Daniel Garbade

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Daniel Garbade

Daniel Garbade (geboren 1957 in Zürich) ist ein Schweizer Kunstmaler,[1] Illustrator, Film- Ausstattungsleiter und Verleger und lebt seit 1983 (mit Unterbrechung zwischen 2011 und 2015), in Mascaraque, Kastilien La-Mancha, Spanien. Garbade ist Schweiz-Kubanischer Herkunft, und wurde auf dem Gut Bürgli in Zürich geboren. Er ist Urgrossneffe von Adrien Lachenal, Enkel von Paul Lachenal und Urgrossenkel von Ferdinand Heydrich.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garbade gehört zu den spanischen Post-Expressionisten, die sich während der Movida madrileña dem Pop Art und Comics zuwandten. Zeichnerisch ist sein Strich persönlich und minimalistisch. Der Schriftsteller Alvaro Pombo verwendete für ihn erstmals den Begriff „garbatear“.[2] Seine Portraits sind melancholisch und humorvoll, sie zeigen den Mensch in seinem Kern; Nobelpreisträger José Saramago beschrieb es folgendermaßen: „Garbade zeigt uns die Menschlichkeit, dort wo sie sich entfaltet und verkleidet.“ Bekannt sind seine Portraits von Nancy Cunard[3], Juan Carlos l, Rodriguez Zapatero, Kofi Annan oder Pedro Almodovar. Sein Bild des nackten Papstes Benedikt XVI fand 2006 Aufmerksamkeit und wurde auf Antrag der Schweizer Botschaft von seiner Ausstellung entfernt.

Im Auftrag der Dadaisten des Cabaret Voltaire entwarf er die Grabtafel des Grabes von Michail Bakunin im Bremgarten Friedhof, Bern.

1987 beteiligte er sich als Mitbegründer der Zeitschrift Signos an der Veröffentlichung von Gedichten.

Engagements[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Verfechter der Rechte Homosexueller arbeitete er für die American Foundation for AIDS Research (AmfAR) gegen AIDS und die Fundation Triangulo in Madrid, wo er in diversen Schriften wie Orientaciones[4] Texte illustrierte. In der Ausstellung und dem Buch Cosas de casados[5], veröffentlichte er zum Thema Homosexualität in der Kunst zusammen mit David Hockney und Tom of Finland seine Zeichnungen. In den Büchern La loca adventura de vivir,[6] La pequeña muerte und Reload, schlug er das Thema an.

Seine Hochzeit (2006) war die erste gleichgeschlechtliche Ehe in Mascaraque.

Mit den Schriftstellern Rafael Alberti, Vicente Molina Foix, José Saramago, Luis Antonio de Villena, Jesús Ferrero und Leopoldo Alas kreierte er das Buch Côctel und die gleichnamige Ausstellung zum Thema Toleranz 1996 im Kloster San Ildefonso (Toledo). Ausgewählt wurde die Stadt Toledo, in deren Geschichte Muslime, Christen und Juden friedlich zusammenlebten. Unterstützt wurde die Ausstellung durch den Vize-Direktor der UNESCO und die Schweizer Botschaft.

Garbade schaffte seit 1983 Impulse für die Interkulturelle Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Spanien. So brachte er die ersten Schweizer Galerien an die Kunstmesse ARCO und kooperierte in den Schweizer Wochen[7] von Madrid 1988 an der Seite von Werner Bischof und John Armleder im Museo Reina Sofia, Circulo de Bellas Artes und weiteren Galerien. 2012 wurde er zu den Ausstellungen Hispano-Suizo[8] in Zürich, und 2014 zu Hispano -Suizo Madrid eingeladen. Als Kurator leitete er zusammen mit Nicole Herzog und Hugo Wirz die Ausstellung Desayuno para Inmigrantes[9] über die Einwanderung Schweizer Künstler in Spanien. 1989 half er François Lachenal zur Ausstellung in Genf: du Greco a Goya, eine Homage an die Sicherstellung der Werke des Museo del Prado während des Spanischen Bürgerkrieges.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1979 arbeitete Garbade als Aufnahmeleiter und später als Ausstattungsleiter und Accessoirist für Werbe- und Spielfilme bei Condor Films, Barney, Tardio & Melsky, Warner Bros,TF1 und der The Ladd Company; darunter für Filme wie "Am Rande des Abgrunds" von Fred Zinnemann oder "Der Maulwurf" von Yves Boisset.

Museen, Galerien und Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peyer Fine Art, Zürich
  • Galerie Ziegler, Zürich
  • Rudolf Nathan, Zürich
  • Stephen Floersheimer, Orselina
  • Museo de la Hermandad, Toledo
  • Art Basel Prints, 92
  • Galerie Barès, Paris
  • Galerie Knapp.Lausanne[10]
  • Bienal del Tajo, Toledo
  • Convento de San Ildefonso, Toledo
  • Caja Rural, Retrospectiva, Toledo
  • Galería Quorum, Madrid[11]
  • ARCO, Madrid
  • Galería Dionis Bennassar, Madrid
  • Galeria Arthèmes, Bordeaux
  • Tossan Tossan Gallery, Nueva York,
  • Galería Kin, México
  • Kunstszene Luzern,
  • Caja Rural, Toledo, Retrospevtiva
  • Bibliotheca Nacional, Madrid
  • Kunstsammlung des Bundes, BAK, Schweiz
  • Musee de la Ville de Geneve, Schweiz
  • Museo Postal y Telegráfico, Madrid
  • Ciculo de Bellas Artes, Madrid
  • Metro, Madrid[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. María Victoria Cadarso Vecina: Historia del arte de Castilla – La Mancha en el siglo 20 (= Conocer Castilla-La Mancha. Nr. 28). Junta de Comunidades de Castilla-La Mancha, Toledo 2003, ISBN 84-7788-256-8.
  2. Daniel Garbade, Álvaro Pombo: Los dibujos y óleos de Garbade. Nicolás Lachenal, Toledo? 1. Januar 1988, OCLC 434557179.
  3. Catalina Luca de Tena: La pintura suiza como un reloj. In: Frontpage. ABC, 27. Oktober 1988, abgerufen am 4. August 2016.
  4. Javier Ugarte: orientaciones. Fundation Triangulo, 2000, abgerufen am 4. August 2016.
  5. Beatriz Gimeno: Cosas de Casados. Asociacion Visible, Madrid 2016, ISBN 978-84-611-1454-2, S. 37.
  6. Leopoldo Alas: La loca aventura de vivir. Ediciones Odisea, Madrid 2016, ISBN 978-84-92609-11-6.
  7. Informativo Reina Sofia. Television española, 1988, abgerufen am 4. August 2016.
  8. Rodrigo Carrizo Couto: Arte ida y vuelta. Swissinfo, 16. Oktober 2012, abgerufen am 4. August 2016.
  9. Victor Zarza: Desayuno. Hrsg.: ABC Diario. Madrid 8. Februar 2003, S. 32.
  10. entre rève et realite. Journal de Genève, 5. Juni 1992, abgerufen am 5. August 2016.
  11. Retratos multiples. Tageszeitung El Mundo, 17. Oktober 2006, abgerufen am 5. August 2016.
  12. S.T.: Un suisse dans le metro madrilène. Hrsg.: Le Temps. Nr. 279, 2000.