Burgruine Speckfeld

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Burgruine Speckfeld
Ostseite des viergeschossigen Turmes „Frankenland“ (April 2015)

Ostseite des viergeschossigen Turmes „Frankenland“ (April 2015)

Entstehungszeit: um 1200
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Mauerreste
Ständische Stellung: Grafen
Ort: Markt Einersheim-Neubauhof-„Schlossberg“
Geographische Lage 49° 41′ 55,2″ N, 10° 19′ 20,8″ OKoordinaten: 49° 41′ 55,2″ N, 10° 19′ 20,8″ O
Höhe: 420 m ü. NN
Burgruine Speckfeld (Bayern)
Burgruine Speckfeld
Burg Speckfeld vor der Zerstörung, Gemälde von 1701

Die Burgruine Speckfeld ist die Ruine einer Höhenburg auf einem bewaldeten 420 m ü. NN hohen Bergkegel, „Schlossberg“ genannt, etwa 2550 Meter nordöstlich des Marktes Markt Einersheim im unterfränkischen Landkreis Kitzingen in Bayern.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg wurde vermutlich um das Jahr 1200 erbaut,[2] die Oberlehensherren der Anlage waren die Bischöfe von Würzburg und Bamberg. Ab 1226 war sie im Besitz der Grafen von Speckfeld, ihnen folgte 1330 Ludwig von Hohenlohe als Besitzer und bis 1399[3] Johann von Hohenlohe-Speckfeld, ab 1412 bis 1713 gehörte sie Friedrich III. Schenk von Limpurg.[4] Im Zuge des Bauernkrieges wurde Burg Speckfeld am 16. Mai 1525[5] zerstört und anschließend wieder neu errichtet.[2] Eine weitere Zerstörung erfolgte 1558, als ein Brand die Nord- sowie die Ostseite der Burg vernichtete. 1580 wurde sie danach wieder aufgebaut.[4] Auch der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) hinterließ Spuren an der Burg, als sie von schwedischen Truppen und Kaiserlichen mehrfach geplündert wurde.[6] Auch danach wurde sie 1624 wieder hergerichtet. Der Besitzer Vollrath Schenk zu Limpurg-Speckfeld zog 1693 in sein neues Schloss Einersheim im gleichnamigen Ort um und verließ Burg Speckfeld als Herrschaftssitz.[4] Im Jahr 1711 heiratete eine Tochter der zu Limpurg-Speckfeld den holländischen Reichsgrafen von Rechteren, die Familie nannte sich ab 1745 von Rechteren-Limpurg-Speckfeld.[7] Danach begann die Höhenburg zu verfallen und wurde zum Teil abgerissen und als Steinbruch genutzt.[4]

Die Burgruine ist im Besitz der bayerischen Staatsforsten, seit 1991 werden die Burgreste restauriert. Die Burgstelle ist als Baudenkmal D-6-75-148-19 „Burgruine Speckfeld“ sowie als Bodendenkmal D-6-6327-0008 „Mittelalterliche und neuzeitliche Burgruine Speckfeld“ vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erfasst.[8]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der ehemaligen Burganlage sind noch eine 15 Meter hohe Mauer mit einem Torbogen und drei Fensteröffnungen, eine Seitenwand des Torturms (ein Bergfried), Reste eines Burgkellers, kleine Gewölbereste und der Burgbrunnen erhalten. An drei Seiten ist noch der Burggraben zu erkennen.

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem das Schloss im Bauernkrieg niedergebrannt worden war, ging die Sage um, dass sich unter den Ruinen ein Schatz befindet. Ein Bauer behauptete, dass der Schatz unter einem Haselbusch zu finden sei und schaltete sogar den Bischof ein, um sich die Erlaubnis einzuholen, den Schatz zu heben. Der Bischof soll auch die Erlaubnis erteilt und zwei Diener geschickt haben, um bei der Hebung zu helfen. Man fand aber nichts und der Bauer wurde in der ganzen Umgebung ausgelacht.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Ludwig Klarmann, Karl Spiegel: Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald. Nachdruck der Ausgabe 1912. Neustadt an der Aisch 1982.
  • Friedrich-Wilhelm Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters – Grundriss-Lexikon. Sonderausgabe. Flechsig Verlag, Würzburg 2000, ISBN 3-88189-360-1, S. 571.
  • Walter Schilling: Die Burgen, Schlösser und Herrensitze Unterfrankens. Echter Verlag, Würzburg 2012, ISBN 978-3-429-03516-7, S. 303–304.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burgruine Speckfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lage der Burgruines im Bayerischen Denkmal-Atlas
  2. a b Friedrich-Wilhelm Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters – Grundriss-Lexikon, S. 571
  3. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1950, OCLC 42823280; Neuauflage anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978. Ebenda 1978, ISBN 3-87707-013-2, S. 127.
  4. a b c d Walter Schilling: Die Burgen, Schlösser und Herrensitze Unterfrankens, S. 303
  5. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950. (Neuauflage 1978 anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978.) S. 64.
  6. Webseite blaue-tomaten.de. Abgerufen am 14. Mai 2015.
  7. Hans-Michael Körner, Alois Schmid (Hrsg.), Martin Ott: Handbuch der historischen Stätten. Band 7: Bayern II. Teilband 2: Franken (= Kröners Taschenausgabe. Band 325). Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-32501-2, S. 326.
  8. Denkmalliste für Markt Einersheim (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (PDF; 133 kB)
  9. Klarmann, Johann Ludwig (u. a.): Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald. S. 127.