Chesterfield (Derbyshire)

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Borough of Chesterfield
Chesterfield (Vereinigtes Königreich)
Chesterfield
Chesterfield
Chesterfield
Lage in Derbyshire
Basisdaten
Status Borough
Region East Midlands
Verw.grafschaft Derbyshire
Verwaltungssitz Chesterfield
Fläche 66,04 km²
Bevölkerung Stadt: 71.000, Borough: 103.780 (2011, ca.)
ONS-Code 17UD
Website www.chesterfield.gov.uk

Chesterfield ist eine Stadt in der englischen Grafschaft Derbyshire. Sie liegt südlich von Sheffield an der Einmündung des Flusses Hipper in den Rother[1] und hat rund 103.000 Einwohner. Chesterfield ist nicht nur Verwaltungssitz des Borough of Chesterfield, sondern auch des umliegenden Distrikts North East Derbyshire. Der Name der Stadt setzt sich aus den angelsächsischen Worten caester = castrum (römische Befestigung) und feld (Weideland) zusammen.[1] Im Domesday Book, einem Grundbuch Englands aus dem späten 11. Jahrhundert, erfolgte der Eintrag als Cestrefeld, einem Weiler Newbolds).[2]

Die schiefe Kirchturmspitze (Crooked Spire)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im heutigen Stadtkern Chesterfields haben Ausgrabungen eine ehemalige römische Befestigungsanlage auf die Zeit 80–100 n. Chr. datiert, die sich im heutigen Stadtkern von Chesterfield befunden hat.[3] 1204 verlieh König Johann Ohneland der Stadt das Marktrecht, mit dem Chesterfield den Status eines freien Borough erlangte. 1266 verschanzten sich Anhänger Simon de Montforts, darunter Robert de Ferrers, 6. Earl of Derby, und Baldwin Wake, Lord of Chesterfield, in der Stadt gegen Ende des Zweiten Krieges der Barone. Am 15. Mai 1266 griff eine königliche Streitmacht, die von Henry of Almain, einem Neffen Henrys III., angeführt wurde, in der Schlacht von Chesterfield an und gewann.[4] 1594 erweiterte Königin Elisabeth I. die Rechte Chesterfields und gestand ihm einen Bürgermeister sowie weitere Ratsherren und -mitglieder zu.[2]

Zur Großstadt wuchs sie im 19. Jahrhundert an, als sie an die unter George Stephenson erbaute Eisenbahnstrecke von Leeds nach Derby angeschlossen wurde und um die Stadt herum zudem während des Baus größere Kohlevorkommen entdeckt wurden.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St Mary and All Saints’ - The Crooked Spire[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wahrzeichen der Stadt ist die schiefe Kirchturmspitze der Kirche St Mary and All Saints’ aus dem 14. Jahrhundert. Die Spitze weicht rund 2,9 Meter vom Mittelpunkt der Kegelbasis ab und ist um ein Achtel um die eigene Achse verdreht.[6] Ein dendrochronologisches Gutachten datiert die aus 150 t Holz bestehende Konstruktion der Kirchturmspitze auf ca. 1362. Erst 1639 wurde die 50 t wiegende Bleiverkleidung angebracht. Bis dahin war die Spitze wahrscheinlich mit Eichenschindeln gedeckt.[7]

Die Ursache der Krümmung ist nicht geklärt. Die Friends of the Parish Church of St Mary and All Saints sehen einen Unterschied in der spiralartigen Verdrehung des Turmes, die zur damaligen Zeit nicht unüblich im Kirchenbau gewesen sein soll und in der Neigung, die sich im Laufe der Zeit entwickelte.[7] Einer Ansicht nach verdrehte sich zu frisches Eichenholz beim Austrocknen. Andere vermuten eine unsachgemäße Verstrebung, da nach der großen Pest-Epidemie Mitte des 14. Jahrhunderts gut ausgebildete Handwerker fehlten und auch Wärmeeinwirkung, da das Holz sich an der Südseite des Turms stärker verändert hat als an der Nordseite.[7] Die wahrscheinlichste Ursache liegt in den Bleiplatten, die die ursprünglichen Holzschindeln etwa 300 Jahre nach dem Bau ersetzten. Die Holzkonstruktion war für dieses Gewicht nicht ausgelegt und verformte sich.

Der Volksglaube hat eigene Geschichten zur Verdrehung des Kirchturmes entwickelt, die meistens den Teufel beinhalten. Einer Legende nach war der Kirchturm eines Tages so verblüfft, als eine Jungfrau vor den Traualtar der Kirche trat, dass er sich hinabbeugte, um sich die Braut näher zu besehen. Dies ließ ihn gebeugt zurück. Andere fügen hinzu, dass er sich wieder begradige, sobald einmal eine Jungfrau vor den Traualtar trete. Einer anderen Legende nach beschlug ein Schmied aus Bolsover dem Teufel die Hufe so unsanft, dass er dem Kirchturm einen Tritt gab, als er an Chesterfield vorbeikam. Eine weitere Geschichte besagt, der Teufel habe sich gerade auf dem Kirchturm ausgeruht, als er wegen des Weihrauch-Geruches niesen musste und sein Schwanz, der um den Turm gelegt war, diesen dabei verdrehte.[8]

Die Kirche ist heute ein als Grade-I eingestuftes Baudenkmal.[9]

Chesterfield ist außerdem Namensgeber der Chesterfield-Sitzmöbel, da der 4. Earl von Chesterfield Philip Dormer Stanhope diese um 1770 bei dem bekannten englischen Möbelbauer Robert Adam in Auftrag gab.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chesterfield unterhält Städtepartnerschaften mit:[10]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chesterfield (All Saints). A Topographical Dictionary of England, Hrsg. S. Lewis, London 1848, auf: Webseite British History Online (BHO), abgerufen am 26. Februar 2016
  2. a b Magna Brittannia: Vol. 5, Derbyshire. Chesterfield. Auf: Website British History Online (BHO), abgerufen am 21. Februar 2016
  3. Chesterfield Roman Fort auf: Website Historic England, abgerufen am 27. Februar 2016
  4. 1266: The Battle of Chesterfield, auf: magnacarta800th.com, abgerufen am 27. Februar 2016
  5. Chesterfield auf: information-britain.co.uk, abgerufen am 27. Februar 2016
  6. Crooked Spire Church, auf: visitchesterfield.info, abgerufen am 28. Februar 2016
  7. a b c The Spire ‚Story‘, auf: friendsofthecrookedspirechesterfield.co.uk, abgerufen am 28. Februar 2016
  8. Chesterfield Crooked Spire, auf: Website Derbyshire Heritage, abgerufen am 28. Februar 2016
  9. Eintrag auf: Historic England, abgerufen am 27. Februar 2016
  10. Twinning Links auf: chesterfield.gov.uk, abgerufen am 28. Februar 2016

Koordinaten: 53° 14′ N, 1° 26′ W