Burg Wildentierberg

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Burg Wildentierberg
Entstehungszeit: 1200 bis 1250
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Bergfriedrest, Gräben
Ständische Stellung: Adlige, Grafen
Bauweise: Quader- und Buckelquadermauerwerk
Ort: Albstadt-Margrethausen
Geographische Lage 48° 13′ 39,5″ N, 8° 58′ 50,5″ OKoordinaten: 48° 13′ 39,5″ N, 8° 58′ 50,5″ O
Höhe: 953,6 m ü. NN
Burg Wildentierberg (Baden-Württemberg)
Burg Wildentierberg

Die Burg Wildentierberg ist der Rest einer Höhenburg auf dem 953,6 m ü. NN hohen „Kugelbergle“, etwa 1000 Meter östlich der Klosterkirche von Margrethausen, einem Stadtteil von Albstadt im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts von den Herren von Tierberg erbaut, 1313 erwähnt und um 1400 aufgegeben. Die Burg Wildentierberg gehört zu einer Burgengruppe der Tierberger Herrschaft, die neben der Burg Meßstetten aus den Burgen Hossingen, Neuentierberg und der Stammburg Altentierberg besteht. 1370 kam die Herrschaft Meßstetten an die Wildentierberger Linie. Die Brüder Hans Rudolf und Hans Konrad von Tierberg von der Wildentierberg beurkunden eine Übereinkunft wegen der geistlichen Lehen zu Ebingen, Lautlingen, Margrethausen und Meßstetten (Stetten).[1] 1373 nennt sich ein Ritter Hansen von der Wildentierberg.[2] 1522 erwirbt Hans Conrad von Tierberg von Wildentierberg Grundstücke vom Kloster Wittichen in Margrethausen.[3] Durch die Heirat einer Wildentierberger Tochter Anna von der Wildentierberg mit Conrad von Hölnstein kam die Herrschaft Meßstetten an diesen.[4] Spätere Besitzer waren auch die Grafen von Stauffenberg. 1931 wurden Grundmauern auf der Burgfläche freigelegt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Burganlage verfügte über eine ovale Kernburg mit einem Bergfried in der Südecke der Anlage, eine Vorburg und Abschnittsgraben. Der Bergfried hatte eine Grundfläche von 8,3 mal 8,2 Meter und eine Mauerstärke von 3,10 Meter. Der Wirtschaftshof Ochsenhaus wird heute als Gaststätte betrieben.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren wurde versucht das Gelände aufzubereiten. Um Halbtagstouristen ein attraktives Ziel zu bieten wurden Wanderwege eingerichtet und beworben. Im Zollernalbkreis und dem Naturpark Obere Donau wird an Wochenenden ein vertaktetes Angebot im Schienenverkehr auf allen Strecken gefahren. Triebwagen welche von der Hohenzollerischen Landesbahn betrieben werden, verkehren hier sonn- und feiertags, um über den Lautlinger Bahnhof das Naherholungsgebiet für den Tourismus attraktiver zu machen. Ein Verein kümmert sich um den Erhalt des ehemaligen Wirtschaftshof, die Wanderwege und einen Spielplatz.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Schmitt: Burgen, Schlösser und Ruinen im Zollernalbkreis. Herausgegeben vom Landratsamt Zollernalbkreis, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2007, ISBN 978-3-7995-0186-6, S. 73–76.
  • Christoph Bizer: Oberflächenfunde von Burgen der Schwäbischen Alb – Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung. Herausgegeben vom Regierungspräsidium Stuttgart – Landesamt für Denkmalpflege. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-2038-7, S. 204–205.
  • Günter Schmitt: Burgenführer Schwäbische Alb. Band 5: Westalb: Wandern und entdecken zwischen Reutlingen und Spaichingen. Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach an der Riß 1993, ISBN 3-924489-65-3, S. 301–306.
  • Christoph Bizer, Rolf Götz: Vergessene Burgen der Schwäbischen Alb. DRW-Verlag, Stuttgart 1989, ISBN 3-87181-244-7, S. 75–76.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesarchiv Baden-Württemberg Abt.Staatsarchiv Sigmaringen (Hrsg.): Dep 38 T Nr. 1292. Meßstetten.
  2. Bestand A 602 Nr. 8275 auf Landesarchiv-BW.de
  3. Bestand Dep37 T1 Nr.39 auf Landesarchiv-BW.de
  4. Hermann Krauß: Orts und Kirchengeschichte von Meßstetten. 75 jähriges Bestehen der Kirche. Hrsg.: Orgelfonds-Pfarrer Peter Gall. Meßstetten 1989, S. 19.
  5. Beatrix Müller: Ochsenbergverein wirbt um junge Leute. In: Schwarzwälder Bote. 13. April 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]