Carboplatin

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Strukturformel
Struktur von Carboplatin
Allgemeines
Freiname Carboplatin
Andere Namen

Diamminplatin(II)-cyclobutan-1,1-dicarboxylat

Summenformel C6H12N2O4Pt
CAS-Nummer 41575-94-4
PubChem 5352133
ATC-Code

L01XA02

DrugBank DB00958
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Zytostatika

Eigenschaften
Molare Masse 371,25 g·mol−1
Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung 08 – Gesundheitsgefährdend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​312​‐​317​‐​332​‐​334​‐​360
P: 201​‐​261​‐​280​‐​308+313 [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Carboplatin ist ein sehr verbreitetes Zytostatikum (Mittel zur Bekämpfung von Krebserkrankungen). Die chemische Struktur enthält ein komplex gebundenes Platinatom, es handelt sich um einen Cisplatin-Abkömmling. Die Wirkung gegen Krebszellen beruht auf einer Vernetzung der DNA-Moleküle (Erbsubstanz), die dadurch funktionsunfähig werden. Der Zellstoffwechsel wird behindert und die Zelle stirbt ab. Wie andere Zytostatika auch wirkt Carboplatin in dieser Weise nicht nur auf schnellwachsende Tumorzellen, sondern in gewissem Grad auch auf gesunde Körperzellen. Es wird intravenös verabreicht.

Resistenzmechanismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu beachten ist die Kreuzresistenz mit Cisplatin.

Indikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anwendungsgebiete für Carboplatin sind Bronchialkarzinom, Ovarialkarzinom, Mammakarzinom und Hodenkrebs.[2] Carboplatin wird als Infusion innerhalb von 15 bis 60 Minuten meist im Abstand von 4 Wochen verabreicht und kommt fast ausschließlich in Kombination mit anderen Chemotherapeutika zum Einsatz (Kombinations-Chemotherapie). Eine Kombination neuerer zytostatischer Wirkstoffe wie Gemcitabin, Vinorelbine oder Taxanen mit den Platinsalzen Cisplatin oder Carboplatin hat sich weltweit als Standardtherapie etabliert.[3]

Unerwünschte Wirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erbrechen (deswegen oft gleichzeitige Gabe von Antiemetika), Hörschäden oder Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwindel, Allergien, Nervenschäden, Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Schädigung blutbildender Zellen des Knochenmarks. Darüber hinaus wirkt Carboplatin nephrotoxisch (es schädigt die Niere).

Handelsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monopräparate

Axicarb (D), Carbo-cell (D), Carbomedac (D), Haemato-carb (D), Neocarbo (D), Paraplatin (CH), Ribocarbo (D), diverse Generika (D, A, CH) [4][5][6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Datenblatt Carboplatin bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 15. März 2011 (PDF).Vorlage:Sigma-Aldrich/Name nicht angegeben
  2. Carboplatin-Einzeldosis genauso effektiv bei Hodenkrebs wie Radiotherapie.
  3. Cisplatin versus Carboplatin bei NSCLC im fortgeschrittenen Stadium (PDF; 56 kB).
  4. Rote Liste online, Stand: September 2009.
  5. AM-Komp. d. Schweiz, Stand: September 2009.
  6. AGES-PharmMed, Stand: September 2009.


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