Calville

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Winter-Calville, Zeichnung von Wilhelm Lauche 1882

Als Calville oder Kalvill wird eine Reihe von feinschmeckenden, oft süßen Apfelsorten bezeichnet, die im 19. Jahrhundert zu den edelsten und beliebtesten Tafeläpfeln zählten. Unter den verschiedenen Züchtungen wurden einige "Echter Calville" und "Rosen-Calville" genannt. J.M. Kohler (1864) rechnet sie zu den Glanzreinetten, während sie Hinkerts Systematisches Handbuch der Pomologie (1865) der Ersten Klasse der Apfelsorten bzw. den Kantäpfeln zuordnet. Sie seien ideal für Gärten, aber "nicht für offene Feldanlagen geeignet", da sie teils vom Baume essbar, teils "von außen zu anlockend sind und nur im gebauten Gartenlande ihre Güte erreichen". Die Bäume werden am besten als Halb- oder Niederstamm gezogen.

Der Calville hat ein lockeres, würziges Fruchtfleisch. Er ist meist kleiner als andere Apfelsorten, mit etwas gerippter Form und feiner Schale, die während der Lagerung etwas fettig wird. Als Herbstapfel ist er überwiegend gelb oder rötlich, als Winterapfel meist heller (weißgelb) oder rot geflammt. Die Schale kann bei längerer Lagerung runzlig werden, was aber den Geschmack nicht beeinträchtigt.

Die meisten Sorten eignen sich zum Halbstamm, nur wenige als Hochstamm. Früher wurden sie – insbesondere in Kleingärten – als Spalier gezogen. Manche (z. B. englischer Kalvill) pflanzte man auch auf Streuobstwiesen. Heute sind Calvillesorten in Geschäften selten zu finden, einige zählen sogar zu den gefährdeten Arten.[1]

Calville-Sorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensträger bzw. Unterarten des Calville sind u. a.:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Calville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Kalvill – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://pgrdeu.genres.de/rlist, Rote Liste der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, abgerufen am 28. April 2016