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Cheyenne (Sprache)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Cheyenne (Tsêhesenêstsestôtse)

Gesprochen in

USA
Sprecher 1700
Linguistische
Klassifikation

Algonkin-Sprachen

  • Cheyenne
Sprachcodes
ISO 639-2 chy
ISO 639-3 chy

Cheyenne (Cheyenne: Tsêhesenêstsestôtse) ist eine indigene nordamerikanische Sprache der Algonkin-Sprachfamilie, die von etwa 1.700 Cheyenne in den Bundesstaaten Montana und Oklahoma in den USA gesprochen wird.[1]

Cheyenne ist phonologisch eine typische Algonkin-Sprache: Sie zeichnet sich durch ein kleines Phoneminventar aus, weist dafür aber ein hochgradig komplexes System morphophonologischer Prozesse an den Morphemgrenzen auf. Die Phoneme sind im Einzelnen:

Bilabial Dental Postalveolar Velar Glottal
Plosiv p t k ʔ
Frikativ v s ʃ x h
Nasal m n
Vorne Zentral Hinten
Geschlossen e o
Offen a

A und E können stimmlos (geflüstert) ausgesprochen werden. Dies ist charakteristisch für die Cheyenne-Sprache, in der beide Aussprachen unterschiedliche Phoneme erzeugen und nicht miteinander austauschbar sind. In diesem Artikel werden die stimmlosen Vokale als ḁ und e̥ geschrieben. Alternativ können hierzu auch die Buchstaben ȧ und ė verwendet werden.[2]

Wie andere nordamerikanische Sprachen ist das Cheyenne eine polysynthetische Sprache mit z. T. fusionalen Zügen. Das Pronominalsystem weist eine Inklusiv/Exklusiv-Unterscheidung auf.

Unabhängige FormenCheyenne[3]Deutsch
Indikativépe̥hêvaheEr ist gut.
Interrogativépe̥hêvḁheIst er gut?
Dubitativmópe̥hêvḁhehe-heIch glaube, er ist gut.
Attributivépe̥hêvḁhese̥stseEs wird gesagt, dass er gut ist.
Mediatéhpe̥hêvḁhêhoo'oEr war gut.

Der Indikativ wird für einfache Aussagen benutzt, deren Wahrheitsgehalt der Sprecher selbst bezeugen kann. Interrogative Formen werden für Fragen benutzt. Dubitative Formen werden gewählt, wenn der Sprecher die Behauptung, die er macht, abschwächen will. Attributive Formen beschreiben Aussagen, die der Sprecher von einer dritten Person gehört hat. Mediate Formen beziehen sich auf Aussagen in Zeit und Raum und werden häufig für Erzählungen genutzt (vergleiche den Gebrauch des Präteritums im Deutschen).

Konjunktionale FormenCheyenne[3]Deutsch
Indikativtséhpe̥hêvaeseals er gut war.
Konjunktivmḁhpe̥hévaestsefalls er gut ist. (unbemerkt)
Iterativho'pe̥hévaestsewann immer er gut ist.
Konjunktiv Iterativǫhpe̥hévḁhese̥stsewenn er gut ist. (allgemein)
Partiziptsépe̥hêvaestsederjenige, der gut ist.
Interrogativéópe̥hêvaestseob er gut ist?
Obligativáhpe̥hêvḁhese̥stseer sollte gut sein.
Optativmomóxepe̥hévaestseich wünschte, er wäre gut.
Negation (intensiv)móho'nópe̥hevaestsekein Zweifel, er ist nicht gut.
Imperative FormenCheyenne[3]Deutsch
Unverzüglich (direkt)méseestseIss!
Verzögert (direkt)mése̥heoˀoIss (später)!
Hortativmése̥hehaLass ihn essen!
HortativnétanéméneLass uns essen!

Die Formen des Hortativ können sowohl im Singular als auch im Plural auftreten.[3]

Pronominale Affixe

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Es gibt drei grundlegende pronominale Präfixe im Cheyenne:

ná-: Erste Person, né-: Zweite Person, é-: Dritte Person

Diese drei grundlegenden Präfixe können mit verschiedenen Suffixen kombiniert werden, um alle pronominalen Unterschiede auszudrücken. Zum Beispiel kann das Präfix „ná-“ mit dem Verbsuffix „-me“ kombiniert werden, um die erste Person Plural (exklusiv = „wir, ohne dich“) auszudrücken. nátahpetame, „Wir (ohne dich) sind groß.“

Einzelnachweise

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  1. laut Ethnologue
  2. Cheyenne language and alphabet. Omniglot. Abgerufen am 3. Juli 2026 (englisch).
  3. 1 2 3 4 Marianne Mithun: The Languages of Native North America. Cambridge University Press 1999, S. 172. ISBN 0-521-29875-X