Classroom Management

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Classroom Management ist ein Begriff aus dem Schulwesen. Derzeit gibt es keine einheitliche deutsche Übersetzung des Begriffs, häufig wird er mit Klassenführung, Unterrichtsführung, Unterrichtsmanagement oder Klassenorganisation übersetzt.[1]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konzept des Classroom Managements wurde in den Vereinigten Staaten eingeführt und findet dort nach wie vor mehr Beachtung als in deutschsprachigen Ländern. Geprägt wurde der Begriff von Kounin (1970). Unter den Begriff fallen sowohl organisatorische wie personelle Führungsaufgaben. Unter Führung von Lehrpersonen wird im Allgemeinen die Leitungsfunktion verstanden.[1] Eine andere Definition beschreibt Classroom Management als „Techniken und Strategien die von Lehrkräften eingesetzt werden, um Ordnung aufrechtzuerhalten, Lernmotivation der Schüler zu fördern sowie mit Problemen umzugehen.[2]

Erläuterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Classroom Management basiert auf einer guten Beziehung der Lehrenden zu ihren Schülern, einem guten Klassenklima und einer präventiv orientierten Unterrichtsorganisation, die Störungen klein hält. Damit werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Schüler sich wohlfühlen und gut lernen.[3] Die Besonderheiten eines Classroom-Settings werden von Doyle (1986) mit den folgenden fünf Dimensionen beschrieben:

  1. Multidimensionalität - ein singuläres Ereignis kann viele Konsequenzen haben
  2. Simultanität - vieles passiert in einem Klassensaal gleichzeitig
  3. Unmittelbarkeit - das Geschehen im Klassensaal ist schnelllebig und bedarf schneller Adressierung
  4. Unvorhersehbarkeit - viele Dinge entwickeln sich nicht immer erwartungsgemäß
  5. Historizität - „Gewohnheiten“ sind schnell etabliert und beeinflussen das weitere Schuljahr

Um diesen Dimensionen gerecht zu werden und sowohl ein gutes Klassenklima als auch eine gute Unterrichtsstruktur entsprechend der Ziele des Classroom Managements zu erreichen, gibt es eine Vielzahl von Praxistipps. Hilfreich können präsente Zielvorstellungen, Motivation, klare Regeln, positive Konsequenzen, eine gute Aufgabenorientierung, geförderter Klassenzusammenhalt und effektiver Umgang mit Unterrichtsstörungen sein.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Doyle, Walter. Classroom organization and management. In M. Wittrock: Handbook of research on teaching (3. Auflage). New York: Macmillan 1986.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Schönbächler, Marie-Theres: Klassenmanagement: Situative Gegebenheiten und Personale Faktoren in Lehrpersonen- und Schülerperspektive. Bern: Haupt Verlag, 2008.
  2. Edmund Sabornie: Handbook of Classroom Management. 2. Auflage. Routledge, New York 2015, S. 3.
  3. Christoph Eichhorn: Classroom-Management - damit es im Unterricht rund läuft. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) In: VBE Niedersachsen „zeitnah“ 11–12/2013. Archiviert vom Original am 28. Oktober 2013; abgerufen am 31. Januar 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vbe-nds.de
  4. Valentina Bruns: Classroom Management. (PDF) schulpsychologie.de, 2013, abgerufen am 31. Januar 2015.