Christian A. Schwarz

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Christian A. Schwarz (ausgeschrieben: Christian Andreas Schwarz; * 1960 in Herne im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen) ist ein deutscher evangelischer Theologe, Referent und Publizist, der zur Entstehung und Entwicklung von Kirchgemeinden geforscht und Modelle der natürlichen Gemeindeentwicklung aufgebaut hat. Er hat 22 Bücher zu diesen Themen veröffentlicht, die in 42 Sprachen übersetzt wurden und eine Gesamtauflage von über 1,7 Millionen Exemplaren erreicht haben.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarz ist der Sohn des evangelischen Pfarrers und Superintendenten Fritz Schwarz und wuchs in Herne im Ruhrgebiet auf. Er studierte Evangelische Theologie in Bochum, Bielefeld-Bethel, Wuppertal, Mainz und Pasadena (USA). Lange Jahre war er Schriftleiter der Zeitschrift Gemeindewachstum, die ab 1995 Praxis hieß. Er gründete das Ökumenische Gemeinde-Institut, das 1996 den Namen Institut für Natürliche Gemeindeentwicklung erhielt. Als Gründer und Leiter des Institute for Natural Church Development (NCD International) hat er 70.000 Kirchgemeinden aus unterschiedlichsten christlichen Konfessionen auf der ganzen Welt untersucht. Er hält Seminare zur Natürlichen Gemeindeentwicklung und coacht viele Kirchenleiter weltweit, darunter sind auch etliche anglikanische Bischöfe.[1]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian A. Schwarz ist verheiratet mit Brigitte Berief-Schwarz, sie haben 3 Kinder und leben im nordfriesischen Emmelsbüll.

Natürliche Gemeindeentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von ihm maßgeblich entwickelte Gemeindeaufbau-Methodik, die seit 1996 als Natürliche Gemeindeentwicklung bezeichnet wird, wird weltweit in über 70 Ländern bei mehr als 70.000 christlichen Gemeinden unterschiedlichster Denominationen eingesetzt. Sie basiert auf vier Grundelementen:[2]

  • dem Trinitarischen Kompass
Gemeinden haben unterschiedliche Schwerpunkte. Sie legen den Fokus auf Evangelisation und Jüngerschaft („evangelikal“), auf geistliche Vollmacht („charismatisch“) oder auf Toleranz und soziale Verantwortung („liberal“). Sie sollen lernen, keinen dieser Aspekte zu vernachlässigen und diese in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen.
  • den acht Qualitätsprinzipien
Bevollmächtigende Leitung, Gabenorientierte Mitarbeiterschaft, Leidenschaftliche Spiritualität, Zweckmäßige Strukturen, Inspirierender Gottesdienst, Ganzheitliche Kleingruppen, Bedürfnisorientierte Evangelisation, Liebevolle Beziehungen. Alle Qualitätsmerkmale sind essentiell, keines darf vernachlässigt werden.
  • dem Minimumfaktor
Zur Verbesserung der gemeindlichen Qualität wird es als effektivste Vorgehensweise betrachtet, zunächst den Arbeitsschwerpunkt auf das am schwächsten ausgeprägte Qualitätsmerkmal, den Minimumfaktor, zu legen.
  • den sechs Arbeitsprinzipien („Wachstumskräfte“)
Vernetzung, Multiplikation, Energieumwandlung, Nachhaltigkeit, Symbiose, Fruchtbarkeit. Nach diesen Prinzipien sollen alle Maßnahmen und Aktivitäten gestaltet werden.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenüber Schwarz und seinen Thesen und Forschungsmethoden der natürlichen Gemeindeentwicklung sind (unter anderen) evangelikal-konservative Christen kritisch bis ablehnend eingestellt. Sie werfen ihm vor, biblische Wahrheiten zugunsten empirischer Forschung wie Statistik zu relativieren.[3]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theologie des Gemeindeaufbaus, 1987 (mit Fritz Schwarz)
  • Der Liebe-Lern-Prozeß, 1990
  • Der Gemeindetest, 1991
  • Der Gabentest. C&P Verlag, Mainz–Kastel 1991 (5., erweiterte Auflage)
  • Die dritte Reformation. Paradigmenwechsel in der Kirche. NCD Media, Emmelsbüll-Horsbüll, 1993. ISBN 978-3-928093-26-2
  • Grundkurs Evangelisation, 1993
  • Anleitung für christliche Lebenskünstler. NCD Media, Emmelsbüll-Horsbüll, 1995. ISBN 978-3-928093-37-8
  • Von der Kunst Liebe zu schenken und selbst zu erleben. NCD Media, Emmelsbüll-Horsbüll, 1995. ISBN 978-3-928093-44-6
  • Die natürliche Gemeindeentwicklung. Nach den Prinzipien, die Gott selbst in seine Schöpfung gelegt hat. NCD Media, Emmelsbüll-Horsbüll, 1996. ISBN 978-3-928093-48-4
  • Die Praxis der natürlichen Gemeindeentwicklung. Mit Christoph Schalk. NCD Media, Emmelsbüll-Horsbüll, 1997. ISBN 978-3-928093-62-0
  • Die dreifache Kunst Gott zu erleben, 1999
  • 1 × 1 der Gemeindeentwicklung. NCD Media, Emmelsbüll-Horsbüll, 1999. ISBN 978-3-928093-64-4
  • Die 3 Farben deiner Gaben. Wie jeder Christ seine geistlichen Gaben entdecken und entfalten kann. NCD Media, Emmelsbüll-Horsbüll, 2001. ISBN 978-3-928093-56-9 (11. Auflage 2013)
  • Natürliche Gemeindeentwicklung in der katholischen Kirche. Vorwort von Paul M. Zulehner. D & D Medien, 2003. ISBN 978-3-932842-40-5
  • Die 3 Farben der Liebe. Die Kunst, Gottes Gerechtigkeit, Wahrheit und Gnade mit anderen Menschen zu teilen. 2004. ISBN 978-3-86770-003-0
  • Farbe bekennen mit Natürlicher Gemeindeentwicklung. Wie kann ich mein Christsein kraftvoll leben und entfalten? NCD Media, Emmelsbüll-Horsbüll, 2005. ISBN 978-3-928093-70-5
  • Die 3 Farben Deiner Spiritualität, 2009
  • Die 3 Farben der Gemeinschaft. Wie die 7 Gemeinschaftsmerkmale Ihnen dabei helfen, die 7 Todsünden zu überwinden. NCD Media, Emmelsbüll-Horsbüll, 2013. ISBN 978-3-928093-01-9
  • Die 3 Farben der Leiterschaft. Wie jeder lernen kann, andere Menschen zu bevollmächtigen. NCD Media, Emmelsbüll-Horsbüll, ISBN 978-3-928093-00-2

Audio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ich habe einen Traum – Nach Martin Luther King. Musikalbum. Beiträge von Siegfried Fietz, Illustration von Oliver Fietz und Christina Burfeind, Bearbeitung von Johannes Nitsch. ABAKUS, 1982. ISBN 978-3-88124-247-9
  • Hoffnung über den Tod hinaus. Musikalbum. Beiträge von Siegfried Fietz, Illustration von Margret Knoop-Schellbach, Bearbeitung von Siegfried Fietz und Mladen Franko. ABAKUS, 1999. ISBN 978-3-88124-267-7
  • Du bist der Same der Zukunft. Musikalbum. Illustrationen von Oliver Fietz, Musikbearbeitung von Siegfried Fietz, ABAKUS, 2002. ISBN 978-3-88124-319-3
  • Drei Jahres des Lernens. 2012[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Eggers: Was macht eigentlich Christian Schwarz und die NGE? AufAtmen 4, 2015, Seiten 82–84
  2. Christian A. Schwarz: Farbe bekennen mit natürlicher Gemeindeentwicklung, Emmelsbüll 2005, ISBN 3-928093-70-3
  3. Wilfried Plock und Bernd Kälber, Konferenz für Gemeindegründung KFG (Memento des Originals vom 25. September 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.irrglaube-und-wahrheit.ch
  4. https://www.youtube.com/watch?v=k9cc056m5-8