Carolagrün

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Carolagrün
Große Kreisstadt Auerbach/Vogtl.
Koordinaten: 50° 29′ 21″ N, 12° 29′ 29″ O
Höhe: 650 m
Postleitzahl: 08209
Vorwahl: 03744
Carolagrün (Sachsen)
Carolagrün

Lage von Carolagrün in Sachsen

Carolagrün: Gebäude, Park, Tal des Silberbachs und umgebender Wald (Landkarte um 1900)
Carolagrün: Gebäude, Park, Tal des Silberbachs und umgebender Wald (Landkarte um 1900)

Carolagrün ist eine frühere, 1900 entstandene Lungenheilstätte für Frauen und heute eine Häusergruppe auf einer Waldlichtung südöstlich von Schnarrtanne, gehörte bis 1971 zu Schönheide[1][2] und ist seit 1995 Ortsteil von Auerbach im Vogtland. Die Lokalität liegt auf etwa 650 m Höhe am westlichen Hang des Silberbachtales.

Frühere Lungenheilstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dicht nebeneinander mitten in den erzgebirgisch-vogtländischen Wäldern gelegenen Heilstätten in Bad Reiboldsgrün, Albertsberg und Carolagrün bildeten bis in die 1960er Jahre ein wichtiges Zentrum für die Heilung lungenkranker, insbesondere tuberkulosekranker Menschen in Sachsen.[3]

Die unter Denkmalschutz stehende Gebäudegruppe der Lungenheilstätte entstand nach Plänen des Architekten Heinrich Tscharmann als Lungenheilstätte für Frauen. Sie stand im Eigentum des Sächsischen Heilstättenvereins für Lungenkranke. Der Grundstein für die Baulichkeiten wurde am 15. August 1899 gelegt. Die Eröffnung durch die sächsische Königin Carola fand schon am 15. Oktober 1900 statt. Die Königin ist auch Namensgeberin der Heilstätte, der Wohnplatz behielt den Namen.[4] Die benachbarte Einrichtung für lungenkranke Männer trägt den Namen Albertsberg.

Eine neogotische Kapelle in Holzbauweise mit einem Dachreiter, in dem eine Glocke hängt, wurde 1906 errichtet[5] und 1945 zu einer Sporthalle umgebaut.[2]

Zur Behandlung lungenkranker Kinder entstanden 1907 ein Anbau am Hauptgebäude und im Jahr 1913 ein eigenes Kinderheim mit 40 Betten und einer Schule.[6]

Zwischen 1966 und 1994 wurden die Heilstättengebäude durch das Fachkrankenhaus für Kinder- und Jugendpsychiatrie Bad Reiboldsgrün genutzt. In den 1970er Jahren entstanden drei Mehrgeschoßwohnbauten für Familien. Von 1995 an nutzte die Lebenshilfe für geistig Behinderte e. V. die Krankenhausbauten[2] bis zum Jahr 2000. Von dieser Zeit an stehen sie leer. Nach dem Erwerb durch einen „ausländischen Investor“ im Jahr 2004 verfielen diese weiter. In den 2010er Jahren zeigten sich weiter Zeichen des Verfalls. 2013 wurden im Obergeschoss des Hauptgebäudes neue Fenster eingesetzt, dessen Dach repariert und der Dachreiter der Kapelle mit Blech neu beschlagen.[7] Fotos zeigen den Zustand um 2015.[8] Die Nichtnutzung führt dazu, dass immer mehr Bäume und Büsche auch dicht an den Klinikbauten sich aussamen und ausbreiten.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Sächsische Heilstättenverein für Lungenkranke und seine Anstalten, Herm-Kurt Hieronymus, Verlag für Architektur-, Industrie-, Stadt- und Staatswerke, Dresden (o. J., um 1930)
  • Carolagrün. In: Das östliche Vogtland (= Werte der deutschen Heimat. Band 59). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0938-1, S. 163.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Carolagrün – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landkarte aus der Zeit um 1900
  2. a b c Das östliche Vogtland (= Werte der deutschen Heimat. Band 59). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0938-1, S. 163.
  3. Das östliche Vogtland (= Werte der deutschen Heimat. Band 59). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0938-1, S. 161.
  4. Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 260 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  5. Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 105 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  6. Beschreibung auf der webseite Schnarrtanne-Vogelsgrün.de, Abruf am 21. September 2019
  7. Informationen bei Rottenplaces.de, Abruf am 21. September 2019
  8. Fotos auf der Webseite gsphotos.de, Abruf am 21. September 2019
  9. Foto von 2009