Claudia Jones

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Claudia Jones (ca. 1950)

Claudia Jones, Geburtsname Claudia Vera Cumberbatch (geboren 21. Februar 1915 in Port of Spain; gestorben Dezember 1964) war eine Journalistin und Aktivistin in Trinidad, die in der Kindheit mit der Familie in die USA emigrierte. Wegen ihrer politischen Aktivitäten wurde sie im Jahr 1955 aus den USA deportiert und lebte danach im Vereinigten Königreich. Dort gründete sie 1958 Großbritanniens erste schwarze Wochenzeitung, die West Indian Gazette (WIG) und begründete den Notting Hill Carnival.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Claudia Jones neun Jahre alt war, emigrierte ihre Familie in die USA, nach Harlem, New York. Die Familie lebte in prekären Verhältnissen. Ihre Schulabschlussfeier konnte sie daher nicht besuchen, da sie sich nicht die nötige Kleidung kaufen konnte. Ihre Mutter starb als Claudia 12 Jahre alt war. Mit 21 Jahren trat sie der American Communist Party bei, da diese eine wichtige Fürsprecher-Rolle für die 9 wegen Vergewaltigung angeklagten afroamerikanischen Jugendlichen (Scottsboro Boys) übernahm und deren Verteidigung bezahlte. Sie nahm Nachnamen Jones an, als eine „selbstschützende Desinformation“.

Im Jahr 1937 begann Jones, für den Daily Worker und im Jahr 1938 für das Weekly Review zu arbeiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm sie die Rolle der „executive Secretary“ der National Women's Commission (1947) und danach der National Peace Commission im Jahr 1952. Schon 1948 wurde sie zum ersten Mal wegen ihrer kommunistischen Aktivitäten festgenommen und auf Ellis Island festgehalten.[1] Im Jahr 1955 folgte dann eine einjährige Haftstrafe und danach eine Deportationsorder. Am 7. Dezember 1955 versammelten sich 350 Menschen im Hotel Theresa in Harlem, um Abschied von Jones zu nehmen. Zwei Wochen später erreichte sie London auf dem Seewege. Im Dezember 1964 starb sie in London.

West Indian Gazette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Jones gegründete West Indian Gazette war die erste große schwarze Tageszeitung in Großbritannien und hatte 15.000 Leserinnen. Die Zeitung wurde von Persönlichkeiten wie Malcolm X und W.E.B. du Bois und Paul Robeson unterstützt.

London Carnival[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Anschluss an die rassistischen Ausschreitungen von Notting Hill und Nottingham initiierte Jones den Notting Hill Carnival. Um den „Geschmack von Notting Hill und Nottingham aus dem Mund zu waschen“ wurde ein Karneval für die schwarze Community Großbritanniens gegründet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Claudia Jones – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Donald Hinds: The West Indian Gazette: Claudia Jones and the black press in Britain. In: Race & Class. Band 50, Nr. 1, Juli 2008, ISSN 0306-3968, S. 88–97, doi:10.1177/03063968080500010602 (sagepub.com [abgerufen am 17. September 2019]).