Child’s Dream

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Child's Dream ist eine gemeinnützige Schweizer Organisation und Stiftung, die sich für benachteiligte Kinder, Jugendliche und Gemeinschaften in der Mekong-Subregion, welche Myanmar, Laos, Thailand und Kambodscha einschliesst, engagiert.[1]

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten]

2003 haben die beiden Schweizer Daniel Siegfried und Marc Jenni Child’s Dream gegründet. Bevor sie sich im Non-Profit-Sektor aktiv wurden, waren sie in der Finanzbranche tätig.[2] Während ihrer Reisen in Asien wurden sie mit den wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Kontinents konfrontiert. 2003 kündigten sie ihre Stellen, um eine eigene NGO aufzubauen.[3]

Sie konzentrierten die Arbeit von Child’s Dream auf die Mekong-Subregion. Diese Region ist bekannt für Opiumanbau, Korruption sowie Drogen- und Menschenhandel.[4] Entsprechend sind die Menschen in der Region Armut, Krankheiten, sexueller Ausbeutung und politischer Verfolgung ausgesetzt.[3] 2003 mieteten die beiden in Chiang Mai ein Büro und ließen die „Child’s Dream Association“ als gemeinnützige Schweizer Organisation in Zürich, Schweiz, registrieren. Zwei Jahre später wurde Child’s Dream auch als Stiftung in Thailand eingetragen. [5]

Die Non-For-Profit-Organisation Child’s Dream achtet darauf, die Administration und den gesamten Finanzbereich kostengünstig und effizient zu gestalten,[1] wobei sich Siegfried um Planung und Umsetzung von Projekten und Jenni um die finanziellen Angelegenheiten kümmert. Mit steigendem Spendenvolumen und der zunehmenden Anzahl von Projekten wuchs die Anzahl der Mitarbeitenden. 2007 hatte Child’s Dream vier Angestellte. Damit mehr Projekte umgesetzt werden konnten, wurde bis 2009 die Anzahl Mitarbeitender auf 30 erhöht und ist seither stabil.[3]

Mission[Bearbeiten]

Child’s Dream hat die Vision, dass der beste Weg, den Teufelskreis von Armut, mangelnder Bildung und Kindersterblichkeit zu durchbrechen, die Ausbildung der Kinder ist, da eine Ausbildung ihre Beschäftigungschancen erhöht.[4] Das übergeordnete Ziel von Child’s Dream ist es gemäss Siegfried, “jedem Kind zu ermöglichen, in die Schule zu gehen“.[5] Um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten, ist es wichtig, der ganzen Gemeinschaft zu helfen, die notwendigen Kompetenzen zu erwerben, um die eigene Zukunft zu gestalten.[3] Geschlecht, ethnische und religiöse Zugehörigkeit spielen bei Child’s Dream keine Rolle.[5]

Strategie[Bearbeiten]

Die Arbeit von Child’s Dream ist immer noch stark gefärbt von Jennis und Siegfrieds Karrieren im Finanzsektor, welche die finanzielle und administrative Seite der Organisation entscheidend prägen und stärken. Sie legen Wert auf Transparenz.[6] So wird denn auch der Entscheid, ob ein Projekt unterstützt werden soll, anhand des erwarteten sozialen Nutzens im Verhältnis zum investierten Betrag gefällt.[5] Child’s Dream hat die traditionelle philanthropische Philosophie “man soll einem Mann nicht nur Fisch geben, sondern ihm zeigen, wie er fischen kann” erweitert um “frage den Mann zuerst, ob er überhaupt fischen lernen möchte”. Für Child’s Dream ist es daher wichtig zu wissen, ob eine Gemeinschaft überhaupt Hilfe möchte und zu einer Zusammenarbeit bereit ist. Nur wenn eine Gemeinschaft etwas verändern will an der eigenen Situation und bereit ist, dafür mit Child’s Dream zusammenzuarbeiten, wird sie unterstützt.

Um ihr Commitment unter Beweis zu stellen, müssen die Gemeinschaften einen Fünftel des Totalaufwands selbst erbringen, vornehmlich in Form von Arbeit. Daher ist es entscheidend, dass die Beziehung zwischen den Mitarbeitenden von Child’s Dream und den Gemeinschaften auf Vertrauen und Respekt basiert. Um dies zu gewährleisten, besuchen die Mitarbeitenden von Child’s Dream die Projekte und Gemeinschaften regelmässig. Die guten Beziehungen zu den Gemeinschaften sind auch zentral für die Umsetzung der Mission von Child’s Dream, bessere sozio-ökonomische Chancen für ganze Familien und Gemeinschaften zu schaffen.[7]

Bevor Child’s Dream in einer Gemeinde ein Projekt implementiert, wird eine Prüfung durchgeführt: Child’s Dream analysiert die verschiedenen Stakeholder (Gemeinschaften, Regierung, Studierende und ihre Familien etc.) und ihren Einfluss auf die Arbeit. Nachdem ein Infrastruktur-, Schul- oder Unterkunftsprojekt umgesetzt ist, bleibt Child’s Dream in Kontakt mit der Gemeinschaft und kontrolliert den Zustand der Gebäude in regelmässigen Abständen. Child’s Dream versorgt die Gemeinschaften zudem mit Spielplätzen und Wassersystemen, welche das Leben von ganzen Gemeinschaften verbessern.[1] Die Arbeit von Child’s Dream wird in drei verschiedene Fokusgruppen unterteilt: Gesundheit, Grundausbildung und höhere Ausbildung.[5]

Gesundheit[Bearbeiten]

Ein Fünftel aller Spenden wird eingesetzt, um die grundlegenden Gesundheitsbedingungen zu verbessern: Kinder werden entwurmt, geimpft und erhalten Vitamine. Diese Massnahmen helfen, die Kindersterblichkeit zu reduzieren, die vor allem in abgelegenen Gegenden sehr hoch ist.[5]

Grundausbildung[Bearbeiten]

Vor allem in Laos und Kambodscha werden Kinder immer noch als billige Arbeitskräfte betrachtet, und ihre Eltern sehen keinen Nutzen, wenn die Kinder in die Schule gehen und eine solide Ausbildung erhalten. In solchen Fällen braucht es Geduld seitens Child’s Dream, um die Eltern von den Vorteilen einer Ausbildung zu überzeugen.[5]

Höhere Ausbildung[Bearbeiten]

Diese Fokusgruppe konzentriert sich auf die weitere Ausbildung von Jugendlichen, die ihre Grundausbildung abgeschlossen haben. Es werden Berufsausbildungszentren und Mittelschulen, welche die Jugendlichen auf die Universität vorbereiten, unterstützt. Zudem werden Universitätsstipendien vergeben für ungefähr 150 Jugendliche aus Myanmar and Laos. Die Unterstützung burmesischer Studierenden zeigt grosse Wirkung im Land selbst, da einige der Absolventinnen und Absolventen nun für Regierungsstellen arbeiten und dank ihrer Ausbildung die Instrumente kennen, wie der Demokratisierungsprozess vorangetrieben werden kann. [8]

Erfolgsgeschichten[Bearbeiten]

Ein Beispiel, das den “Child’s Dream-Weg” illustriert, ist “Akha Ama Coffee”, ein Unternehmen, das von Lee, einem ehemaligen Angestellten, der ein Startkapital aus dem Programm zur Förderung sozialen Unternehmertums erhalten hatte, gegründet wurde. Mit diesem Kapital hat Lee sein eigenes Kaffee-Unternehmen gegründet, von dem nun seine ganze Gemeinschaft profitiert, da sie faire Preise für ihren Kaffee bekommt.

In Mae Sot, wo viele Migranten aus Myanmar leben, hat Child’s Dream das grösste Lernzentrum für Migranten in Thailand gebaut. Das Gebäude umfasst 32 Klassenzimmer für ungefähr 1200 Kinder und Jugendliche. Dank dieser Schule wurde viel bewirkt: Die thailändische Regierung akzeptiert nun Migrantenschulen und unterstützt sie finanziell. [1]

Medienecho[Bearbeiten]

  • Der Film über Child’s Dream “Child’s Dream – Zwei Banker auf Sinnsuche” von Urs Frey wurde am 30. Dezember 2012 und am 2. Januar 2013 im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt.[9]
  • Child’s Dream wurde in der vierten Episode einer Wheel2Wheel-Dokumentation begleitet, die auf National Geographic und in den Unterhaltungsprogrammen von Cathay Pacific und SBS gezeigt wird.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Aisha Binte Abdul Rahman: Organization in Focus: Child's Dream. In: Humaneity. Mai 2011, S. S.6-11.
  2. Credit Suisse, bulletin 4/09 (PDF; 230 kB)
  3. a b c d Regula Gerber: Glück für Helfer und Bedürftige. In: Credit Suisse Bulletin. Nr.4, 2009, S. 48–50.
  4. a b Klm Hoh Wong: Making a Child's Dream come true. In: Singapore Straits Times. Januar 2011.
  5. a b c d e f g Alex Haemmerli: Helping Children in need in the Mekong region. In: The magazine for UBS employees in Switzerland. No.4, September 2012, S. 16–18.
  6. Beat A. Stephan: Vom Bänker zum Wohltäter. In: Display Magazin. November 2012, S. 5–8.
  7. C. Wehrli: Vom Banking zur Dorf-Entwicklungs-Hilfe. In: NZZ. Nr. Nr. 115, 20. Mai 2009, S. S.17.
  8. Alex Haemmerli: Helping Children in need in the Mekong region. In: The magazine for UBS employees in Switzerland. No.4, September 2012, S. 16–18.
  9. Child's Dream the movie. Abgerufen am 18. Dezember 2012.
  10. Wheel2Wheel. Abgerufen am 18. Dezember 2012.