Chrisammesse

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Weihe der Heiligen Öle (Bischof Norbert Trelle im Hildesheimer Dom 2007)

Die Chrisammesse (lat. Missa chrismatis), veraltend auch Ölweihe, ist eine heilige Messe, die in der römisch-katholischen Kirche alljährlich am Gründonnerstag gefeiert wird. In der Chrisammesse werden die Heiligen Öle (Chrisam, Katechumenenöl und Krankenöl) geweiht, die während des Jahres in den katholischen Kirchengemeinden zur Salbung bei der Spendung einiger Sakramente und Sakramentalien verwendet werden.

Chrisam wird verwendet bei Taufe und Firmung, der Priesterweihe und Bischofsweihe, auch bei der Weihe eines Altars, einer Kirche oder der Glockenweihe oder der Weihe eines Kelches. Das Krankenöl wird für die Krankensalbung benötigt, das Katechumenenöl für die Salbung der Katechumenen bzw. des Täuflings vor der Taufe.

Ein weiterer Bestandteil der Chrisammesse ist das jährliche Gedächtnis ihrer Weihe der anwesenden Priester. Daran kann sich die Erneuerung der Bereitschaftserklärung zum Dienst des Priesters anschließen.

Die Chrisammesse ist die einzige heilige Messe, die neben der Messe vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag stattfinden darf. Sie wird in der Kathedrale vom Diözesanbischof in Konzelebration mit seinem Priesterkollegium gefeiert. In den Kirchen der Diözese findet am Abend des Gründonnerstags die Messe vom letzten Abendmahl statt.

In vielen Bistümern wird mittlerweile von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Chrisammesse anstatt am Morgen des Gründonnerstags an einem früheren Tag der Karwoche zu feiern, um so die Teilnahme von Priestern, Diakonen und Gläubigen aus dem ganzen Bistum zu erleichtern. Nach der Chrisammesse werden die heiligen Öle an die Vertreter der Gemeinden bzw. Dekanate übergeben, die sie dann in die Gemeinden bringen, wo sie in der Messe vom Letzten Abendmahl feierlich in Empfang genommen werden können.

Ostkirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den orthodoxen, orientalisch-orthodoxen Kirchen und den katholischen Ostkirchen gibt es eine Liturgie für die Herstellung und Weihe des Chrisams. Dies darf nur durch den Patriarchen, Katholikos oder Erzbischof einer autokephalen Kirche vorgenommen werden und findet meist in der Karwoche statt – in vielen Fällen nicht jährlich, sondern nur bei Bedarf. Keinen Chrisam benutzt die assyrische Kirche des Ostens. Sie verwendet ein Öl, dessen Herkunft unmittelbar auf Jesus und die Apostel zurückgeführt wird. Durch Zufügung frischen Öls wird es vermehrt, ohne seinen apostolischen Charakter zu verlieren.

Quellen und Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ordo benedicendi oleum catechumenorum et infirmorum et conficiendi chrisma. Editio typica, Città del Vaticano 1971.
  • Pontifikale für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes IV. Die Weihe der Kirche und des Altares. Die Weihe der Öle. Handausgabe mit liturgischen Hinweisen. Hg. von den Liturgischen Instituten, Freiburg – Basel – Wien 1994.
  • Peter Maier: Die Feier der Missa Chrismatis. Die Reform der Ölweihen des Pontificale Romanum vor dem Hintergrund der Ritusgeschichte, Pustet, Regensburg 1990. ISBN 3-7917-1210-1