Burghard Ciesla

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Burghard Ciesla (* 25. November 1958 als Burghard Schmidt; † 29. Januar 2020 in Berlin) war ein deutscher Historiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Jahr 2000 arbeitete Ciesla am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung. Während dieser Zeit verfasste er seine Habilitation mit dem Titel Als der Osten durch den Westen fuhr: Die Geschichte der Deutschen Reichsbahn in Westberlin. Ab 2000 arbeitete Ciesla als freiberuflicher Zeithistoriker und war in zahlreiche Forschungen und Ausstellungen involviert.[1] Er war Mitarbeiter bei der „Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission beim Bundesministerium der Justiz zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit“ (sogenannte Rosenburg-Kommission).

Sportler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burghard Ciesla war ein Judoka und Träger des 1. Kyu. Zum Judosport kam er über die HSG Humboldt als Student. Später war er Mitglied in der Kampfsportschule im Klostergarten.[2] Einer seiner großen Leidenschaften war das Laufen. Er absolvierte 1999 (27. GutsMuths-Rennsteiglauf), den 76 km langen Kanten des Rennsteiglaufs in 08:09 h.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Technikentwicklung und Folgewirkungen Ressourcenprobleme bei der Weltmeeresbewirtschaftung in den 70er Jahren und Varianten zu deren Beseitigung, aufgezeigt am Beispiel der Fischindustrie. In: Gesellschaft und Innovation. Ansatzpunkte und Fragen interdisziplinärer Innovationsforschung (= Studien und Forschungsberichte des Instituts für Theorie, Geschichte und Organisation der Wissenschaft der AdW der DDR. Heft 29), Berlin 1989, S. 170–180.
  • Der Übergang zur industriellen Hochseefischerei in der Fischindustrie der DDR in den Jahren 1955 bis 1965. In: Industriezweige in der DDR 1945 bis 1985 (= Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte. Sonderband 1988). Berlin 1989, S. 235–256.
  • U-Bahn oder Straßenbahn? Die hauptstädtische Verkehrsplanung der 60er und 70er und die Realisierung des Tatra-Programms bis 1985. In: Berliner Geschichte – Dokumente, Beiträge, Informationen. Heft 11. Stadtarchiv Berlin 1990, S. 10–23.
  • (Hrsg.): Johannes Vogler: Von der Rüstungsfirma zum volkseigenen Betrieb. Aufzeichnungen eines Unternehmers der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands von 1945–1948 (= Quellen zur Zeitgeschichte. Band 12). De Gruyter, Oldenbourg 1992. Reprint: 2018, ISBN 978-3-486-55935-4.
  • Die Ausgangslage und Entwicklung der zentral geleiteten Fischindustrie in der SBZ/DDR von 1945 bis 1989. In: Werner Plumpe, Christian Kleinschmidt (Hrsg.): Unternehmen zwischen Markt und Macht. Aspekte deutscher Unternehmens- und Industriegeschichte im 20. Jahrhundert (= Bochumer Schriften zur Unternehmens- und Industriegeschichte. Band 1). Essen 1992, S. 154–166.
  • Der Spezialistentransfer in die UdSSR und seine Auswirkungen in der SBZ und DDR. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament. B 49–50/93, 3. Dezember 1993, S. 24–31.
  • mit André Steiner: Reparationsleistungen der Industrie der SBZ/DDR1949/50. In: Elke Scherstjanoi (Hrsg.): Provisorium für längstens ein Jahr. Protokoll des Kolloquiums „Die Gründung der DDR“. Berlin 1993, S. 223–230.
  • Das Project „Paperclip“ - deutsche Naturwissenschaftler und Techniker in den USA (1946 bis 1952). In: Jürgen Kocka (Hrsg.): Historische DDR-Forschung Aufsätze und Studien. Berlin 1993, S. 287–301.
  • Von der Luftkriegsrüstung zur zivilen Flugzeugproduktion. Zur Entwicklung der deutschen Luftfahrtforschung und Flugzeugproduktion in der SBZ und UdSSR, 1945 bis 1954. In: Hans J. Teuteberg (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der Binnenschiffahrt, des Luft und Kraftfahrzeugverkehrs (= Schriftenreihe der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft.) Reihe B 169, Bergisch Gladbach 1994, S. 179–202.
  • mit Arnd Bauerkämper, Jörg Roesler: Wirklich wollen und nicht richtig können. Das Verhältnis von Innovation und Beharrung in der DDR-Wirtschaft. In: Jürgen Kocka, Martin Sabrow (Hrsg.): Die DDR als Geschichte, Fragen-Hypothesen Perspektiven Berlin 1994, S. 116–121.
  • „Ihre Deutschen waren besser als unsere“ – Neue Erkenntnisse über den Transfer deutscher Wissenschaftler nach Kriegsende in die USA. In: Sächsische Zeitung. 6. Oktober 1995.
  • Demontagen und betriebliche Selbstorganisation in der SBZ. In: Berliner Debatte INITIAL. Zeitschrift für sozialwissenschaftlichen Diskurs. Sonderdruck, Berlin 1995, ISSN 0863-4564, S. 93–100.
  • Problemy razvitva aviatsionnoy promyshlennosti v GDR (1954 bis 1961). In: Iz Istorii Avicii i Kosmonavtiki. Russische Akademie der Wissenschaften, Audgabe 66. Moskau 1995, S. 29–40. (Entwicklungsprobleme der Flugzeugindustrie in der DDR).
  • Intellektuelle Reparationen der SBZ an die alliierten Siegermächte? Begriffsgeschichte, Diskussionsaspekte und ein Fallbeispiel - die deutsche Flugzeugindustrie (1945 bis 1946). In Christoph Buchheim (Hrsg.): Wirtschaftliche Folgelasten des Krieges in der SBZ/DDR. Baden-Baden 1995, S. 79–109.
  • mit Matthias Judt (Hrsg.): Technology Transfer Out of Germany After 1945. Harwood, Amsterdam 12996, ISBN 3-7186-5822-4.
  • mit Michael Lemke, Thomas Lindenberger (Hrsg.): Sterben für Berlin? Die Berliner Krisen 1948:1958. Metropol, Berlin 1999, ISBN 978-3-93248-227-4.
  • Freiheit wollen wir! Der 17. Juni 1953 in Brandenburg. Links, Berlin 2003, ISBN 978-3-86153-288-0.
  • mit Jürgen Nitsche, Walter Müller: ERWA, Erzgebirgisches Warenhaus: 1945–1949 (wiederentdeckt: ein bewegtes Stück Chemnitzer Geschichte). Süddr. Neumann, Chemnitz 2005, ISBN 978-3-00017-612-8.
  • Als der Osten durch den Westen fuhr. Die Geschichte der Deutschen Reichsbahn in Westberlin. Böhlau, Köln 2006, ISBN 978-3-41230-505-5.
  • „X-Tage“. Die Währungsreformen in Deutschland 1948. Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2008, ISBN 978-3-93796-735-6.
  • mit Dirk Külow: Zwischen den Zeilen. Geschichte der Zeitung »Neues Deutschland«. Das Neue Berlin, Berlin 2009, ISBN 978-3-36001-920-2.
  • mit Georg Baumert, Stephan Berndt et al.: Grenzlandmuseum Eichsfeld - Borderlandmuseum Eichsfeld. Ausstellungskatalog. Grenzlandmuseum Eichsfeld, Teistungen 2010, ISBN 978-3-86944-031-6.
  • mit Helmut Suter: Jagd und Macht. Die Geschichte des Jagdreviers Schorfheide. be.bra, Berlin 2011, ISBN 978-3-89809-090-2.
  • Beiträge in SMAD-Handbuch. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland 1945–1949. De Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-486-70857-8.
Der Bevollmächtigte des „Sonderkomitees für Deutschland“ in der SBZ. S. 91–99.
Lokomotivkolonnen. S. 298–300.
Wissenschaftlich-Technische Büros, Entwicklungs- und Konstruktionsbüros. S. 328–331.
  • (Hrsg.): Francisca Drechsler, Dietrich Lemke: Das eigene Kaliber einschätzen zu lernen. Biografienatelier 2014.
  • (Hrsg.): Francisca Drechsler, Donat Ciesla: Meine Laufbahn war Berufung. Biografienatelier 2015.
  • (Hrsg.): Francisca Drechsler, Horst Lyr: Als Wissenschaftler stand ich immer im Widerspruch zur Partei. Biografienatelier 2015.
  • Arglistige Täuschung. Ehemalige Stasi-Mitarbeiter in der Polizei des Landes Brandenburg nach 1990. be.bra Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-89809-115-2.
  • (Hrsg.): Francisca Drechsler, Bernd Wefelmeyer: In der Szene hatte ich Freiheit gehabt. Biografienatelier 2018.
  • mit Klaus Neitmann (Hrsg.): Francisca Drechsler: Zwischen Pflicht und Freiheit. Lebenswege in der DDR. Band 1: Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte. Lukas, Berlin 2019, ISBN 978-3-86732-325-3.

Film-Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zwischen Oper und Benzin. Der „Tankwart“ aus Cottbus. Autor: Burghard Ciesla, Jürgen Ast. Regie: Jürgen Ast. Länge: 30'. Produktion: astfilm productions im Auftrag des ORB. 1999.
  • Als der Osten durch den durch den Westen fuhr. Die Geschichte der Deutschen Reichsbahn in West-Berlin. Autor und Regie: Burghard Ciesla, Daniel Ast, Jürgen Ast. Länge: 45'. Koproduktion: astfilm productions, RBB. Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. 2011.
  • Protokoll einer Schließung. Das Ende der Forstwirtschaftlichen Fakultät Eberswalde 1963 Autor und Regie: Burghard Ciesla, Daniel Ast. Länge: 60'. Koproduktion: astfilm productions, HNE Eberswalde. 2013.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das ZZF trauert um seinen langjährigen Kollegen Priv.-Doz. Dr. Burghard Ciesla (1958–2020)
  2. Kampfsportschule im Klostergarten e. V.: Nachruf Burghard Ciesla. Abgerufen am 1. Dezember 2020.