Carl Beuermann

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Carl Beuermann (* 11. April 1855 in Oberscheden; † 18. September 1937 in Hannover)[1] war ein deutscher Unternehmer,[2] Kommunalpolitiker und Schützen-Senator.[1]

Leben[Bearbeiten]

Margarine-Fabrik und Dampfmolkerei Carl Beuermann[Bearbeiten]

Margarine-Fabrik und Dampfmolkerei Carl Beuermann;
Stich auf dem Briefkopf einer Rechnung, datiert 1896; gedruckt von Rob. Leunis & Sohn
Straßenschild der Beuermannstraße zwischen dem Schützenplatz und der Ihme

Carl Beuermann war Inhaber der gleichnamigen Margarine-Fabrik und Dampfmolkerei Carl Beuermann in Hannover. Das Unternehmen hatte mit der Anschluss-Nummer 301 einen der ersten Fernsprechanschlüsse in Hannover.[2] Im Jahr 1890 eröffnete Beuermann in dem durch Ferdinand Wallbrecht errichteten seinerzeitigen Neubau unter der damaligen Grupenstraße 12 eine „Detailniederlage“ für Butter und Margarine. Durch das gleichzeitige Angebot von echter Molkereibutter und Margarine im selben Geschäft wertete Beuermann die „Kunstbutter“ quasi auf.[3]

Spätestens 1898 war die Firma „Mitglied der Vereinigung deutscher Margarinefabrikanten GmbH zur Wahrung der gemeinsamen Interessen der Margarine-Industrie und des Margarine-Handels“.[4] Die Produkte der Fabrik waren mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden:[2]

  • 1891: Silberne Medaille auf einer Ausstellung „unter Verbandstag N. W.“[2]
  • ebenfalls in den 1890er Jahren: Goldene Medaille vom Verein hannoverscher Köche, Allgemeine deutsche Kochkunst-Ausstellung.[2]

Nachdem Beuermann im Jahr 1895 bereits sieben Filialgeschäfte in Hannover besaß, waren es im Jahr 1900 schon zehn,[3] während seine „Margarinefabrik und Dampfmolkerei“ in der Heinrichstraße 13 firmierte.[5]

Kommunalpolitik und Schützenwesen[Bearbeiten]

1898 wurde der Unternehmer zum Bürgervorsteher gewählt. Von 1902 bis 1924 bekleidete er das Amt eines Senators.[1] Daneben hatte sich Carl Beuermann „Verdienste um das Schützenwesen“ erworben:[1] 1901 wurde Beuermann zum Vorsitzenden des Schützenverbandes Nordwestdeutscher Bezirksverein gewählt, bis dieser zur Zeit des Nationalsozialismus1935 infolge Gleichschaltung, Unterstellung unter den Reichsbund für Leibesübungen und Neuordnung des deutschen Schützenwesens in verschiedene Gaue aufgeteilt wurde und ab 1936 aufhörte zu existieren“. Stattdessen wurde Carl Beuermann zum „Gausportleiter des Gaues 18 - Nordsee - ernannt.“[6] Nachfolge-Organisation des Nordwestdeutschen Bezirksvereins wurde der Niedersächsischer Sportschützenverband e.V..[6]

Beuermannstraße[Bearbeiten]

  • 1970 wurde ein Teil der ehemals Nordufer benannten Straße, die im Stadtteil Calenberger Neustadt zwischen der Ihme und dem Schützenplatz „von der Lavesallee zur Stadionbrücke“ führt, „nach dem Schützensenator ... umbenannt.“[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Czwalinna: Der Nordwestdeutsche Bezirksverein. 1868–1935, in: Erich Czwalinna, Kurt Trump: 125 Jahre Niedersächsische Schützen im Deutschen Schützenbund 1868–1993. Eine geschichtliche Dokumentation über das deutsche Schützenwesen im niedersächsischen Raum, Niedersächsischer Sportschützenverband e.V. Hannover (Hrsg.), Hannover: Schlütersche, 1993. ISBN 3-87706-390-X, S. 49–60; hier: S. 53

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Carl Beuermann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Helmut Zimmermann: Beuermannstraße, in: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 40
  2. a b c d e Vergleiche den Briefkopf der Margarine-Fabrik und Dampfmolkerei Carl Beuermann von 1896
  3. a b Ludwig Hoerner: Margarinefabriken und -handlungen, in ders.: Agenten, Bader und Copisten. Hannoversches Gewerbe-ABC 1800–1900. Hrsg.: Hannoversche Volksbank, Reichold, Hannover 1995, ISBN 3-930459-09-4, S. 301f.
  4. Vergleiche das Angebot von allesauspaper auf ebay.de; roter Stempel-Aufdruck auf einem Rechnungsbogen von 1898; HANNOVER, Rechnung 1898, Margarine-Fabrik und Dampfmolkerei Carl Beuermann
  5. Ludwig Hoerner: Butter- und Käsehandlungen, in ders: Agenten, Bader und Copisten ..., S. 81ff.
  6. a b Erich Czwalinna: Der Nordwestdeutsche Bezirksverein ... (siehe Literatur)