Cäcilia Weber

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Schattenbild von Cäcilia Weber (undatiert) mit handgeschriebener Notiz von Constanze Mozart

Maria Cäcilia Cordula Weber, geborene Stamm, (* 23. Oktober 1727 in Mannheim; † 22. August 1793 in Wien) war die Mutter von Constanze Weber und damit die Schwiegermutter von Wolfgang Amadeus Mozart.

Sie wurde in Mannheim als Tochter eines Sekretärs der kurfürstlichen Regierung in Mannheim Johann Otto Stamm und Sophia Elisabeth Wimmer geboren.[1] Ihre Brüder waren Dagobert Stamm, der Priester wurde, und Johann Arnold Stamm, der kurfürstlicher Geheimsekretär in München wurde. Einer ihrer Brüder brachte Cäcilia mit ihrem zukünftigen Ehemann zusammen.[2]

Sie heiratete am 14. September 1756 Franz Fridolin Weber. Die beiden lebten zuerst in Zell im Wiesental, dem Geburtsort von ihrem Mann. Dort wurden ihre vier Töchter Josepha, Aloysia, Constanze und Sophie und der Sohn Johann Nepomuk geboren. 1764 zog die Familie nach Mannheim, wo ihr Mann als Souffleur, Hofsänger und Kopist arbeitete. In Mannheim gebar Cäcilia zwei weitere Söhne, welche aber nur wenige Jahre lebten.[3]

Cäcilia traf Mozart erstmals 1777, als er auf der Suche nach einer Arbeitsstelle nach Mannheim kam.[4] Während dieses Aufenthalts verliebte er sich in ihre Tochter Aloysia und erwähnt sie auch überschwänglich in seinen Briefen an seinen Vater. Dieser forderte ihn auf, weg von Mannheim und der Familie Weber zu gehen. Im März 1778 reiste Mozart mit seiner Mutter nach Paris, nachdem er keine feste Stelle in Mannheim gefunden hatte.[5]

Durch die Verlegung des kurfürstlichen Residenzsitzes von Karl Theodor von Mannheim nach München zog auch das meiste Personal des Hoftheaters dorthin. Die Familie Weber zog später ebenfalls nach München, wo sowohl Aloysia als auch Fridolin Arbeit am Deutschen Theater gefunden hatten. Hier begegnete Mozart ihnen erneut während seiner Heimreise nach Salzburg und wurde von Aloysia abgewiesen.[2]

Die Familie Weber zog im September 1779 nach Wien und folgte damit Aloysia als ihre Karriere an die dortigen Deutschen Oper fortsetzte.[6] Fridolin starb im darauffolgenden Monat, und Cäcilia kämpfte mit ihrer kleinen Witwenrente und dem Verdienst von Aloysia darum, ihre Familie über Wasser zu halten. Zudem begann sie Zimmer in der Wohnung unter zu vermieten insbesondere an Gastmusiker.

Aloysias Verehrer Joseph Lange hielt um ihre Hand bei Cäcilia an, was auch einen Wegfall dieser Einkünfte bedeutete. Er erklärte sich bereit, die Familie mit einem jährlichen Unterhalt von 600 Gulden zu unterstützen. Cäcilia bereute diesen Handel später und versuchte die Eheschließung zu verhindern. Der darauf folgenden Klage beim Oberhofmarschallsamt von Lange wurde stattgegeben, aber die jährlichen Unterhaltszahlungen auf 700 Gulden erhört. Am 31. Oktober 1779 heirateten die beiden im Stephansdom.[2]

Mozart ließ sich 1781 in Wien nieder, in der Hoffnung, dort seine Karriere fortzusetzen. Er zog am 2. Mai 1781 im Weberschen Haus (in einem Gebäude namens „Zum Auge Gottes“) als Untermieter ein.[7] Der Vater von Mozart drängte ihn eine neue Bleibe zu finden, aber Mozart fühlte sich bei den Webers wohl. Er ging mehrmals mit Constanze in den Prater, aber immer auch in Begleitung von der Mutter Cäcilia.[2] Als das Gerede um Mozart und Constanze zunahm, bat auch Cäcilia ihn aus Gründen des Anstands auszuziehen.[8] In einem Brief an seinen Vater gestand Mozart dann seine Liebe zu Constanze. Während der Verlobungszeit war das Verhältnis von Wolfgang zu seinem Vater, welcher sein Einverständnis zur Heirat nicht geben wollte, wie auch von Constanze zu ihrer Mutter Cäcilia schwierig. Constanze suchte mehrmals Zuflucht bei der Baronin von Waldstätten. Wolfgang und Constanze heirateten schließlich am 4. August 1782 im kleinen Kreis. Das junge Ehepaar zog aber nicht bei Cäcilia ein, wie sich diese das gewünscht hatte, sondern ging ihr aus dem Weg.[2]

Mit der Geburt von Constanzes erstem Kind 1783 begann das Ehepaar sich mit Cäcilia wieder zu versöhnen.[2] Constanzes Schwester Sophie erinnerte sich in einem Brief von 1825:

„Mozarten bekam unsre selige Mutter immer lieber, und selbige ihn auch; daher Mozart öfters auf die Wieden (wo unsre selige Mutter und ich im Goldnen Pflug logierten) in aller Eile gelaufen kam, ein Säckchen unterm Arme, worinnen Kaffee und Zucker war, es unsrer guten Mutter überreichte und sagte: Hier, liebe Mama, haben Sie eine kleine Jause! – Dies freute sie dann wie ein Kind. Dies geschah sehr oft. Kurz, Mozart kam nimmer leer zu uns.“

Sophie Haibel (geb. Weber)[9]

Cäcilia starb in Wieden (Wien).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Ahnentafel der Familie Weber. Archiv der Universität Düsseldorf, abgerufen am 4. April 2020.
  2. a b c d e f Viveca Servatius: Constanze Mozart: Eine Biographie. Vandenhoeck & Ruprecht, 13. August 2018 (google.de).
  3. Frank Ziegler: Stammtafeln zu Carl Maria von Weber. (PDF) Oktober 2012, abgerufen am 4. April 2020.
  4. Deutsch 1965, 172
  5. Johanna Gräfin Hartenau: Mozarts Schwiegermutter. In: Zentralausschuss der Mozartgemeinde in Salzburg (Hrsg.): Mozarteums Mitteilungen. Band 1, Nr. 1. Salzburg November 1918, S. 9–12, urn:nbn:at:at-moz:2-64554 (mozarteum.at [PDF]).
  6. Deutsch 1965, 189
  7. Solomon 1995, 253
  8. Solomon 1995, 255
  9. Brief der Frau Sophie Haibel Geb. Weber in Diakovar (Ungarn), Mozarts Schwägerin, an Nikolaus von Nissen in Salzburg. In: Arthur Schurig (Hrsg.): Mozart, Constanze: Briefe, Aufzeichnungen, Dokumente 1782 bis 1842. Dresden 1922, S. 159–162 (zeno.org).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Erich Deutsch: Mozart: A Documentary Biography. Stanford University Press, Stanford 1965, DNB 1008576883.
  • Maynard Solomon: Mozart: A Life. Harper Perennial, New York 1995, ISBN 0-06-019046-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]