Auerbach/Vogtl.

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Auerbach/Vogtl.
Auerbach/Vogtl.
Deutschlandkarte, Position der Stadt Auerbach/Vogtl. hervorgehoben
Koordinaten: 50° 31′ N, 12° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Höhe: 555 m ü. NHN
Fläche: 55,52 km2
Einwohner: 18.562 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 334 Einwohner je km2
Postleitzahl: 08209
Vorwahl: 03744
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 020
Stadtgliederung: Kernstadt; 4 Ortschaften
Adresse der
Stadtverwaltung:
Nicolaistraße 51
08209 Auerbach/Vogtl.
Webpräsenz: www.stadt-auerbach.de
Oberbürgermeister: Manfred Deckert (parteilos)
Lage der Stadt Auerbach/Vogtl. im Vogtlandkreis
TschechienBayernThüringenErzgebirgskreisLandkreis ZwickauAdorf/Vogtl.Auerbach/Vogtl.Bad BrambachBad ElsterBergen (Vogtland)BösenbrunnEichigtEllefeldElsterbergFalkenstein/Vogtl.Grünbach (Sachsen)HeinsdorfergrundKlingenthalLengenfeld (Vogtland)Limbach (Vogtland)MarkneukirchenMühlentalMuldenhammerNetzschkauNeuensalzNeumark (Vogtland)Neustadt/Vogtl.Oelsnitz/Vogtl.Pausa-MühltroffPlauenPöhlReichenbach im VogtlandWeischlitzRodewischRosenbach/Vogtl.Schöneck/Vogtl.Steinberg (Vogtland)Triebel/Vogtl.TheumaTirpersdorfTreuenWerdaKarte
Über dieses Bild
Innenstadt mit der evangelischen Sankt Laurentiuskirche
Blick auf den Schlossturm der Burg Auerbach
Kirche „Zum Heiligen Kreuz“
Auerbach, Lithographie nach einer Zeichnung von Carl Wilhelm Arldt, 1839
Vogtlandsee, südöstlich von Auerbach gelegen

Die Große Kreisstadt Auerbach/Vogtl. ist eine Stadt im sächsischen Vogtlandkreis. Sie gilt als das Zentrum des östlichen Vogtlandes und ist nach Plauen und Reichenbach im Vogtland die drittgrößte Stadt des Landkreises.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auerbach liegt im sächsischen Vogtland und wird vom Flüsschen Göltzsch durchschnitten. Landschaftlich liegt Auerbach im deutschen Mittelgebirgsraum, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Erzgebirge im Osten. Auerbach ist 17 Kilometer von Reichenbach, 27 Kilometer von Plauen und 28 Kilometer von Zwickau entfernt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Ellefeld, Falkenstein/Vogtl. (Stadt), Muldenhammer, Rodewisch (Stadt), und Treuen (Stadt) im Vogtlandkreis sowie Schönheide im Erzgebirgskreis. Die Stadt Auerbach bildet mit den Nachbargemeinden Falkenstein, Rodewisch und Ellefeld den Mittelzentralen Städteverbund Göltzschtal.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Auerbach gehören neben der Kernstadt:

die vier Ortschaften
  • Beerheide
  • Rebesgrün
  • Reumtengrün
  • Schnarrtanne mit den Hahnenhäusern
die Ortsteile
  • Albertsberg
  • Brunn
  • Carolagrün
  • Crinitzleithen
  • Dresselsgrün
  • Fichtzig
  • Grünheide
  • Hauptbrunn
  • Hinterhain
  • Hohengrün
  • Unterreumtengrün
  • Vogelsgrün

Die Ortschaften Beerheide und Schnarrtanne sind staatlich anerkannte Erholungsorte.[3] In Schnarrtanne bestanden zur DDR-Zeit das Ferienheim des Reichsbahnausbesserungswerks „7. Oktober“ Zwickau, das Betriebsferienlager „Rolf Weinbrecht“ und das Gardelko-Ferienheim in der im Jahr 2014 abgerissenen Gastwirtschaft „Goldene Höhe“, in Brunn das des Großhandel WtB Kombinat Berlin, früher auch Ferienheim der GHG Berlin genannt, in Vogelsgrün das Ferienheim des VEB Nema in Netzschkau und das das FDGB-Kinderkurheim „Seid bereit“. In Grünheide gab es in der DDR-Zeit das Kindererholungs- bzw. -kurheim „Freundschaft“ und das Pionierlager „Wladimir Majakowski“. In letzterem standen Zelte. Noch Anfang der 1970er Jahre fanden in Heim und Zeltlager, zusammen mit einer Kapazität von um 650 Personen, 14-tägige Lehrgänge zur Vorbereitung auf das Studium statt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auerbach wurde im Jahre 1282 erstmals urkundlich in Zusammenhang mit Conradus de Urbach erwähnt. Die Burg selber wurde erstmals 1122 erwähnt und wurde im 11. Jahrhundert erbaut. Ein Rest davon ist der Schlossturm. Die mittelalterliche Stadt mit gitterförmigem Grundriss wurde im 14. Jahrhundert planmäßig durch die Vögte von Plauen angelegt. Die Bürger wurden 1436 durch den Burgvogt mit dem Bierbrauen belehnt. Im 15. Jahrhundert besaß Hans Edler von der Planitz das Rittergut Auerbach. Seine Erben übernahmen in der Folge den Besitz. Noch 1755 nennt Karl Gottlob Dietmann in „Priesterschaft in dem Churfürstenthum Sachsen“ Karl Friedrich Edler von der Planitz als Herrn in Auerbach.[4] Es entwickelten sich der Zinn- und Eisenerzbergbau. 1503 erhielt Auerbach ein Bergamt und wurde 1543 Bergstadt. Da es nun Pechgewerkschaften und Pechhütten gab, erhielt Auerbach im 17. Jh. den Beinamen „Pechstadt“. Die heutige Schreibweise des Ortsnamens setzte sich 1578 endgültig durch, vorherige Formen lauteten: Urbach, Uwerbach, Awerboch und Awherbach.[5] Auerbach gehörte bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Plauen und danach zur Amtshauptmannschaft Auerbach.[6]

Bis 1995 war Auerbach Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Beerheide 01.01.1999 mit Hohengrün und Hauptbrunn
Brunn 01.07.1950 mit Dresselsgrün
Mühlgrün 01.01.1912
Rebesgrün 01.01.2003
Rempesgrün 01.10.1923
Reumtengrün 01.01.1994  Eingemeindung nach Rebesgrün
Schnarrtanne 01.01.1994 mit Grünheide und Bad Reiboldsgrün
Sorga mit Hinterhain 01.10.1923
Vogelsgrün 01.07.1950  Eingemeindung nach Schnarrtanne

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Schwarz ein aufgerichteter goldener Löwe.

Das Wappen mit dem Löwen als Wappentier ist der Stadt um 1400 von den Vögten von Plauen verliehen worden. Diese waren die Herren auf der Burg Urbach und Besitzer großer, waldreicher Ländereien in der Region.[7] Die Stadt führt seit Jahrhunderten das Wappen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1834 bis 1960

  • 1834: 02.985
  • 1875: 05.277
  • 1880: 06.258
  • 1910: 12.721
  • 1933: 19.597
  • 1946: 18.708 1
  • 1950: 21.765 2

1971 bis 2008

  • 1971: 18.714
  • 1981: 18.449
  • 1984: 21.617
  • 1997: 20.425
  • 2001: 19.675
  • 2005: 21.110
  • 2008: 20.340

ab 2012

  • 2012: 19.300
  • 2013: 19.076
  • 2015: 18.893

Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen
1 29. Oktober
2 31. August

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 43,4 %
 %
50
40
30
20
10
0
46,5 %
17,8 %
16,0 %
4,1 %
5,7 %
7,4 %
2,5 %
      
Insgesamt 22 Sitze

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 22 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 11 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • LINKE: 4 Sitze
  • FDP: 1 Sitz
  • VfB 1906 Auerbach e. V. (VfB): 1 Sitz
  • Freie Wählervereinigung Auerbach (FW AE): 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manfred Deckert wurde im Juni 2015 wiedergewählt.[9]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Grevenbroich COA.svg Grevenbroich, Nordrhein-Westfalen
DEU Buchenbach COA.svg Buchenbach, Baden-Württemberg
POL Strzegom COA.svg Strzegom, Niederschlesien

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auerbach trägt auch den Namen „Drei-Türme-Stadt“. Wenn man von weiter weg in der Nacht auf Auerbach schaut, sieht man drei hell erleuchtete Türme. Das ist zum einen der Schlossturm, der seit über 725 Jahren die Stadtsilhouette prägt. Die beiden anderen Türme sind die katholische Kirche „Zum Heiligen Kreuz“ am katholischen Berg und die evangelische Kirche „St. Laurentius“ am Altmarkt.

Eigentlich müsste es Vier-Türme-Stadt heißen, weil in Auerbach drei Kirchen und der Schlossturm stehen, da aber der Turm der „Nicolaikirche“ auf Grund der geringen Größe aus der Ferne nicht sichtbar ist, wurde Auerbach als „Drei-Türme-Stadt“ bekannt.

Im Ortsteil Brunn liegt das 1925 erbaute „Waldbad Brunn“, das zu Anfang der Saison 2008 wieder eröffnet wurde.

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VfB Auerbach wurde 1906 gegründet und 1991 neugegründet. Die Fußballabteilung spielt in der Regionalliga Nordost (2014/2015).

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alljährlich findet im August das Altmarktfest statt, ein über den Ort hinaus bekanntes mittelalterliches Spektakel.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Auerbach befindet sich der Flugplatz Auerbach. Es gibt zwei Bahnhöfe und einen Haltepunkt, die von der Vogtlandbahn angefahren werden. Vom oberen Bahnhof an der Bahnstrecke Herlasgrün–Oelsnitz können Plauen, Hof, Falkenstein und Adorf erreicht werden. Vom unteren Bahnhof an der Bahnstrecke Zwickau–Falkenstein sind Zwickau, Falkenstein sowie Klingenthal erreichbar. Die Linie, die über den unteren Bahnhof führt, wurde im Jahr 2000 nach Tschechien verlängert. Damit besteht im tschechischen Grenzort Kraslice eine Umsteigemöglichkeit in die Züge der GW Train Regio; Sokolov und Karlovy Vary (Karlsbad – Verbindung nur am Wochenende) sind direkt erreichbar mit Anschluss an das Schnellzugnetz der tschechischen Bahn České dráhy.

Seit 2018 gibt es in Auerbach am Gartenhaus eine Station des mitteldeutschen Carsharing-Anbieters Teilauto, an der zwei Elektroautos zum Ausleihen bereitstehen. Damit können z. B. Touristen ohne eigenes Auto mit der Bahn anreisen und für abgelegene Ziele in der Umgebung ein Teilauto nutzen. Auerbach kann man in diesem Sinne als Vorreiter betrachten, denn es gehört damit zu den ganz wenigen Kleinstädten, die über eine Carsharing-Station verfügen, während sich solche Angebote meist auf große Ballungsgebiete beschränken.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutende Wirtschaftsbranchen der Stadt sind die Textilindustrie, die Nahrungsmittelindustrie, die Elektro- und Kfz-Zulieferindustrie und der Werkzeugmaschinenbau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Steche: Auerbach. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 9. Heft: Amtshauptmannschaft Auerbach. C. C. Meinhold, Dresden 1888, S. 3.
  • Das östliche Vogtland (= Werte der deutschen Heimat. Band 59). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0938-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Auerbach/Vogtl. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Auerbach (Vogtland) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. vogtlandkreis.de: Städte und Gemeinden (Memento des Originals vom 12. März 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vogtlandkreis.de
  3. Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über die Änderung der Liste der Kur- und Erholungsorte im Freistaat Sachsen gemäß § 3 Abs. 5 SächsKurG vom 22. Januar 2018 (Sächsisches Amtsblatt Nr. 6/2018) (PDF; 358 KB)
  4. Karl Gottlob Dietmann: Die gesamte ... Priesterschaft in dem Churfürstenthum Sachsen ..., Band I.3: Konsistorium Wittenberg. Dresden und Leipzig 1755. Teil I Band 3, abgerufen am 30. August 2013
  5. Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen - Auerbach/Vogtl.
  6. Historisches Ortsverzeichnis Sachsen
  7. Karlheinz Blaschke, Gerhard Kehrer, Heinz Machatscheck: Lexikon Städte und Wappen der DDR. VEB Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1979, 1. Auflage
  8. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  9. https://www.statistik.sachsen.de/wpr_alt/pkg_s10_bmlr.prc_erg_bm_a?p_bz_bzid=BM151&p_ebene=GE&p_ort=14523020