Christoph Zollinger

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Christoph Heinrich Zollinger, Juni 2009.

Christoph Heinrich Zollinger (* 14. Oktober 1939) ist Schweizer Publizist, Gesellschaftskritiker und Lokalpolitiker.

Ausbildung und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zollinger absolvierte von 1955 bis 1958 eine kaufmännische Lehre beim Migros Genossenschafts-Bund in Zürich. Nach weiterer Ausbildung in Lausanne und San Francisco, arbeitete Zollinger an Lebensmitteleinzelhandel-Konzepten für den Discounter Denner, den Abholgrossmarkt Metro Cash & Carry und an den ersten schweizerischen integrierten Lebensmittelabteilungen in Warenhäusern (Jelmoli, Globus Delicatessa). Als selbstständiger Consultant im Lebensmitteleinzelhandel war er nach eigenen Angaben später massgeblich an den ersten schweizerischen Autobahnshops und der Projektierung der Bahnhofladenkette Aperto beteiligt.[1]

Publizistische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zollinger vertritt die Umsetzung eines ganzheitlichen Bewusstseins im Alltag in Nachfolge des Kulturphilosophen Jean Gebser.[2][3] Die Verantwortung des Einzelnen gegenüber Gesellschaft und Geschichte kann nach ihm nur durch eine transparente Gesellschaft gelingen, die jedem jederzeit die Folgen seines Handelns verständlich macht, gleichzeitig aber auch jedem Betroffenen eine Stimme verleiht. Zollinger übernahm für diese Gesellschaftsutopie den Begriff der «integralen Gesellschaft».[4] Seine These ist, dass echte Verhaltensänderungen nicht durch Gesetze erzwungen werden können, sondern im Kopf des einzelnen Bürgers beginnen müssen.[5]

Er befürwortet in seinen Schriften die Eigenverantwortung des mündigen Bürgers und stellt sich gegen den – nach seiner Ansicht – in der Schweiz weit verbreiteten Populismus. Er vertritt die Ansicht, dass die Schweiz im Zuge der Globalisierung einer baldigen Reform bedürfe.[6][7] Seit 2012 verfasst Zollinger Beiträge für die Online-Zeitung Journal21. Eine Auswahl von Beiträgen von Zollingers Kolumne «100x durchschaut!» ist jetzt in seinem neuesten Buch «Perspektivenwechsel. Fokus Zukunft.» zugänglich gemacht.[8][9]

Lokalpolitische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zollinger war von 1994 bis 2002 Mitglied im Gemeinderat von Kilchberg (Exekutive).[10]

Malerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zollinger malt seit 1965 inspiriert von den Techniken Mark Rothkos. Daneben nennt er Pablo Picasso als stärksten Einfluss seines Malens. Seine Bilder zeigt Zollinger auf seiner Webseite.[11] In seinem 2017 erschienenen Buch «Perspektivenwechsel. Fokus Zukunft.» ergänzen 46 Bilder Zollingers geschriebene Thesen, wie der Autor erklärt: «Transparenz, Überwindung des Dualismus und entsprechend Realisierung der Ganzheit, diese wichtigen Themen unserer bewegten Epoche, ich male diese Bilder in meinen Büchern und beschreibe sie auf meinen Bildern.»[12]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Zollinger-Chronik: Der Weg in die Vergangenheit der Zollinger von Egg bei Zürich und später anderer Bürgerorte. Kilchberg 1976.
  • Die Glaskugel-Gesellschaft – Transparenz als Schlüssel zur Moderne. Simowa Verlag, Bern 2002, ISBN 3-908152-11-9.
  • Die Debatte läuft – Ganzheitliche Thesen für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Verlag Via Nova, Petersberg 2005, ISBN 3-86616-006-2.
  • 2032 – Rückblick auf die Zukunft der Schweiz. dpunkto verlag, Arlesheim 2008, ISBN 978-3-9523190-6-2.
  • Epochaler Neubeginn – Update nach 2500 Jahren. Europäischer Hochschulverlag, Bremen 2011, ISBN 978-3-86741-653-5.
  • Mythen, Macht + Menschen durchschaut! Gegen Populismus und andere Eseleien – Kommentare 2013–1984. Conzett Verlag, Zürich 2014, ISBN 978-3-03760-031-3.
  • Perspektivenwechsel. Fokus Zukunft. Zeitberichte und Geschichtsbilder. Ein Plädoyer für Perspektivenwechsel. Conzett Verlag, Zürich 2017, ISBN 978-3-03760-043-6. Das Buch wurde von Peer Teuwsen in der NZZ besprochen.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Brunner: Eine Schlankheitskur für Helvetia. In: Thalwiler Anzeiger. 2. Februar 2008, abgerufen am 16. Oktober 2015.
  2. Martina Kobiela: Jean Gebser inspiriert epochalen Neubeginn. In: Tessinerzeitung.ch. 21. Oktober 2011, abgerufen am 16. Oktober 2015.
  3. Sibylle Birrer: Auf dem Weg zur Ganzheit. Eine Ausstellung zum Kulturphilosophen und Schriftsteller Jean Gebser. In: Neue Zürcher Zeitung. 27. September 2005, abgerufen am 16. Oktober 2015.
  4. Interview im Tages-Anzeiger vom 5. Oktober 2005, S. 50.
  5. Interview im Tages-Anzeiger vom 19. Februar 2008, S. 65.
  6. Christoph Zollinger: Die verpasste Reform der Schweiz. In: Journal21.ch. 23. Dezember 2012, abgerufen am 9. Oktober 2015.
  7. Christoph Zollinger: Reformbedarf. In: Journal21.ch. 17. Oktober 2014, abgerufen am 9. Oktober 2015.
  8. Carole Bolliger: «Wir sollten uns vermehrt nach der Zukunft richten». In: Kilchberger. 11. Januar 2017, abgerufen am 20. Juli 2017.
  9. Guida Kohler: Eine Frage des Blickwinkels. In: Zürichsee-Zeitung. 8. Juli 2017, abgerufen am 21. Juli 2017.
  10. Christoph Zollinger. In: Lexikon der Schweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Gegenwart. Abgerufen am 9. Oktober 2015.
  11. http://www.glaskugel-gesellschaft.ch/bilder/galerie.html
  12. Christoph Zollinger: Perspektivenwechsel. Fokus Zukunft. Conzett Verlag, Zürich, S. 49.
  13. Peer Teuwsen: Ein Bild der Welt in gemalten Gedanken. In: Neue Zürcher Zeitung. 26. März 2017, abgerufen am 20. Juli 2017.