Charlotte Mahler

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Charlotte Mahler (* 4. November 1894 in Krippehna; † 12. Juni 1973 in Frankfurt am Main) war langjährige Chefärztin am Bürgerhospital in Frankfurt am Main, um dessen Wiederaufbau sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg große Verdienste erwarb.

Die Tochter des Pfarrers Franz Mahler verlor ihren Vater bereits mit fünf Jahren. Auch ihre Mutter verstarb bereits 1919, hatte ihrer Tochter aber die medizinische Ausbildung ermöglicht. Charlotte Mahler machte im gleichen Jahr in Halle an der Saale ihr Staatsexamen, erhielt 1921 die Approbation und bestand zwei Jahre später die Doktorinnenprüfung. Daraufhin arbeitete sie weiterhin an der Universität Halle, jedoch nun als Assistenzärztin an der Abteilung für chirurgische Tuberkulose. 1926 wechselte sie als Assistenzärztin zur Universitätsklinik Frankfurt, wo sie 1929 zur Titularoberärztin an der Chirurgischen Abteilung ernannt wurde. Für mehrere Jahre Oberärztin leitete sie 1945 bis 1946 kommissarisch die Chirurgische Universitätsklinik. 1946 habilitierte sie sich mit einer Arbeit über „Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten (360 Operationen)“.

Von 1947 bis 1964 stand sie als Chefärztin der Chirurgischen Abteilung des Bürgerhospitals Frankfurt am Main vor.

Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, wie z. B. die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main (1964) oder das Große Verdienstkreuz.

Charlotte Mahler spezialisierte sich auf Operationen der Bauchhöhle und des so genannten Wolfsrachens bei Kindern. Charlotte Mahler hinterließ eine Pflegetochter. Ihr Grab befindet sich auf dem Hauptfriedhof Frankfurt.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mahler, Schmieden: Chirurgische Behandlung des Kehlkopfkrebses (Hdb. d. ges. Therapie, Bd. 1 (1926))
  • Mahler, Schmieden: Blutsenkungsprobe bei chirurgischer Tuberkulose (Zbl. Chirurgie. 54 (1927), S. 2079f.)
  • Mahler, Schmieden: Operationen an der Wirbelsäule und am Rückenmark (Chirurgische Operationslehre v. Bier, Braun, Kümmell, Bd. 1)
  • Chirurgische Tuberkulose (Hdb. d. ärztlichen Begutachtung, Bd. 1 (1931))
  • Mahler, Schmieden: Verletzungen der Wirbelsäule (Vorträge a. d. praktischen Chirurgie, H. 2 (1943))
  • Mahler, Schmieden: Erfahrungen b. d. Begutachtung von Wirbelsäulenbrüchen (Chirurg 3 (1931))
  • Mahler, Schmieden: Diagn. d. Tumors d. Glandula carotica (Med. Klinik (1935))
  • Behandlung u. Verh. gelenknaher tuberkulöser Knochenherde (Archiv klin. Chirurgie 178 (1933))
  • Mahler, Schmieden: Die Operation am Magen (Chirurgische Operationslehre, Bd. 3, 6. Auflage, Barth, Leipzig 1933, S. 36–150)
  • Art und Behandlung v. 360 Gesichtsspalten, op. i. d. Jahren 1935–1942 i. d. Chirurg. Univ.-Klin. Frankfurt/M., Habil.Schr. 1945
  • Indikation u. Technik d. im Säuglings- und Kindesalter notwendigen Operationen (Medizinische (1954))

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Koopmann, Christian: Die Chirurgin Charlotte Mahler (1894–1973). Diss. med. dent. Frankfurt a.M. 1989
  • Boedecker, Elisabeth u. Maria-Meyer Plath: 50 Jahre Habilitationen von Frauen in Deutschland. Göttingen 1974

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]