Christian Reinhold von Derschau

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Christian Reinhold von Derschau (1649–1742)

Christian Reinhold von Derschau (* 30. Juni 1679 in Königsberg; † 4. November 1742 in Spandau) war ein preußischer Generalmajor, Amtshauptmann von Peitz und Cottbus sowie Mitglied des Tabakskollegiums.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er entstammte dem preußisch-kurländischem Adelsgeschlecht Derschau. Sein Vater war Christian Wilhelm von Derschau (1652–1725), Tribunalrat in Königsberg.

Militärkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derschau studierte zunächst in Königsberg und ging dann auf eine zweijährige Reise nach England und Holland. Dabei wurde er von den Franzosen gefangen genommen und in den Militärdienst gepresst, wo er Leutnant wurde. 1700 wurde er entlassen und ging in preußische Dienste. 1709 wurde er Adjutant von General Tettau in Holland. Er fiel dort den damaligen Kronprinzen Friedrich Wilhelm auf, der ihn in sein Regiment nahm. Bereits am 12. Dezember 1710 bekam Derschau eine eigene Kompanie. Am 8. Juni 1713 wurde er zum Major befördert und in die Füsiliergarde versetzt. Mit ihr nahm Derschau an den Kämpfen in Pommern teil.

Nach dem Krieg wurde er zum Generaladjutanten des Königs ernannt. 1718 wurde er Oberstleutnant und 1728 Oberst im Infanterieregiment „von Forcade de Biaix“. 1730 begleitete er den König ins große Campement bei Mühlberg. Dieser schickte ihn etwas später den Streit zwischen dem Domkapitel und der Stadt Hildesheim zu schlichten. 1732 begleitete er den König auf seiner Reise nach Prag. 1735 während des Feldzuges war Dreschau bei den preußischen Truppen am Rhein. 1738 ging er mit dem König nach Holland und im gleichen Jahr wurde er Chef des Infanterieregiments „von Kröcher“. 1740 wurde er zum Generalmajor ernannt. Für seinen ausgezeichneten Einsatz während des Ersten Schlesischen Krieges wurde er mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet. Derschau starb 1742 an Verstopfung und wurde in der Gruft der alten Berliner Garnisonkirche bestattet.

Derschau war ein enger Vertrauter des Königs, der ihn immer wieder mit wichtigen Aufgaben betraute. So war er 1721 mit dem Bau der Friedrichstadt beauftragt. Aber auch das Verhör des damaligen Kronprinzen Friedrich gehörten dazu.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war eine geborene Geelhaar aus Berlin. Sie starb wohl kurz nach der Hochzeit. Am 12. April 1718 heiratete er Louise Charlotte von Sturm, die Tochter des Kammerpräsidenten Johann Sigmund von Sturm (1661–1719). Das Paar hatte zwei Söhne und vier Töchter:

  • Karl Christian († nach 1779), Rittmeister im Husarenregiment „von Ziethen“
  • Friedrich Wilhelm (1723–1779), preußischer Geheimer Kriegsrat und Etatrat ∞ N.N. von Schuirmann
  • Charlotte Elisabeth ∞ 1733 Karl Andreas Freiherr von Schomberg (* 23. Juni 1707; † 17. Februar 1766), Bürgermeister von Halle [1]
  • Klara Juliane († 1757) ∞ Oberstleutnant von Keller, Kommandeur im Regiment „Wietersheim“
  • Sophia Dorothea ∞ Gottlieb Haubold von Liebenau († 9. Februar 1792), kursächsischer Generalmajor
  • Louisa Helena Magaretha

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Christoph von Dreyhaupt: Pagus Neletici Et Nudzici. S. 148, Digitalisat Nachkommen Schomas