Chueca (Madrid)

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U-Bahn-Station an der Plaza de Chueca

Chueca ist ein Stadtviertel im Zentrum der spanischen Hauptstadt Madrid. Seinen Namen hat der Stadtteil von einem kleinen Platz, der Plaza de Chueca, der in der Mitte des Viertels liegt und an den spanischen Komponisten Federico Chueca erinnert. An der Plaza de Chueca befindet sich die Metrostation Chueca.

Bis in die 1990er Jahre war Chueca ein gefährliches Viertel mit Drogenkriminalität und Prostitution. Das hat sich geändert, seit Schwule und Lesben sich des Viertels angenommen haben, Wohnungen gekauft und Geschäfte eröffnet haben und hier sich das Lesben- und Schwulenviertel in Madrid etabliert hat.[1] Inzwischen hat sich Chueca zum größten und bekanntesten Schwulen- und Lesbenviertel Spaniens entwickelt. Restaurants, Cafés, Designergeschäfte, Boutiquen und Diskotheken sind entstanden. In seiner Kulturgeschichte der Homosexualität in Spanien im 20. Jahrhundert spricht Alberto Mira vom „Phänomen Chueca“, das „die Normalisierung, die Sichtbarkeit und die Kommerzialisierung des Schwul-Lesbischen widerspiegelt“.[2] Es bedeute auch das Miteinanderleben von Menschen verschiedener sexueller Orientierungen, welches dazu führt, dass eine alte Dame an ihrem Balkon heute ganz selbstverständlich eine Regenbogenfahne zum Christopher Street Day (CSD) als Stadtteilfest hisst.[1] Jedes Jahr findet dort mittlerweile eine CSD-Parade statt, die Spanier und ausländische Gäste anzieht.

Im Mai 2016 nannte die Bürgermeisterin Carmen Carmela einen der wichtigsten Plätze des Quartiers zum Pedro Zerolo Platz, als Andenken an den im selben Jahre verstorbenen Anwalt, Aktivisten und Führungsmitglied der sozialistischen Partei Spaniens Pedro Zerolo, welcher sich stark für die gleichgeschlechtlichen Ehe einsetzte.[3]

Koordinaten: 40° 25′ 18″ N, 3° 41′ 53″ W

Chueca in der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carlos Sanrune wählte Chueca als Kulisse seines Romanes Der Gladiator von Chueca (1992), darin erzählt er die Geschichte eines Strichers der 90er Jahre. Weitere Romane wie Las distancias cortas (2008) von Íñigo Sota Heras oder La loca aventura de vivir[4] von Leopoldo Alas spielen in Chueca.

Ausstellungen zum Thema Homosexualität finden hauptsächlich in Chueca statt. Namhaft das alljährliche Festival Visible wo Werke von Künstlern wie Roberto González FernándezDavid TrulloWilhelm von Gloeden oder Jean Cocteau gezeigt wurden. Ausstellungen wie «De bares hacia la exposicón»(2011)[5] von Daniel Garbade, oder die Illustrationen von Miguel Navia in Chueca (2014) reflektieren den Alltag im Quartier.

Des Weiteren ist Chueca ein beliebter Drehort für Spielfilme. Eloy de Iglesias drehrte dort seinen letzten Film: Los novios bulgaros nach dem gleichnamigen Roman von Eduardo MendicuttiDer Club der Bären von Miguel Albaladejo,Chuecatown von Juan Flahn, Fuera de carta von Nacho Garcia Velilla oder Freunde fürs Leben[6] von Cesc Gay fanden dort ihre Filmkulisse.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alberto Mira: De Sodoma a Chueca. Una historia cultural de la homosexualidad en España en el siglo XX. Egales, Madrid-Barcelona, 2ª edición 2004.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Fernando Delgado: Territorio Chueca. El País, 6. Juli 2004
  2. Alberto Mira: De Sodoma a Chueca. Una historia cultural de la homosexualidad en España en el siglo XX. Egales, Madrid-Barcelona, 2ª edición 2004.
  3. Madrid estrena la plaza de Pedro Zerolo en el barrio de Chueca. El Pais, 15. Mai 2016, abgerufen am 18. Dezember 2016 (esp).
  4. Leopoldo Alas: La loca aventura de vivir. Hrsg.: Odisea. Odisea Editorial, Madrid, ISBN 978-84-92609-11-6.
  5. Un paseo de Arte por Madrid. Odisea Editorial, 7. Oktober 2011, abgerufen am 14. November 2016 (esp).
  6. Katharina Granzin: Freunde fürs Leben. Filmstarts, 25. Februar 2016, abgerufen am 14. November 2016 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]