Schwarzwälder Bote

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Schwarzwälder Bote
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Beschreibung regionale Tageszeitung
Verlag Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft mbH
Erstausgabe 2. Januar 1835
Erscheinungsweise täglich außer sonntags
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2015, Mo–Sa)
115.462 Exemplare
Chefredakteur Hans-Peter Schreijäg, Martin Wagner
Weblink http://www.schwarzwaelder-bote.de

Der Schwarzwälder Bote ist eine regionale Tageszeitung im Raum Schwarzwald und oberer Neckar. Er betreibt ein Netz aus 17 Geschäftsstellen und 24 Lokalredaktionen. Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich, seine Partnerzeitungen Oberbadische Zeitung und Lahrer Zeitung eingerechnet, von Calw und Bad Herrenalb im Norden bis nach Lörrach im Süden, von Lahr im Westen bis nach Balingen und Albstadt im Osten. Die verkaufte Auflage beträgt 115.462 Exemplare, ein Minus von 16,5 Prozent seit 1998.[1] Der Schwarzwälder Bote wird vom Verlag Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft mbH herausgegeben, welcher wiederum zur Schwarzwälder Bote Mediengruppe gehört.

Unter dem Dach der Schwarzwälder Bote Mediengruppe vereint der Verlag neben seinen Tageszeitungs-Titeln auch Unternehmen für Werbung und Online-Dienste, Telefonmarketing und Firmenveröffentlichungen, Druck und Verteilung. Seit 2003 wird die Zeitung im Druckzentrum Südwest in Villingen gedruckt. Verwaltung und Mantelredaktion haben weiterhin ihren Sitz am Verlagsstandort Oberndorf am Neckar. Der Herausgeber Schwarzwälder Bote GmbH & Co. KG ist eine Holding im Besitz der Familie des Gründers des Schwarzwälder Boten, Wilhelm Brandecker. Das Blatt gehört heute zur Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH) mit Sitz in Stuttgart.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und erste Entwicklungen[Bearbeiten]

Der Schwarzwälder Bote wurde 1835 in Sulz am Neckar gegründet. Im selben Jahr erwarb der Oberndorfer Wilhelm Brandecker das Unternehmen. Er gab den Schwarzwälder Boten als ein „Amts- und Intelligenzblatt“ heraus und leitete das Unternehmen bis 1884 gemeinsam mit seiner Frau Amalie. 1837 wurde der Verlagssitz nach Oberndorf am Neckar verlegt. Zur Erweiterung des Verbreitungsgebietes schickte Brandecker 1842 einen „Schwarzwälder Boten“ in persona von Stadt zu Stadt. Dieser holte sich jeweils bei den Posthaltereien „Schwarzwälder“, wanderte damit durch das Land und verhalf der Aktion so zum Erfolg: 1844 wurden bereits 5000 Exemplare aufgelegt. Als erste Zeitung in Deutschland führte das Blatt 1846 Fortsetzungsromane ein.

1850/51 erschien erstmals ein Jahrbuch-Kalender der nach Unterbrechungen 1915 und 1933 seit 1950 unter dem Namen Schwarzwälder Hausschatz herausgegeben wird.

Kopf des Titelblatts vom 24. September 1908

Anlässlich der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit druckte man 1896 erstmals auch Sportnachrichten. 1899 war der Schwarzwälder Bote mit einer Auflage von 27.778 Exemplaren die am weitesten verbreitete Zeitung in Württemberg. Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskriste der 1920er Jahre kostete 1923 eine Ausgabe der Zeitung 40 Milliarden Mark.

Der Schwarzwälder Bote im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten umging der Schwarzwälder Bote 1938 die Gleichschaltung der NS-Presse, indem er sich mit anderen parteilosen Zeitungen zum „Dienst mittlerer Tageszeitungen“ (Dimitag) zusammenschloss. Die erste Nachkriegsausgabe erschien 1945 aufgrund von Bestimmungen der Besatzungsmächte unter dem geänderten Titel Schwarzwälder Post, ab 1950 wieder als Schwarzwälder Bote mit 26 Lokalausgaben und einer Auflage von 110.000 Exemplaren.

Vom Verlag zum Medienunternehmen[Bearbeiten]

1978 wurde ein Anzeigenblatt, der Schwarzwälder Wochenmarkt (heute WOM die große Wochenzeitung), gestartet. Nachdem 1982 der Schwarzwälder Bote zum Pflichtblatt der Stuttgarter Börse wurde, erweiterte man den Wirtschaftsteil um Börsenberichte. Das Anzeigenblatt WOM florierte und erreichte 1987 eine Auflage von 250.000 Exemplaren. 1993 erfolgte ein Wechsel in der Führung: Richard Rebmann wurde Verleger und Alleingeschäftsführer. In den Folgejahren erweiterte er den Verlag zum Medienunternehmen. Noch im selben Jahr gründete er die PSV Presseservice- und Vertriebs-GmbH als Agentur für Haushaltsdirektwerbung, 1995 die auf Neue Medien, Multimedia und Internetanwendungen spezialisierte DIG Digital Information Group, 1996 den Online-Auftritt und regionalen Internetprovider SWOL. 1997 wurde das Druckzentrum Südwest in Villingen-Schwenningen gegründet (Ausgliederung der technischen Dienstleistungen des Schwarzwälder Boten unter gleichzeitiger Fusion mit der VID Verlags- und Industriedrucke, betrieben als Gemeinschaftsunternehmen mit der Hermann Kuhn GmbH & Co. KG). Das Verteilnetz der PSV vergrößerte sich bis 1999 auf über 5000 Zusteller. 2000 kamen die Kreisnachrichten Calw zur Mediengruppe hinzu. Als Ausgliederungen entstanden im Jahr 2000 die KIM Kommunikation im Mittelpunkt GmbH als Kundenservice-Center des Schwarzwälder Boten und 2002 der GuG als Spezialist für Kundenevents und Gebäudeservice.

Neueste Entwicklungen[Bearbeiten]

2003 wurde die neue Rotationsdruckerei mit 64 Farbwerken in Villingen-Schwenningen eingeweiht und das Layout im Berliner Format neu gestaltet. Im gleichen Jahr wurde die Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft GmbH Gesellschafter bei der Lahrer Zeitungs GmbH und übernahm die Tageszeitung Der Enztäler mit Sitz in Neuenbürg. Die Lokalredaktionen mit Geschäftsstellen in Tuttlingen, Spaichingen und Trossingen wurden 2004 quasi zeitgleich mit dem Rückzug der Schwäbischen Zeitung aus Rottweil und Schramberg aufgegeben, womit in den Kreisen Tuttlingen und Rottweil anstelle der vormaligen Konkurrenz der Lokalzeitungen eine jeweilige Monopolstellung entstand. Wie im Juli 2007 bereits angekündigt, führten die zur Südwestdeutschen Medien Holding GmbH (SWMH) in Stuttgart zählende Zeitungsgruppe Stuttgart und die Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft (SBM) ihre unternehmerischen Aktivitäten 2008 in einer gemeinsamen Gesellschaft zusammen. Die Schwarzwälder Bote GmbH & Co. KG brachte hierbei ihre 90 %-Beteiligung an der Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft mbH (SBM) ein, die SWMH ihren schon zuvor bestehenden 10 %-Anteil an der SBM. Die SWMH hielt an der zum 1. Januar 2008 neu gegründeten Zwischenholding Mediengruppe Süd von da an 82 %, die Schwarzwälder Bote GmbH & Co. KG war zu 18 % beteiligt. 2010 feierte der Schwarzwälder Bote sein 175-jähriges Bestehen. Zum 2. Januar, dem Gründungsdatum vor 175 Jahren, wurde eine umfangreiche Jubiläumsbeilage veröffentlicht. Während des Jahres fanden verschiedene Feierlichkeiten statt. 2014 beschäftigt die Schwarzwälder Bote Mediengruppe knapp 1000 Mitarbeiter. Seit 2004 gibt es den Schwarzwälder Boten nicht nur in Printform, sondern auch digital. Das ePaper stellt die Zeitung 1:1 zur gedruckten Version online für PC, Laptop, Tablet oder Smartphone zur Verfügung. Die Nutzer sehen ab 4 Uhr morgens in übersichtlicher Form alle Ressorts, alle Seiten und alle Artikel der aktuellen Ausgabe, sie können aber auch ältere Ausgaben nochmals aufrufen.

Noch immer wird die Unternehmensgruppe von Brandeckers Erben in einer Familienholding geführt. Verleger ist Richard Rebmann. Als Geschäftsführer ist Carsten Huber tätig.

Auflage[Bearbeiten]

Der Schwarzwälder Bote hat wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 16,5 Prozent gesunken.[2] Sie beträgt gegenwärtig 115.462 Exemplare.[3] Das entspricht einem Rückgang von 22.894 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 92,7 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[4]


Redaktionen und Geschäftsstellen im Verbreitungsgebiet[Bearbeiten]

Mit insgesamt 24 Lokalredaktionen und 17 Geschäftsstellen sind der Schwarzwälder Bote und die Wochenzeitung WOM in der Region präsent. Lokalredaktionen mit Geschäftsstellen befinden sich in Albstadt-Ebingen, Balingen, Blumberg, Calw, Freudenstadt, Furtwangen, Hechingen, Horb, Nagold, Oberndorf, Rottweil, Schramberg, St. Georgen, Villingen, Haslach, Wolfach und Waldshut-Tiengen. Hinzu kommen Lokalredaktionen in Burladingen, Haigerloch, Bad Wildbad, Sulz, Schwenningen, Triberg und Donaueschingen. Insgesamt werden 17 verschiedene Lokalausgaben produziert. Gemeinsam mit den Partnerverlagen Verlagshaus Jaumann und der Lahrer Zeitung werden 23 Lokalausgaben herausgegeben. Daneben gibt der Verlag noch zahlreiche Kur- und Gästejournale heraus.

Nach einer Ausgliederung der Redaktionen in neue, nicht tarifgebundene Unternehmen, wurden die Redaktionen 2011 über 75 Tage dauerhaft bestreikt.[5]

Produkte der Mediengruppe Schwarzwälder Bote[Bearbeiten]

  • Schwarzwälder Bote: Tageszeitung
  • Lahrer Zeitung: Tageszeitung
  • Die Oberbadische: Tageszeitung
  • WOM: Wochenzeitung, 2006 mit dem Innovationspreis des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter ausgezeichnet
  • schwarzwaelder-bote.de: regionales Onlineportal, E-Paper, Services, News u.a.

Tochterunternehmen der Mediengruppe[Bearbeiten]

  • Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft mbH
  • Schwarzwälder Bote Redaktionsgesellschaft mbH
  • Schwarzwälder Bote Medienvermarktung Südwest GmbH
  • WOM: Die "Große Wochenzeitung"
  • Druckzentrum Südwest: Druckerei für das Berliner Format und das Tabloid Format
  • DIG (Digital Information Group) – Digitale Medienberatungs- und Produktions-GmbH: Werbeagentur und E-Commerce-Dienstleister, Entwicklung von Verlagsbranchenlösungen und Netzwerkdienstleistungen
  • PSV (Presseservice- und Vertriebs-GmbH): Zustellung und Haushaltsdirektwerbung
  • KiM (Kommunikation im Mittelpunkt GmbH): Telefonverkauf, Kundenservice, Kundenbeziehungsmanagement, seit 2008 mit zusätzlichem Standort in Stuttgart
  • GuG (Grundstücks- und Gebäudeservice GmbH): Durchführung von Kundenevents und Messen
  • Das bisherige Briefzustell-Tochterunternehmen Briefbote Südwest fusionierte zum 1. März 2009 mit der zur Zeitungsgruppe Stuttgart, ebenfalls in der SWMH, gehörenden SchwabenPost zur neuen BWPOST, die seither auch für Privatkunden geöffnet ist und der bundesweiten Briefdienstleister-Kooperation P2 Brief + Paket (Die Zweite Post) angehört.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  2. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  3. laut IVW, zweites Quartal 2015, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  4. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  5. Streik-Bote, 5. Juli 2013