CAP (Markt)

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CAP ...der Lebensmittelpunkt

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Rechtsform Social Franchising
Gründung 2001
Sitz Stuttgart
Leitung

Franchisegeber: Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Süd eG

Mitarbeiterzahl

1257 (2011)[1]

Branche Einzelhandelsunternehmen
Website www.cap-markt.de

CAP-Markt in Berlin-Köpenick

CAP ist ein deutsches Handelsunternehmen mit Hauptsitz in Stuttgart. In den Märkten arbeiten Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam. Der Name leitet sich von Handicap ab, der englischen Bezeichnung für Benachteiligung.

Betrieben werden CAP-Märkte in der Regel von örtlichen Integrationsunternehmen oder Werkstätten für behinderte Menschen im Rahmen eines Social Franchisings. In Deutschland gibt es 100 Filialen (Stand: 9. Dezember 2013) mit Marktgrößen zwischen 200 und 1500 m².[1] Die Konzeption geht auf die Gemeinnützige Werk- und Wohnstätten GmbH (GWW) zurück und wird seit 2001 von der in Stuttgart ansässigen Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Süd eG (GDW Süd) verantwortet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 sollte in Herrenberg, im Ortsteil Ziegelfeld, der letzte ortsansässige Lebensmittelmarkt geschlossen werden. Der damalige ortsansässige Geschäftsführer der GWW traf die Entscheidung, den Markt zukünftig durch die Femos gGmbH, die Integrationsfirma der GWW, zu betreiben. Im CAP-Markt in Herrenberg fanden neun Menschen Arbeit, darunter sechs mit einer Behinderung, die zuvor in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) beschäftigt gewesen waren.

Nach der Eröffnung weiterer Märkte durch die Femos gGmbH in Weil im Schönbuch, Calw und Malmsheim übernahm im Jahr 2001 die GDW SÜD das Konzept von der GWW und führte es als Social Franchising weiter. Noch im selben Jahr griff mit der Filderwerkstatt ein weiterer Betreiber als neuer Franchisenehmer das Konzept auf und eröffnete seinen ersten Markt. 2002 folgte der erste CAP-Markt außerhalb Baden-Württembergs in Dobbertin in Mecklenburg-Vorpommern.

In den Folgejahren wuchs die Anzahl der Märkte jährlich um etwa zehn auf insgesamt 100. Die Betreiberzahl erhöhte sich bis 2013 auf 58. Bis Ende 2012 sind Arbeitsplätze für 713 behinderte Menschen geschaffen worden. In den CAP-Märkten arbeiteten insgesamt 1257 Menschen in Voll- oder Teilzeit. Zusammen erwirtschafteten sie einen Umsatz von 122 Millionen Euro.

Im Jahr 2010 wurde das Corporate Design überarbeitet und ein neues Logo eingeführt. Bei Umbauten in den Märkten werden diese nach und nach auf das neue Erscheinungsbild umgestellt.[2]

Konzeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CAP-Märkte sollen zum einen „geeignete Arbeitsplätze [...] außerhalb der Werkstatt“[3], auf dem so genannten ersten Arbeitsmarkt[4] für Menschen mit geistiger, psychischer und körperlicher Behinderung schaffen.

Zum anderen sind die Märkte mit ihrem Lebensmittelvollsortiment für die Nahversorgung konzipiert und in zentralen Lagen in Stadt(teil)- oder Ortszentren angesiedelt,[5] um „Versorgungslücken für [...] Bewohner, die auf ein zu Fuß erreichbares Angebot [...] angewiesen sind“, zu schließen. Damit sollen die Lücken anderer Discounter- und Supermarktketten gefüllt werden, die sich mit neuen Standorten meistens am Ortsrand auf der grünen Wiese ansiedeln. Insgesamt soll mit dieser Marktkonzeption die „Entwicklung des Gemeinwesens“ gefördert werden, was auch das Motto ...der Lebensmittelpunkt unterstreicht.[1] Das Konzept der CAP-Märkte ist eine Antwort auf die demografische Entwicklung. Die Märkte sind auf die Bedürfnisse von Kundengruppen, die weniger mobil sind, ausgerichtet. Sie berücksichtigen die Anliegen der alternden Bevölkerung sowohl in puncto Zentralität als auch hinsichtlich der Marktgestaltung (breite Gängen und nur 1,6 m hohe Regale) und der angebotenen Serviceleistungen, wie ein Lieferservice und der begleitete Einkauf. Unter dem Dach der GDW SÜD sind die Märkte als Social Franchising organisiert. Franchisenehmer sind WfbMs und Integrationsbetriebe, die zwischen einem und zehn Märkten betreiben. Sie zahlen Eintritts-, Kooperations- und Werbegebühren, aus denen die Overheadkosten finanziert werden. Auf diese Weise ist es insbesondere möglich, zur Unterstützung der Marktleitungen und Betreiber ein deutschlandweites Netz von Fachberatern zu unterhalten. In den Händen der GDW SÜD liegen auch die Verhandlungen zum Hauptlieferanten EDEKA.[3]

Vertriebslinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CAP…der Lebensmittelpunkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lebensmittelvollsortimenter in Stadt(teil)- und Ortszentren mit Flächen zwischen 300 und 1500 m², die zwischen 5.000 und 15.000 Artikeln des täglichen Bedarfs anbieten.

CAP kompakt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CAP kompakt ist ein Konzept für Verkaufsflächen von 100 bis 300 m² in Orten oder Ortsteilen mit 500 bis 1500 Einwohnern. Die Warenversorgung wird über einen CAP-Markt in der Nähe organisiert. Die Märkte führen ca. 1500 Artikel des täglichen Bedarfs.

CAP mobil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkaufswagen mit einem Sortiment von 800 bis 1200 Artikeln des täglichen Bedarfs, die nach festen wöchentlichen Tourenplänen Orte und Wohngebieten ohne stationäre Lebensmittelversorgung anfahren. Ihre Basis haben CAP mobile an bestehenden CAP-Märkten mit mindestens 500 m² Verkaufsfläche, an denen die Waren aufgefüllt werden können.[6]

CAP puccino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Backshops und Cafés bieten CAP puccinos Backwaren, Getränke und Snacks in CAP-Märkten, in denen weder im Markt noch in der Nachbarschaft eine Bäckerei vorhanden ist.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit ihrem Markt-Konzept wurde die GDW SÜD beim Wettbewerb Land der Ideen von Bundespräsident Köhler zum Ausgewählten Ort 2008 gekürt.[8][9]

Ebenfalls im Jahr 2008 erreichten die CAP-Märkte mit ihrem Konzept das Finale des „Handelsinnovationspreis“ des Handelsverbandes Deutschland.[10]

2005 war CAP der erste Preisträger des Rudolf-Freudenberg-Preises für soziale Unternehmen, die neue Ideen zur Arbeitsmarktintegration psychisch kranker Menschen umsetzen.[11]

Einige Märkte, z. B. in Karlsruhe-Durlach,[12] Weinstadt-Beutelsbach, Stuttgart-Weilimdorf, wurden von örtlichen Stadtseniorenräten als seniorenfreundlich ausgezeichnet.

Mit dem Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ des Handelsverbandes Deutschland sind ebenfalls verschiedene CAP-Märkte, beispielsweise Bühl, Kirchheim unter Teck und Neuhausen auf den Fildern, zertifiziert.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Homepage CAP-Märkte Abgerufen am 13. August 2012
  2. European Social Franchising Network Abgerufen am 13. August 2012
  3. a b Regionalverband Mittlerer Oberrhein Abgerufen am 13. August 2012
  4. http://www.mainz.de/WGAPublisher/online/html/default/ekog-6dndwg.de.html (Memento vom 25. Januar 2007 im Internet Archive)
  5. Homepage CAP-Märkte Abgerufen am 10. August 2012
  6. Vertriebslinien. Website der CAP-Märkte. Abgerufen am 10. August 2012.
  7. CAP puccino. Website der CAP-Märkte. Abgerufen am 10. August 2012.
  8. Nachricht der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V.
  9. Land der Ideen (Memento des Originals vom 20. April 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.land-der-ideen.de Abgerufen am 15. August 2012
  10. Preisträger Handelsinnovationspreis 2008 Abgerufen am 10. August 2012
  11. Preisträger Rudolf Freudenberg Preis Abgerufen am 10. August 2012
  12. CAP-Markt Durlach, Abgerufen am 10. August 2012
  13. Beteiligte Unternehmen Abgerufen am 10. August 2012