Bundesverband Breitbandkommunikation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bundesverband Breitbandkommunikation e.V.
(BREKO)
Rechtsform eingetragener Verein
Sitz Bonn
Gründung 19. April 1999

Präsident Norbert Westfal
Vizepräsident(en) Karsten Kluge, Alfred Rauscher
Geschäftsführer Stephan Albers
Mitglieder 382
Website brekoverband.de

Der Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO) ist ein Wirtschaftsverband. Er soll die Interessen der ihm angehörenden 382 Telekommunikationsunternehmen wahrnehmen, die über eine eigene Infrastruktur Sprach- und Datendienste anbieten und im Wettbewerb zur Deutschen Telekom stehen. Weiterhin gehören dem BREKO assoziierte Mitglieder an, die den Verband und seine Mitglieder fördern, aber keine originären Mitgliederrechte besitzen.

Ziele und Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Interessenverband vertritt die Anliegen der alternativen Teilnehmernetzbetreiber gegenüber dem Gesetzgeber, der Europäischen Kommission, der Bundesnetzagentur sowie der interessierten Öffentlichkeit. Er hat sich zum Ziel gesetzt,

  • faire Wettbewerbsbedingungen im Telekommunikationsmarkt zu sichern;
  • den Liberalisierungsprozess fortzuführen und den Infrastrukturwettbewerb voranzubringen &
  • die wirtschaftliche Tätigkeit seiner Mitglieder zu fördern.[1][2]

Im Jahr 2009 fand eine Neuausrichtung statt, da zwei große Mitgliedsunternehmen (NetCologne und M-net), den BREKO verließen und den Buglas (Bundesverband Glasfaseranschluss) gründeten. Das enorme Wachstum der Anzahl im BREKO vertretenen Unternehmen seither, die Aufnahme von bundesweit agierenden Netzbetreibern und die zunehmende Bedeutung des Breitbandsektors zogen dabei eine Umbenennung des ehemaligen „Bundesverband der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften“ in „Bundesverband Breitbandkommunikation“ nach sich.

Die inhaltliche Verbandsarbeit erfolgt durch die drei Geschäftsstellen sowie die folgenden Arbeitskreise:

  • Der älteste und zentrale Arbeitskreis ist der AK Regulierung und Strategie, geleitet von Andreas Hühn, (EWE TEL). Vorgänger waren: 2014–2017: Andrea Weißenfels (EWE TEL), 2009–2014: Remco van der Velden (Telefónica Deutschland Holding), der seit 2016 Vorsitzender des Beirats des BREKO ist, 2000–2009: Patrick Helmes (NetCologne).
  • Der zweite bedeutende Arbeitskreis ist der AK Technik, seit seiner Gründung im Jahr 2009 geleitet von Frank Brech (EnBW).
  • seit 2010 existiert der AK Glasfaser, ab 2020 AK Glasfaser, Innovationen und Dienste, geleitet von Alexander Haßdenteufel (Thüga SmartService GmbH), Vorgänger: Dirk Sasson (Stadtwerke Schwedt GmbH)[3].

Daneben wurde 2010 die BREKO Einkaufsgemeinschaft (BREKO EG) und 2011 die BREKO Servicegesellschaft gegründet. Die BREKO EG unter der Leitung von Geschäftsführer Jürgen Magull[4] übernimmt dabei die Aufgabe, die Nachfrage lokaler und regionaler Carrier unter den BREKO-Mitgliedern zu bündeln und dadurch Vorleistungen zu günstigeren Konditionen einzukaufen.[5] Die BREKO Servicegesellschaft dient ihrerseits dazu, Fachveranstaltungen im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik wie die jährliche Glasfasermesse zu organisieren.[6]

Zudem kündigte der BREKO im April 2017 an, die BREKO EG würde ab Juli eine Online-Handelsplattform zu betreiben, um Anbieter und Nachfrager von Glasfaseranschlüssen zusammenzubringen und dadurch den Breitbandausbau zu begünstigen.[7][8]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2021 sind 382 Unternehmen aus dem Telekommunikationssektor im Breko vertreten – darunter etwa 200 Netzbetreiber –,[9] die zusammen etwa 99 % aller Festnetz-Wettbewerber der Deutschen Telekom repräsentieren. Wesentliches Merkmal der Unternehmen ist der Betrieb einer eigenen Netzinfrastruktur. Ihr Geschäftsmodell basiert dabei teilweise auf einer Nutzung der Teilnehmeranschlussleitung, also der letzten Meile zum Kunden, die in der Hand der Deutschen Telekom ist. Andere BREKO-Mitglieder bieten alternativ den direkten Anschluss der Teilnehmer (vornehmlich Geschäftskunden) an die eigene Netzinfrastruktur an. Zum Teil werden zudem alternative Zugangstechnologien wie Breitbandkabel, Glasfaserkabel oder Funktechnologien (WLAN, WiMAX) eingesetzt. Vertreten sind im BREKO neben größeren Unternehmen in Metropolen auch Firmen mit stark regionaler Ausprägung wie etwa EWE TEL (Niedersachsen/Bremen/Brandenburg), BITel (Bielefeld/Gütersloh) sowie Verbünde mit mehreren Regio-Carriern bzw. bundesweit tätige Carrier (z. B. 1&1 Versatel).

Zu den Geschäftsfeldern der im BREKO vertretenen Unternehmen zählen Festnetz, ISDN, DSL, Breitband und Kabelnetz.

Zum 7. Februar 2009 traten die beiden Gründungsmitglieder M-net und NetCologne wegen Streitigkeiten im Zusammenhang mit der Forderung aus, die TAL-Entgelte zu senken. Während der BREKO seit seiner Gründung für eine Absenkung der Miete für die Teilnehmeranschlussleitung der Telekom Deutschland eingetreten war, wollten die genannten Unternehmen aufgrund ihres Strategiewechsels hin zum Eigenausbau mit FttB/H erhöhte Entgelte durchsetzen.[10] M-net und NetCologne gründeten daraufhin den Bundesverband Glasfaseranschluss, der mittlerweile etwa 150 Mitglieder zählt.[11]

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der BREKO wurde am 19. April 1999 gegründet. Die Geschäftsstelle hat ihren Sitz in Bonn. Präsident des Verbandes ist Norbert Westfal (Sprecher der Geschäftsführungr der EWE TEL GmbH), Vizepräsidenten sind Karsten Kluge (Geschäftsführung der Thüringer Netkom GmbH) und Alfred Rauscher (Geschäftsführer R-KOM Regensburger Telekommunikationsgesellschaft mbH & Co. KG). Schatzmeister ist Bernhard Palm (Geschäftsführer NetcomBW GmbH). Geschäftsführer des BREKO ist Stephan Albers.[12][13]

Ähnliche Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine ähnliche Zielsetzung wie der BREKO verfolgen der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), der älteste Wettbewerberverband im Telekommunikationssektor und der Bundesverband Glasfaseranschluss (Buglas).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über uns. BREKO Verband, abgerufen am 7. April 2021.
  2. BREKO-Vorstand bekommt Verstärkung (Memento vom 28. April 2017 im Internet Archive)
  3. Arbeitskreise. Abgerufen am 7. April 2021.
  4. Jürgen Magull ist neuer Geschäftsführer der Breko EG. In: Telecom Handel. (telecom-handel.de [abgerufen am 27. April 2017]).
  5. Über die Einkaufsgemeinschaft eG. BREKO Verband, abgerufen am 7. April 2021.
  6. Über die BREKO Servicegesellschaft. BREKO Verband, abgerufen am 7. April 2021.
  7. Pressemitteilung vom 25. April 2017. (Nicht mehr online verfügbar.) BREKO Verband, archiviert vom Original am 29. April 2017; abgerufen am 27. April 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/brekoverband.de
  8. Henrik Bremer: BREKO Handelsplattform soll Kräfte beim Breitbandausbau bündeln. In: WIRTSCHAFTSRAT Recht. 26. April 2017 (wr-recht.de [abgerufen am 27. April 2017]).
  9. Mitglieder. BREKO Verband, abgerufen am 7. April 2021.
  10. NetCologne und M-net verlassen Breko-Verband (Memento vom 17. April 2010 im Internet Archive)
  11. Die BUGLAS Mitglieder. BUGLAS, abgerufen am 5. August 2020.
  12. Zusammensetzung des Vorstands. BREKO Verband, abgerufen am 7. April 2021.
  13. BREKO Geschäftsstelle. BREKO Verband, abgerufen am 7. April 2021.