Carl August Erb

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Carl August Erb, auch Karl August Erb (* 1. Februar 1791 in Heidelberg; † 1873 in Schwetzingen) war ein deutscher Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer, Philosoph und Mathematiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erb nahm im Wintersemester 1807/08 das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg auf, wechselte alsbald aber an die Universität Göttingen, wo er 1811 „mit ausgezeichnetem“ Lob seinen Abschluss machte. 1812 promovierte er in Göttingen zum Dr. iur., ein Jahr später habilitierte er sich. Anschließend lehrte Erb kurzzeitig als Dozent in Göttingen, bevor 1814 als außerordentlicher Professor nach Heidelberg zurückkehrte. Bereits 1815 reichte er jedoch „wegen schwerer Depressionen“ sein Entlassungsgesuch ein.[1] Auf Drängen seiner Kollegen nahm Erb das Gesuch wieder zurück, was mit einer Gehaltszulage und der zusätzlichen Ernennung zum außerordentlichen Professor der Philosophie belohnt wurde. Am 27. Oktober 1820 wurde Erb zum ordentlichen Professor ernannt, die Stellung trat er jedoch nie an, da der Vollzug der Ernennung bis zur vollständigen Herstellung seiner Gesundheit dispensiert wurde.[2] Hierzu kam es nicht, vielmehr wurde Erb wegen seiner Gesundheitsbeschwerden 1844 pensioniert. Erb gründete in Bamberg eine „Chrono-astronomische Anstalt“, deren Ziel darin bestehen sollte, mit Hilfe einer zu gründenden Sternwarte zur Regulierung einer vereinheitlichten bürgerlichen Zeit in Deutschland beizutragen.[3]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erb erfüllte die in ihn durch seine glänzenden Studienleistungen gesetzten Erwartungen nicht; nennenswerte rechtswissenschaftliche Werke hat er nicht verfasst, auch seine Dissertation ist nicht überliefert. Allerdings erlangte sein Name unter den Zeitgenossen durch seine Publikationen einige Bekanntheit. Erb war 1819 bei der Gründung des Vereins für Cultur und Wissenschaft der Juden Ratgeber von Eduard Gans. Laut Gans sei Erb „anerkannt als einer der scharfsinnigsten Köpfe Deutschlands, bis zum Erstaunen gelehrt.“[4]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus-Peter Schroeder: »Eine Universität für Juristen und von Juristen« – Die Heidelberger Juristische Fakultät im 19. und 20. Jahrhundert. Mohr Siebeck, Tübingen 2010, ISBN 978-3-428-12053-6, S. 120–121.
  • Sinai (Siegfried) Ucko: Geistesgeschichtliche Grundlagen der Wissenschaft des Judentums. In: Kurt Wilhelm: Wissenschaft des Judentums im deutschen Sprachbereich: ein Querschnitt. Bd. 1, Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo-Baeck-Instituts, Mohr, Tübingen 1967, S. 315-352, hier S. 319 f., 352; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  • Heinz-Jürgen Voß: Making sex revisited: Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive. Diss. Univ. Bremen 2009, Transcript, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8376-1329-2, S. 16, 19, 145, 151 f., 336
  • Johann Stephan Pütter, Friedrich Saalfeld, Georg Heinrich Oesterley: Versuch einer academischen Gelehrten-Geschichte von der Georg-Augustus-Universität zu Göttingen. Vierter Theil: Von 1820 bis zur ersten Säcularfeier der Universität im Jahre 1837. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1838, S. 352, Digitalisat in der Google-Buchsuche

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schroeder, S. 120.
  2. Zitiert nach Schroeder, S. 121.
  3. Artikelserie vom 4., 10., 12. und 18. September 1852 in der Bamberger Zeitung, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DlLFNAAAAcAAJ%26q%3Dchrono-astronomische%2BAnstalt~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
  4. Zitiert nach Sinai (Siegfried) Ucko, S. 319. Ucko fährt fort: „Gans scheint stark übertrieben zu haben, wenn er von einer Anerkennung Erbs in Deutschland spricht. Meine Nachforschung über die Persönlichkeit habe ich noch nicht abgeschlossen…“ In einem Nachwort zu seinem Artikel auf S. 352 liefert Ucko einen biographischen Abriss zu Erb nach: eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  5. Rezension in der Leipziger Literaturzeitung am 19. Juli 1830, S. 1369, Digitalisat in der Google-Buchsuche
  6. Nachweis in: Adolph Carl Peter Callisen: Medicinisches Schriftsteller-Lexicon der jetzt lebenden Aerzte, Wundärzte, Geburtshelfer, Apotheker und Naturforscher aller gebildeten Völker. Bd. 25, Kopenhagen 1837, S. 150, Digitalisat in der Google-Buchsuche