National Association for the Advancement of Colored People

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Vier Führer der NAACP halten 1956 ein Plakat gegen Rassentrennung in Mississippi hoch

Die National Association for the Advancement of Colored People (engl. Nationale Organisation für die Förderung farbiger Menschen), auch NAACP genannt, ist eine der ältesten und einflussreichsten schwarzen Bürgerrechtsorganisationen der USA.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie ging aus dem 1905 gegründeten Niagara Movement hervor und wurde am 12. Februar 1909 ins Leben gerufen, um zugunsten der afroamerikanischen Bevölkerung zu arbeiten. Gründungsmitglieder waren William Edward Burghardt Du Bois, Ida Wells-Barnett, Henry Moskowitz, Mary White Ovington, Oswald Garrison Villard und William English Walling. Weitere frühe Mitglieder waren Joel und Arthur Spingarn, Josephine Ruffin, Mary Talbert, Inez Milholland, Jane Addams, Florence Kelley, Sophonisba Breckinridge, John Haynes Holmes, Mary McLeod Bethune, George Henry White, Charles Edward Russell, John Dewey, William Dean Howells, Lillian Wald, Charles Darrow, Lincoln Steffens, Ray Stannard Baker, Fanny Garrison Villard und Walter Sachs. Zunächst strengte die Organisation Prozesse vor Gericht an, um die Jim-Crow-Gesetze, wodurch die Rassentrennung legalisiert wurde, rückgängig zu machen.

Die NAACP gründete ihr erstes nationales Büro im Jahr 1910 in New York City und wählte ein Board of Directors sowie als Präsidenten Moorfield Storey, einen weißen Verfassungsrechtler und ehemaligen Präsidenten der American Bar Association. Der einzige Afroamerikaner unter den Führungskräften war Du Bois, der zum Direktor von Publikationen und Forschung gewählt war. Er gründete im Jahr 1910 die offizielle Zeitschrift der NAACP The Crisis als führende Stimme für Bürgerrechte. Um die Auflage zu erhöhen, veröffentlichte Du Bois Werke von Langston Hughes, Countee Cullen sowie weiterer Vertreter der Harlem Renaissance, wie Claude McKay, Jean Toomer, Nella Larsen, Georgia Douglas Johnson, George Schuyler, Arna Bontemps und Anne Spencer.

Nach der Aufhebung der Rassentrennung durch den Obersten Gerichtshof 1954 (Brown v. Board of Education) bemühte sich die NAACP, die Rassentrennung in sämtlichen Südstaaten rückgängig zu machen, und unterstützte den Busboykott von Montgomery 1956. Zudem unterstützte und organisierte die NAACP den Marsch auf Washington 1963 sowie den Millionen-Mann-Marsch 1995.

In den 1990er Jahren verschuldete sich die NAACP in Millionenhöhe, so dass zwischen 1992 und 1995 die Belegschaft von 250 auf knapp 50 reduziert werden musste. 1996 wurde Kweisi Mfume, ein demokratischer Kongressabgeordneter, zum Präsidenten ernannt und versah dieses Amt bis 2004.[1]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptsitz der NAACP liegt in Baltimore, regionale Büros befinden sich in Kalifornien, New York, Michigan, Missouri, Georgia, Texas und Maryland. Die NAACP wird auf nationaler Ebene durch einen Verwaltungsrat vertreten. Dieser hat 64 Mitglieder und wird von einem Vorsitzenden geführt. Der Vorstand wählt einen Präsidenten und Chief Executive Officer für die Organisation.

Präsident war bis 2004 Kweisi Mfume; ihm folgte bis zu seinem Rücktritt im März 2007 Bruce S. Gordon; seitdem ist es (Stand Juli 2013) Benjamin Jealous.

Chairman ist seit Februar 2010 Roslyn Brock; ihr Vorgänger war der Civil-Rights-Movement-Aktivist und ehemalige US-Kongressabgeordnete Julian Bond.

Die NAACP hatte im August 2011 300.000 Mitglieder.

Verliehene Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation verleiht jährlich zwei verschiedene Auszeichnungen an Afroamerikaner: den NAACP Image Award für besondere Leistungen in den Bereichen Film, Fernsehen, Musik und Literatur, und die Spingarn Medal für besondere Leistungen irgendwelcher Art.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horace Bumstead: Secondary and higher education in the South for whites and negroes. Publisher: National Association for the Advancement of Colored People New York, 1910
  • Manfred Berg, The ticket to freedom. Die NAACP und das Wahlrecht der Afro-Amerikaner, Campus-Verlag Frankfurt a.M. 2000. ISBN 3-593-36534-0.
  • Manfred Berg: Ticket to Freedom. The NAACP and the Struggle for Black Political Integration, Gainesville, Fla. 2005.
  • Finch, Minnie. The NAACP: Its Fight for Justice. Scarecrow Press, 1981.
  • Harris, Jacqueline L. History and Achievements of the NAACP (The African American Experience). 1992.
  • Kellogg, Charles Flint. NAACP: A History of the National Association for the Advancement of Colored People. Johns Hopkins University Press: 1973. ISBN 0-8018-1554-1.
  • Kluger, Richard Simple Justice. Alfred A. Knopf: 1976. ISBN 0-394-72255-8.
  • Ovington, Mary White, Black and White Sat Down Together: The Reminiscences of an NAACP Founder. Feminist Press: 1995. ISBN 1-55861-099-5.
  • Pitre, Merline. In Struggle Against Jim Crow: Lulu B. White and the NAACP, 1900-1957. Texas A&M Press: 1999. ISBN 0-89096-869-1.
  • St. James, Warren D. NAACP: Triumphs of a Pressure Group, 1909 - 1980. Exposition Press, 1980.
  • Sullivan, Patricia: Lift Every Voice. The NAACP and the Making of the Civil Rights Movement. The New Press, New York 2009. ISBN 978-1-59558-446-5.
  • Tushnet, Mark V. The NAACP's Legal Strategy Against Segregated Education, 1925-1950. UNC Press: 1987. ISBN 0-8078-4173-0.
  • Wedin, Carolyn. Inheritors of the Spirit: Mary White Ovington and the Founding of the NAACP. Wiley Publishers: 1999. ISBN 0-471-32724-7.
  • Zangrando, Robert L. The NAACP Crusade Against Lynching, 1909-1950. Temple University Press: 1980. ISBN 0-87722-174-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "The NAACP's 93rd Convention: An Assessment" (Memento vom 6. Januar 2007 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: National Association for the Advancement of Colored People – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien