Bund Deutscher Orgelbaumeister

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Bund Deutscher Orgelbaumeister e.V. (BDO) mit Sitz in München wurde 1895 gegründet und ist eine Vereinigung deutscher Orgel- und Orgelpfeifenbauer sowie deren Zuliefererbetriebe. Zurzeit gehören ihm über hundert Werkstätten in ganz Deutschland an. Er vertritt die Interessen des deutschen Orgelbaus gegenüber allen in Frage kommenden Institutionen, wie Auftraggebern, Orgelsachverständigen und Behörden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde 1896 in das Vereinsregister eingetragen. Jeder selbstständige Orgelbaumeister, unabhängig von der Betriebsgröße kann in dieser Vereinigung Mitglied werden. Es handelte sich dabei um einen freiwilligen Zusammenschluss, der kartellähnliche Züge annahm. Ziel war es, eine Mindestpreisvereinbarung festzulegen, um auf diesem Preisniveau oder darüber produzieren zu können. Damit versuchten sich Großbetriebe vor Preisunterbietungen von kleinen Orgelbaufirmen zu schützen, die oft nahe an ihrem Existenzminimum arbeiteten. Man versuchte mit drakonischen Strafen die festgelegte Ordnung durchzusetzen: Bei einer Preisunterbietung drohte der betreffenden Firma nicht nur der sofortige Ausschluss aus dem BDO, sondern sogar eine Stilllegung der betroffenen Firmen wurde versucht zu erwirken.[1]

Heute hat der BDO ganz andere Aufgaben: Es werden fundierte Schulungen in arbeitstechnischen oder arbeitsmedizinischen Bereichen durchgeführt, Normen und Maße von Orgeln und Orgelteilen neu festgelegt, die Qualitätsmaßstäbe im Orgelbau bei Messen und Ausstellungen dargestellt und viele andere flankierende Maßnahmen, die den deutschen Orgelbau fördern. Als Beispiel hierfür kann das Eintreten für eine Sondergenehmigung zur Weiterverwendung von Blei durch Orgelbauer gesehen werden.[2]

Derzeit ist der erste Vorsitzende der Orgelbaumeister Thomas Jann, Geschäftsführer der Orgelbaufirma Jann in Allkofen (Gemeinde Laberweinting).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Georg Friedrich Steinmeyer (1819−1901) und sein Werk. Das Musikinstrument, Frankfurt/Main 1978, ISBN 3-920-11269-5, S. 73−74.
  2. swp.de: Orgelbauer können auf Blei nicht verzichten, abgerufen am 2. April 2018.