Chinesische Wasserfolter

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Wasserfolter. Holzschnitt von 1556
Wasserfolterexponat in der Gedenkstätte Hohenschönhausen

Die Chinesische Wasserfolter ist ein Verfahren, welchem nachgesagt wird, dass es zur Folterung von Menschen geeignet sei. Bei dieser Methode muss das Opfer gefesselt unter kaltem tropfendem Wasser verharren, was eine Qual hervorrufen soll. Die Wirksamkeit dieser Methode ist nicht nachgewiesen. Die chinesische Wasserfolter wird in der fiktionalen Literatur, z. B. vom Autor Karl May als „Tropffolter“, thematisiert.[1]

Beschrieben wurde das Verfahren schon von Hippolytus de Marsiliis (1450–1529). Namensgebend für die Bezeichnung „chinesische Wasserfolter“ wäre zumindest im Englischen die Aufführung „Chinese Water Torture Cell“ des Entfesslungskünstlers Harry Houdini, bei der er mehrfach gefesselt kopfüber in einen wassergefüllten Glastank gesperrt wurde.[2]

In der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ist ein Exponat einer Apparatur zur chinesischen Wasserfolter zu besichtigen, das Angaben eines ehemaligen Häftlings folgend aufgebaut wurde.[3] Die tatsächliche Existenz und Verwendung einer solchen Vorrichtung in der Untersuchungshaftanstalt ist zweifelhaft.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl May: In den Cordilleren, 1894
  2. straightdope.com
  3. Peter Erler: „Folter im MGB-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen“. Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, 2003.
  4. Peter Erler: „Das Untersuchungsgefängnis des sowjetischen Staatssicherheitsdienstes in Hohenschönhausen 1947–1951. Ein historischer Exkurs“. In: Deutschland Archiv 2005, S. 257