus, von den Angeboten Berliner und überregionaler Galerien entschied er sich für die Galerie Eduard Schulte, welche mit Brachts Werken das neue Jahrhundert feierte. Charakteristisch für diese Werke ist die Konzentration auf den malerischen Ausdruck mit einer reduzierte Farbpalette und eine Rücknahme des Sujets, die hell-dunkel Kontraste werden durch warm-kalt Konstraste abgelöst. Diese Werkphase lässt ihn auch zu einem frühen Vertreter des deutschen Impressionismus werden. Max Osborn schrieb 1909: „Wenn Max Liebermann meinte: „Zeichnen ist Fortlassen,“ so überträgt Bracht diese Maxime auch auf die Malerei“.[12]

Industriemotive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisen- und Stahlwerk Hoesch, Dortmund 1907

Als letztes Sujet beschäftigt sich Bracht mit Industrielandschaften. Er hatte schon vor 1899 vereinzelt Fabriken gemalt, aber erst seit 1903 nahmen diese eine größere Rolle ein. Insbesondere Stahlwerke mit ihren Schornsteinen und Dampfwolken hatte es ihm angetan. Zu sehen ist weniger der einzelne Arbeiter, als vielmehr die Faszination des Künstlers von der Gesamtanlage.

Spätwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spätwerk ab 1915 ist gekennzeichnet von zahlreichen Wiederholungen und einer Hinwendung zum Publikumsgeschmack mit einer strengeren akademischen Malerei. War beim deutsche Impressionismus Bracht noch ein Vorreiter, so verließ er in seiner letzten Schaffensphase die Avantgarde. Gemessen an der Quantität der Gemälde ist diese eine der Umfangreichsten, blieben doch Experimente und Reisen im Wesentlichen aus.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dreieichenhain, Burgruine (1859), Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
  • Oberitalienische Landschaft (1864), Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Hünengrab in der Heide (1877)
  • Am Heidehügel, Öl auf Leinwand, 100 x 179, Kulturhistorisches Museum Magdeburg (vermisst)
  • Küste vor Rügen (1878)
  • Heidelandschaft (1879)
  • Heideschäfer (1879)
  • Abenddämmerung am Toten Meer, Nationalgalerie Berlin
  • Der Sinai
  • Das Gebirge Moab von der Jordanfurt aus (1880) Aquarell, Kupferstichkabinett Berlin
  • Felslandschaft (1881), Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Rast in der Araba (Peträisches Arabien) 1882
  • Palmen bestandene Oase (1883)
  • Elias am Bache Krith (1884)
  • Jericho (1884), Nationalgalerie Berlin
  • Gestade der Vergessenheit (erste Fassung 1889, danach sieben weitere Fassungen)
  • Battle of Chattanooga (1889), Panoramagemälde in Philadelphia
  • Durch die Heide (1890), Musée de la Cour d'Or, Metz
  • Lagernde Beduinen (1891), Nationalgalerie Berlin
  • Huleh-See mit Fischotterjagd (1891), Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Klippen bei Final-Marina (1893), Kunsthalle Kiel
  • Darmstädter Damen (1894), Auftragsarbeit für Alix von Hessen-Darmstadt
  • Hannibals Grab (1900), eine Version in der Museumslandschaft Hessen Kassel [13], eine weitere ehemals im Besitz der Familie Georg von Siemens[14]
  • Das Bruch (Az ingovány), Szépművészeti Múzeum, Budapest
  • Der Schilfteich (1901), Mittelrhein-Museum, Koblenz
  • Wenn der silberne Mond (1901), Kunstsammlungen Zwickau
  • Norwegische Landschaft, Große Kunstausstellung Dresden 1904[15]
  • Nachtschicht, Hösch-Stahlwerk in Dortmund (1906), Öl auf Leinwand, 137 x 136, Kulturhistorisches Museum Magdeburg (vermisst)
  • Hermannshütte in Hörde (1907), 2011 in "Arbeitswelten" des Hessischen Landesmuseums Darmstadt gezeigt
  • Winterabend (1907), Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Ruine Manderscheid in der Eifel, (1908), 1970 in der Kunsthalle Darmstadt gezeigt
  • Die Henrichshütte bei Hattingen am Abend, (1912) Westfälisches Landesmuseum Münster
  • Hering im Odenwald, Burg Otzberg, (1912), als Postkarte: "Zum 70. Geburtstag Eugen Bracht's. In Auftrag gegeben von Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin von Hessen 1912"
  • Der Morgenstern in der Neujahrsnacht (1899), Morning Star(1912), Memorial Art Gallery Rochester, USA
  • Wegböschung im Mühltal, (1914), Hessisches Landesmuseum Darmstadt
  • Schloß Reinsberg von der Wiese aus (1915), Nationalgalerie Berlin
  • Waldbach (1915), Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Am Seeufer (1916), Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Oberhessische Landschaft (1916), Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Schneeschmelze, Nationalgalerie Berlin
  • Waldtal am Abend (1915), Öl auf Leinwand, 86 x 97, Städtische Sammlungen für Geschichte und Kultur Görlitz (vermisst)
  • Felswand (1916), Öl auf Leinwand, 65 x 58, Bayerische Staatsgemäldesammlungen München (vermisst)
  • Loisachbett (1916), Städtische Kunstsammlung Chemnitz

Künstlerische Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere die Hauptwerke von Bracht wurden als Drucke auf Karton reproduziert und gelangten aufwendig gerahmt in zahlreiche Wohnzimmern der aufstrebenden Mittelschicht in der späten Kaiserzeit. Schüler von Bracht malten nach dem Stil des Meisters und boten diese Werke (teilweise unsigniert) zum Verkauf an. Diese Praxis wurde von Bracht nicht nur gedultet, er malte auch häufig gemeinsam mit den Studenten, dabei wurde ein gemeinsames Thema ausgewählt und jeder malte auf seiner Leinwand. Später wurde diese Praxis als „Eugen Bracht Schule“ bezeichnet.[16]

Kollegen von Bracht widmeten im Werke, beispielsweise erschuf Friedrich Wilhelm Hörnlein 1912 eine „Eugen Bracht Medaille“ von der sich zwei Exemplare in den Staatlichen Museen in Dresden befinden,[17] ein anderer Künstler erschuf 1938 eine Büste.[18] Von Fotografen, die Bracht fotografierten sind zu nennen, die Hoffotografen Schulz & Suck aus Karlsruhe [19], Hermann Boll und Nicola Perscheid.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Beyer (Hrsg.): Eugen Bracht. Festschrift zur Feier seines 70. Geburtstages. Freie Vereinigung Darmstädter Künstler 1912
  • Rudolf Theilmann (Hrsg.):Eugen Bracht, Lebenserinnerungen, Karlsruhe : Theilmann, 1973
  • Manfred Großkinsky (Hrsg.): Eugen Bracht 1842–1921. Landschaftsmaler im wilhelminischen Kaiserreich. Mathildenhöhe, Darmstadt 1992
  • Manfred Großkinsky (Hrsg.): Eugen Bracht 1842–1921. Museum Giersch, Frankfurt/M. 2005, ISBN 3-935283-10-5

Auszeichnungen (unvollständig)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1912: Goldene Verdienstmedaille für Kunst und Wissenschaft des Grossherzogtums Hessen[20]

In Sichtweite seines früheren Hauses auf der Mathildenhöhe in Darmstadt gibt es den Eugen-Bracht Weg, weitere Straßen oder Wege nach Bracht gibt es ua. in Dresden, Geisenheim, Bispingen, Pantenburg, Schwielowsee.

Ausstellungen (unvollständig)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrmals vertreten war Bracht zu Lebzeiten ua. auf der Biennale von Venedig, der Großen Berliner Kunstausstellung, der Deutschen Kunstausstellung, den Weltausstellungen.

  • 1907: Exhibition of Contemporary German Paintings Indianapolis Museum of Art (IMA), Indianapolis
  • 1916: Die Dresdner Kunstverein in Hamburg, Hamburg
  • 2002: Orient auf Papier : von Louis-Francois Cassas bis Eugen Bracht, Hessisches Landesmuseum
  • 2005: Von der Schönheit des Unscheinbaren/Eugen Bracht und der Märkische Künstlerbund, Galerie Barthelmess & Wischnewski Berlin

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1900: Sonderausstellung Eugen Bracht der Großen Berliner Kunstausstellung Berlin
  • 1908: Eugen Bracht in Dresden, Kunstverein Leipzig 1908
  • 1912: Jubiläums-Ausstellung Eugen Bracht Mathildenhöhe Darmstadt
  • 1912: Eugen Bracht Ausstellung zum 70. Geburtstag Sächsischer Kunstverein Dresden
  • 1970: Eugen Bracht Kunsthalle Darmstadt
  • 1992: Eugen Bracht - Landschaftsmaler im wilhelminischen Kaiserreich Mathildenhöhe Darmstadt
  • 2005: Eugen Bracht (1842-1921) Museum Giersch Frankfurt
  • 2006: Eugen Bracht - Landschaftsmalerei als Naturerfahrung Niedersächsisches Landesmuseum[21]
  • 2016: Eugen Bracht (1842-1921) Staatspark Fürstenlager, Bensheim-Auerbach

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Corps Hassia Darmstadt. 1840–1955. Mitglieder-Liste der Hassia-Darmstadt. 1955, S. 42/43.
  2. http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dkd1899_1900/0286 Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 5.1899 Seite: 247
  3. Klaus Homann: Maler sehen die Lüneburger Heide. Albert-König-Museum, Unterlüß 2008, S. 27
  4. http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dkd1899_1900/0286 Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 5.1899 Seite: 247
  5. Paläontologische Zeitschrift 1, Heft 1, März 1914
  6. http://www.mnf.uni-greifswald.de/index.php?id=19835
  7. Manfred Großkinsky: Eugen Bracht. Mathildenhöhe Darmstadt, S. 48, 1992
  8. http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kultur/gedankenmalerei-eine-ausstellung-ueber-eugen-bracht-und-seine-kuenstlerische-entwicklung-im-museum-giersch-1257786.html
  9. Detlef Lorenz: Reklamekunst um 1900. Künstlerlexikon für Sammelbilder. Reimer-Verlag, 2000.
  10. a b Ehrengräber auf dem Waldfriedhof Darmstadt
  11. Anton Heinrich Springer: Handbuch der Kunstgeschichte: Das 19. Jahrhundert, S. 333, 1907
  12. Max Osborn: Eugen Bracht, S. 16, 1909
  13. http://malerei19jh.museum-kassel.de/show.html?kuenstler_id=23&nr=1&id=30328&sort=Alle&bio=1
  14. W.L. Hertslet,H.F. Helmolt: Der Treppenwitz der Weltgeschichte, S. 135 1910
  15. Schwarz-Weiß-Foto in: Die Kunst. Monatshefte für freie und angewandte Kunst. Elfer Band, Verlagsanstalt F. Bruckmann AG, München 1905, S. 42, abgerufen im Portal scans.library.utoronto.ca am 27. Dezember 2013
  16. http://www.welt.de/print-welt/article489007/Heile-Welt-Landschaftsmalerei-aus-der-Eugen-Bracht-Schule.html
  17. http://skd-online-collection.skd.museum/de/contents/show?id=497807
  18. http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30120845
  19. https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/LIITKBMNXIFPSNJXY76D6DVEFFOD3OD3
  20. Grossherzoglich hessisches Regierungsblatt für das Jahr 1912, Seite 172
  21. http://cms2.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=24352&article_id=85023&_psmand=184

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eugen Bracht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien