Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasium

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Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasium
Altbau des Gymnasiums
Altbau des Gymnasiums
Schulform Gymnasium
Schulnummer 168695
Gründung 1925
Adresse

Küster-Meyer-Platz 2

Ort Detmold
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 56′ 4″ N, 8° 53′ 4″ OKoordinaten: 51° 56′ 4″ N, 8° 53′ 4″ O
Träger Stadt Detmold
Schüler 834 (Stand: 05.03.2019)[1]
Lehrkräfte etwa 80 (Stand: Oktober 2012)
Leitung Daniela Faude
Website www.grabbe-gymnasium.de

Das Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasium ist neben dem Leopoldinum und dem Stadtgymnasium eines von drei etwa gleich großen städtischen Gymnasien in der Bezirksregierungsstadt Detmold. Es trägt den Namen des Dichters und Dramatikers Christian Dietrich Grabbe (1801–1836) zur Erinnerung an einen der bedeutendsten Bürger der Stadt. Seine Bronzebüste steht vor dem Eingang zum Altbau im Schulhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabbe-Büste auf dem Schulhof

Das heutige Gymnasium geht zurück auf ein Lehrerseminar. Kasimire von Anhalt-Dessau ehelichte 1769 Simon August von Lippe und zog nach Detmold. Hier setzte sie sich sehr für das Volksschulwesen und die Bildung ein. Kasimire war offenbar vertraut mit den Ideen Johann Bernhard Basedows, der in ihrer Heimat Dessau das Philanthropinum gegründet hatte. Auch nach ihrem frühen Tod 1778 verfolgte Simon August ihre Pläne gegen den Widerstand des Landtags weiter. Am 30. November 1781 konnte das Lippische Lehrerseminar feierlich im Beisein des Landesherren eröffnet werden.[2]

Zu Beginn war die Schule im Waisenhaus am Bruchberg untergebracht. Einer der Förderer und Lehrer war der lippische Generalsuperintendent Ferdinand Weerth. Weerth beklagte die unzulänglichen Bedingungen des Schulgebäudes, noch zu seinen Lebzeiten wechselte das Lehrerseminar in die ehemalige Pflegeanstalt in der Schülerstraße.[3] Die Schule expandierte, und so entstand in den Jahren 1888/89 am sogenannten „Hambruch“ ein neues Gebäude. Architekt war der Detmolder Stadtbaumeister Karl Leopold Petri. Das Gebäude ist heute der Altbau des Grabbe-Gymnasiums und steht unter Denkmalschutz.[4]

Eine Änderung der Lehrerbildung durch die Reichsverfassung von 1919 läutete das Ende des Lehrerseminars ein. Nach den letzten Abschlüssen wurde die Schule 1925 zu einem Aufbaugymnasium umgewandelt. Während des Zweiten Weltkriegs war Unterricht zeitweise nur eingeschränkt möglich: Zahlreiche Schüler meldeten sich zum Kriegshilfsdienst, im Schulgebäude wurde ein Lazarett eingerichtet. Wegen des Kohlemangels im Winter 1939/40 fiel der Unterricht komplett aus. 1944 wurde das Aufbaugymnasium zu einer Deutschen Heimschule. Im Mai 1946 nahm das Aufbaugymnasium wieder seinen regulären Betrieb auf. Als erstes Gymnasium in Nordrhein-Westfalen führte die Schule Ende 1958 einen musisch betonten Oberstufenzweig ein. Zur Herausstellung der Schulausrichtung entschied man sich 1966, zum 130. Todestag des Dichters, dem Institut den Namen Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasium zu geben.[5][6]

Durch Erweiterungsmaßnahmen in den 1980er Jahren kamen zunächst der Neubau mit Fachräumen für die Sprachen und die Naturwissenschaften sowie die Konzertaula dazu. 1996 wurde der architektonisch markante Erweiterungsbau mit Klassenräumen und einem modernen Physiktrakt eingeweiht. Die Schule liegt verkehrsgünstig in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums. Zur Zeit werden über 1000 Schülerinnen und Schüler von rund 80 Lehrkräften unterrichtet.

Pädagogische Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasium profiliert sich speziell in den Bereichen Musik[7], Kunst[8] und Sport[9], u. a. indem die Schülerinnen und Schüler zu Beginn eines der Profile wählen.

Ehemalige Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Opdenhövel, ARD-Moderator, 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MSB: Schule 168695. Abgerufen am 5. März 2018.
  2. Herbert v. Kaven: Detmolder Kirchen und Schulen. In: Geschichte der Stadt Detmold. Maximilian-Verlag, Detmold 1953, S. 232–233.
  3. Fritz Bolhöfer: Ferdinand Weerth 1774–1836. Abgerufen am 29. Oktober 2015.
  4. Ehem. Lehrerseminargebäude im Denkmalkataster der Stadt Detmold
  5. Eckart Reicke: Vom Lippischen Lehrerseminar zum Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasium. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 30. Oktober 2015.@1@2Vorlage:Toter Link/www.grabbe-gymnasium.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Werner Zahn: Vom Lippischen Lehrerseminar zum Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasium. Ein kurzer Abriss der Schulgeschichte. (PDF; 379 kB) Abgerufen am 30. Oktober 2015.
  7. Grabbe-Gymnasium Detmold – Fachportal Musik. Abgerufen am 15. Juli 2018.
  8. Grabbe-Gymnasium – Fachportal Kunst. Abgerufen am 15. Juli 2018.
  9. Grabbe-Gymnasium – Fachportal Sport. Abgerufen am 15. Juli 2018.